Saarland / Luxemburg: Landesgrenze BAB 8 (D) / A 13 (Lux.), Tunnel Markusbierg in Luxemburg ist wegen Feuerübung bis zum Ende des 21.10.17 gesperrt, Verkehr wird an der AS Schengen abgeleitet. (20.10.2017, 23:07)

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Welche Feuerwerks-Neuheiten Pyrotechniker für Silvester empfehlen

Von laut und heftig bis leise und romantisch gibt es beim Silvester-Feuerwerk 2013 zahlreiche Neuheiten. Zusammen mit den Pyrotechnikern der saarländischen Firma Drumm hat die Saarbrücker Zeitung bereits einige der neuen Produkte unterschiedlicher Hersteller getestet. So wissen SZ-Leser schon jetzt, welche Effekte es ab dem morgigen Samstag, 28. Dezember, im Handel zu kaufen gibt.

„Die Anzahl der Batterien im Bereich der Höchstmenge von 500 Gramm Pulver hat relativ stark zugenommen“, erklärt Pyrotechniker Oliver Wetzstein. Mit einer Zündung schießen sie eine Vielzahl von Effekten nacheinander. Dazu gehört etwa das Produkt „Master of Disaster“. 44 Schuss im Kaliber 30 Millimeter (mm) werden 60 Sekunden lang erst gerade, dann gefächert abgefeuert. Das Produkt sei eine von mehreren Neuheiten, die diese Effekte kombinieren.
Den Trend der Fächerbatterien, die ihr Pulver schräg abschießen, greift auch der Artikel „Master of Light“ auf: Leuchtkugeln wandern am Nachthimmel wie ein Scheibenwischer hin und her. „Diese Batterien erzeugen größere, bis zu 30 Meter breite Bilder“, erklärt Wetzstein. Der „Master of Darkness“ erinnert den Profi an Bomben, wie man sie bei Großfeuerwerken verwende. Nach fächerförmigen Schüssen folgen Effekte, die an fallende Blätter, Fischschwärme und Palmen erinnern.

Für Feuerwerks-Fans, die es schnell und heftig mögen, gebe es die neue Batterie „Jackass“, so der Pyrotechniker. In nur 13 Sekunden feuert diese 28 Schuss ab. Relativ leise sei dagegen die Neuheit „Mega Katapult“ mit sogenannten Feuertöpfen. Diese würden im Gegensatz zu anderen Effekte, die sich erst im Himmel entfalten, schon brennend aus dem Rohr geschossen, so Wetzstein. Aus der Batterie „Green Sky“ kommen gleich auf zwei Ebenen Feuertöpfe in verschiedenen Farben.

Zu den weiteren Empfehlungen der Profis gehören die Batterie „Shogun“ mit fünf mal fünf gefächerten Salven, die sich gut für ein schnelles Finale eignen sollen, und „Die Bestie“. Letztere beginne mit drei Meter hohen Fontänen, schieße dann Palmen- und Salven-Effekte ab. Für Wetzstein ein Beispiel für die zunehmende Anzahl der Artikel, die Bodenfeuerwerk mit Batterien kombinieren. Dieser Trend sei auch bei Verbundartikeln erkennbar, deren Varianten ebenfalls stark wüchsen. Hier werden mehrere Effekte nacheinander geschaltet, sie müssen nur einmal gezündet werden und brennen dann bis zu vier Minuten. Mit Preisen zwischen 50 bis 130 Euro ist dieser Silvester-Spaß jedoch relativ teuer – zumal die Bundesbürger durchschnittlich zwischen 25 und 55 Euro für das Feuerwerk hinlegen, mit dem jährlich über 120 Millionen Euro Umsatz erzielt werden.

Batterien mit bis zu 500 Gramm Pulver bringen nach Angaben des Verbandes der pyrotechnischen Industrie keine erhöhte Gefährdung mit sich. Aufgrund ihrer höheren Standfestigkeit böten diese sogar mehr Sicherheit. Auch Fächerbatterien seien unproblematisch, wenn sie nicht in der Nähe von großen Gebäuden und Bäumen abgeschossen würden und der Sicherheitsabstand von acht Metern eingehalten werde.

Zudem weist Wetzstein darauf hin, dass auf Produkten der Kategorie II, die nur an Volljährige abgegeben werden dürfen, die Zulassungskennzeichen „CE“ und „BAM“ enthalten sein müssen. Versager sollten erst nach 15 Minuten an der Ersatz-Zündschnur entzündet werden. Dabei sei darauf zu achten, dass sich keine Körperteile über der Batterie befinden. „Knaller gehören nicht in die Hand, sondern auf den Boden“, lautet ein weiterer Hinweis der Profis. Darüber hinaus sollten Raketen aus Flaschen, die in Getränkekasten stehen, abgeschossen werden sowie Fenster und Türen geschlossen sein.

Die von der SZ getesteten und weitere Neuheiten werden am 28. Dezember, 18 Uhr, beim sogenannten Vorschießen auf dem Saarbrücker Messegelände, am Güterbahnhof Neunkirchen und bei „Aqua Saar“ neben dem Globus-Markt in Saarlouis präsentiert.
 
Hintergrund
Silvester-Feuerwerk (Klasse II) darf nur von Volljährigen gekauft und am 31. Dezember sowie 1. Januar abgebrannt werden. Ein Abbrennverbot besteht nach der Sprengstoff-Verordnung bundesweit im näheren Umkreis von Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen, Kirchen sowie von Reet- und Fachwerkhäusern. Hintergrund für diese Regelung sind der Lärm- und Brandschutz.
Polizei oder Ordnungsämter können zudem lokale Regelungen erlassen, die Feuerwerke in bestimmten Schutzzonen verbieten. Verstöße werden mit Geldbußen geahndet. In Saarbrücken gibt es nach Angaben der städtischen Pressestelle keine über das Sprengstoffgesetz hinausgehenden Sonderregelungen. In der Vergangenheit habe es diesbezüglich auch keine Beschwerden gegeben. mv
 
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