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Weiterbildung: Lebenslang Lernen auf dem Campus der Saar-Uni

Auf dem Campus der Saar-Uni gibt es zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten - auch für Nicht-Studenten.

Auf dem Campus der Saar-Uni gibt es zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten - auch für Nicht-Studenten.

Rund 18 000 Studierende hat die Universität des Saarlandes im gerade begonnenen Wintersemester. Die Zeiten, in denen sie rein auf Studierende und Lehrende ausgerichtet war, sind allerdings lange vorbei. „Die Universität des Saarlandes muss Weiterbildung anbieten“, sagt der Mikrobiologe Professor Manfred Schmitt, seit vier Jahren Vizepräsident für Lehre und Studium. Sie tut es auf vielfältige Weise. Da ist einmal das Zentrum für lebenslanges Lernen.

Und da ist der klassische Weiterbildungssektor. Beispielsweise kommen Meister aus der Industrie an die Saar-Uni, um hier ihren Bachelor oder Master zu machen. Speziell in den Ingenieurwissenschaften ist dies gefragt, folglich gibt es gerade in diesem Bereich eine enge und, wie Manfred Schmitt meint, gute Zusammenarbeit zwischen Universität und Industrie. CaMPlus Q, ein 2012 gegründeter Fortbildungscampus, richtet sich vor allem an Ingenieurwissenschaftler und Betriebswissenschaftler und wird vom Wirtschaftsministerium unterstützt. Das Programm ist „maßgeschneidert“, also inhaltlich und zeitlich mit den Betrieben abgestimmt. Unterrichtet wird in Blockveranstaltungen, denn die Fortbildung will in den Arbeitsalltag integriert sein.

Ganz anders funktioniert das Zentrum für lebenslanges Lernen, das Lernen für eine breite Öffentlichkeit anbietet und großen Zuspruch findet. Etwa 700 Gasthörer kommen pro Semester an die Universität des Saarlandes, meist an die Philosophische Fakultät. „Geschichte ist der Hit“, sagt Angelina Müller vom Zentrum für lebenslanges Lernen. Ein Gasthörerstudium ermöglicht den Zugang zu vielen speziellen Veranstaltungen des Zentrums, zu vielen Vorlesungen und zu den Sprachkursen des Sprachenzentrums.

Lebenslanges Lernen bietet die Saar-Uni ausschließlich auf dem eigenen Campus an. Der Forschungscampus hingegen ist vernetzt, arbeitet beispielsweise mit der Steinbeis-Hochschule in Berlin zusammen. Zwar zeigt die Industrie großes Interesse an dieser Form der Weiterbildung für ihre Mitarbeiter. Entscheidungen darüber trifft jedoch die Uni, betont Manfred Schmitt. Sie muss auch das Geld besorgen, zumindest vorfinanzieren. Das bedeutet, sie muss für die zusätzlichen Aufgaben in der Weiterbildung „Geld aus dem normalen Budget schneiden“, sagt Schmitt. Keine leichte Aufgabe, wird das Budget der Uni doch knapper und knapper. Dennoch wird sie in einiger Zeit möglicherweise über ein eigenes Weiterbildungsinstitut verfügen. Zusammen mit der Technischen Universität Kaiserslautern überlege man, erläutert Schmitt, ein solches Institut zu etablieren.

Für Universitätsprofessoren läuft die Lehre in der Weiterbildung zusätzlich zu ihrem normalen Lehrdeputat. Dafür brauche es Begeisterung, meint Schmitt, die aber allein nicht ausreiche. Die zusätzliche Lehre müsse auch zusätzlich honoriert werden.

Der Vizepräsident für Lehre und Studium hält es für einen großen Vorteil, dass die Saar- Uni „extrem IT-affin“ ist; er meint: „Das sollten wir als unmittelbare Ressource nutzen.“

Wenngleich Weiterbildung aus der Industrie gefragt ist und die Uni viele Gasthörer (sie sind im Schnitt Mitte 60) zum lebenslangen Lernen motiviert, bekräftigt Schmitt: Die Hauptaufgabe sind natürlich die Studierenden, wenngleich es einen steigenden Bedarf Erwerbstätiger an universitärer Weiterbildung gebe. Die Uni, sagt Schmitt, biete Weiterbildung auf einem hohen Niveau an. Sie konkurriere dabei keineswegs mit privaten Weiterbildungseinrichtungen. Und: In den immer wieder aufflammenden Spardiskussionen solle man die Universität nicht auf einen Kostenfaktor reduzieren. Sie sei ein Wirtschaftsfaktor. Genau das hat auch Universitätspräsident Volker Linneweber bei der Semestereröffnungsfeier erneut betont.

 

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