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Weiter Ausgrabungen im Brunnen der Burg Kirkel

Die Kirkeler Burg.

Die Kirkeler Burg.

Er hat noch längst nicht alle Geheimnisse preisgegeben, der Brunnen der Kirkeler Burg: Das Grabungsteam um Archäologin Christel Bernard hat noch viel Arbeit, die an diesem Sonntag fortgesetzt wird: Von 10 bis 17 Uhr laufen die Grabungen. „Die Sicherheit wird großgeschrieben bei uns, da wir mit Ehrenamtlichen arbeiten: Ein ehemaliger Steiger der Grube Reden ist dabei und ein erfahrener Höhenretter, falls mal was passiert. Wenn keiner von beiden vor Ort ist, können wir nicht graben“, erzählte Christel Bernard am Freitag im Gespräch mit unserer Zeitung. Sie ist für die archäologische Dokumentation zuständig. „Bisher sind wir auf sechs Meter Tiefe vorgedrungen, zu erwarten sind möglicherweise bis zu 60 Meter.“ Bernard rechnet damit, dass die Arbeit in den kommenden Jahren schneller vorangehen wird: „Für die sichere Herrichtung des Brunnenrands ist viel Zeit draufgegangen, die ist jetzt erledigt, wir können im kommenden Frühjahr frühzeitig weitermachen.“ Der Förderverein Kirkeler Burg, der laut Bernard viel Geld in die wissenschaftliche Dokumentation der Burg investiert, schafft ein Zelt an, damit die Grabung auch bei Regen weitergehen kann. „Fest montierte Leitern werden installiert, in die man sich einklinken kann und eine Belüftung wird kommen“, kündigte die Archäologin an. Man werde in den kommenden Jahren deutlich schneller in die Tiefe kommen. Mittlerweile habe man Erkenntnisse gewinnen können über die Bauweise des Brunnens. Die erwartete Tiefe von rund 60 Metern hat man festgestellt, weil ein Saarbrücker namens Wüllenweber 1863 die Burg in vielen Details beschrieben hat, auch die Tiefe des Mühlenweihers, von dem sind noch Reste vorhanden, er liegt auf Brunnenniveau: „Dadurch sind die Tiefen vergleichbar.“

Wenn gegraben wird, sind einschließlich der Archäologin mindestens vier Leute am Werk. Einer im Brunnen , der für den Aushub per Eimer sorgt. Ganz wichtig: „Das komplette Aushubmaterial wird gesiebt. Dabei finden wir nicht selten nette Kleinigkeiten, etwa einen Fingerhut aus dem 16./17. Jahrhundert“, weiß Bernard zu berichten.

Was ein solcher Brunnen den Ausgräbern an Erkenntnissen bringen kann, ist vielfältiger Natur: „Die Brunnen sind früher alle paar Jahre gereinigt worden. Wenn sie, wie unserer, wirklich tief waren, hat man die Reinigung ein bisschen vor sich her geschoben, denn die Reinigung war teuer und Brunnenputzer ein gefährlicher Job. Da sind schon Sachen drin geblieben, die einfach niemand mehr rausgeholt hat. Durchaus auch organische Funde, wie etwa zerfallene Holzeimer. Selbst Infos über die damalige Vegetation der Umgebung lassen sich finden“. Ein Beispiel bietet Burg Lemberg in der Pfalz: „Dort hatte man vor der Verfüllung ein ganzes Geschützstück in den Brunnen geworfen.“

Dass die Geschichte der Burg im Allgemeinen und die Ausgrabungen auf großes Interesse stoßen, ist bekannt. Man kann sich auch selbst ein Bild von den Ausgrabungen machen: Am kommenden Sonntag laufen die Arbeiten von 10 bis 17 Uhr. „Besucher, die bei den Arbeiten zusehen wollen, sind uns herzlich willkommen.“ Man kann Einsicht nehmen in den Brunnenschacht und die Leute vom Team werden natürlich auch Fragen beantworten. Schließlich ist die Burg das Wahrzeichen der Gemeinde.

 
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