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Weniger Einwohner nach Zensus: Saarlouis will klagen

Die Stadt Saarlouis will alles tun, damit die bei der jüngsten Zählung „Zensus“ ermittelte Zahl von 34 480 Einwohnern keine amtliche Gültigkeit bekommt. Die Stadt selbst hat in ihrem Melderegister am Vergleichszeitpunkt, im Mai 2011, genau 36 095 Einwohner gezählt. OB Roland Henz und der Leiter des Ordnungsamtes, Jürgen Theobald, betonten gestern, dass sie einen Zählfehler in dieser Größenordnung im eigenen Haus ausschließen. Henz traut den eigenen Zahlen, weil die Daten Ende 2006 auf ein neues Computersystem umgestellt und auf Unstimmigkeiten geprüft worden seien. Dies hat, wie Theobald erläuterte, bis 2010 zu einer deutlichen Korrektur nach unten geführt: eben jene gut 36 000 Einwohner. Allerdings hat die Stadt diese Zahl nie offiziell bekannt gegeben. Henz: „Unsere eigene Zahl lag damit um rund 900 unter der bisherigen amtlichen Zahl des Statistische Landesamtes.“

Der aktuelle Zensus geht also von rund 1600 Saarlouisern weniger aus als im Rathaus ermittelt und von 2500 weniger als die letzte amtliche Zahl der Landesbehörde. Zweifel bestehen im Rathaus auch an der Methode des Zensus. Dafür wurden 12,9 Prozent der Einwohner befragt und die Ergebnisse hochgerechnet. Theobald: „Wir dagegen hatten jeden Datensatz selbst in der Hand.“ Woher die Differenzen rühren, ist letztlich nicht klar. Aus Sicht der Zensus-Rechnung geht ein großer Teil darauf zurück, dass sich ausländische Bürger bei einem Wegzug nicht abgemeldet haben. In Saarlouis hätte das rund 1200 Personen ausgemacht (jetzt 3030 ausländische Bürger). Henz kann sich das „in diesem Umfang“ aber nicht vorstellen.

Henz will nun mit der Landesbehörde über die Zahlendifferenz sprechen. Sollte sich dabei nichts ergeben, so kündigte er gestern an, werde die Stadt Widerspruch gegen die amtliche Feststellung der Einwohnerzahl einlegen. Hauptamtsleiter Thomas Jacob sagte, sollte dieser Widerspruch vor dem Statistischen Landesamt nichts bringen, könne die Stadt gegen die Behörde klagen. Auch der Städte- und Gemeindetag will sich kümmern, denn der Zensus hat in fast allen Kommunen für Überraschungen gesorgt. Das Ergebnis ist wichtig, nicht bloß für das Renommée der Stadt: Von der amtlich gültigen Einwohnerzahl hängen zahlreiche Zuschüsse des Landes ab, aber auch die Zahl der Pflichtplätze in den Kitas. Bliebe es aber bei der Zensus- Zahl von 34 480, hätte das übrigend eine Nebenbwirkung: In Orten unter 35 000 Einwohnern nämlich, sagte Jürgen Theobald, sei Prostitution verboten. „Bordelle können dann in Saarlouis nicht mehr genehmigt werden.“

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