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Weitere Bäder im Saarland von Schließung bedroht

Saarbrücken. Norbert Kugler, Präsident des Süddeutschen Schwimmverbandes, ist sich sicher: Nur wenn sich mehr Fördervereine gründen, sind weitere Bäderschließungen im Saarland zu verhindern. Und: Je früher sich ein Verein gründe, desto mehr könne er erreichen. Eine "Erfolgsstory" sei das Beispiel Friedrichsthal. Dort gäbe es längst kein Hallenbad mehr, wenn es nicht einen "unheimlich aktiven" Förderverein gäbe. Dieser habe bis heute 630 000 Euro für den Erhalt der Schwimmbäder gesammelt. Das Frei- und das Hallenbad seien inzwischen ausgebaut und renoviert worden.

In Heusweiler sei es nicht so gut gelaufen, so Kugler. Dort habe sich zwar auch ein Verein gegründet, aber eben "zu spät". Die gesammelten 30 000 Euro hätten nicht ausgereicht, um Schlimmeres zu verhindern. Vor Jahren habe man das Lehrschwimmbecken geschlossen, später das Freibad, letztes Jahr schließlich auch das Hallenbad.

Innenminister Stephan Toscani (CDU) begrüßt die Gründung von Fördervereinen: "Wir freuen uns über jede Art von bürgerschaftlichem Engagement." Im Übrigen, so Toscani weiter, wolle die Landesregierung eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Kommunen beim Unterhalt ihrer Infrastruktureinrichtungen fördern, wozu auch die Bäder gehörten.

Städtetags-Präsident Klaus Lorig (CDU) fände eine stärkere Kooperation der Gemeinden bei Bädern auch ganz gut. Seiner Meinung nach gibt es da aber einen Haken. Viele Gemeinden, so Lorig, stünden untereinander in einem "gesunden Wettbewerb". Gerade weil Schwimmbäder "herausragendes Zeichen für eine gute, bürgerfreundliche Infrastruktur" seien, täten sich Gemeinden "regelmäßig schwer", die Infrastruktur von Nachbarorten mitzufinanzieren und so "deren Attraktivität zu steigern".

Auch Lorig begrüßt das Wirken rühriger Fördervereine, hält es aber für "fraglich", ob diese - gerade angesichts bekanntermaßen hoher Betriebskosten bei Schwimmbädern - "allein eine Rettung" für die Bäder "darstellen" können. "Zu diskutieren", so Lorig, seien daher auch "auskömmlichere", sprich: höhere Eintrittspreise.

"Letztlich" werde es "nicht ohne eine strukturelle Verbesserung der kommunalen Finanzsituation gehen", glaubt Lorig. Doch gerade dies sei aus heutiger Sicht "nicht wahrscheinlich". Er verweist dabei auf das Wachstumsbeschleunigungsgesetz der Bundesregierung, das Steuersenkungen und damit Mindereinnahmen der Kommunen vorsieht. Lorig befürchtet, dass weitere Bäderschließungen "insbesondere dort, wo der Haushaltsausgleich nachhaltig gefährdet ist, nicht auszuschließen" seien. 
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