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Wenn Cattenom explodiert: Behörden proben AKW-Ernstfall

Bei der dritten Phase der großen Katastrophenübung rund um das Atomkraftwerk in Cattenom gilt die fiktive Notfallsituation als beherrscht. Die viertägige Übung startete am Dienstag, bis morgen proben Frankreich, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Belgien und Luxemburg, wie die Nachsorge nach einem mittelschweren Unfall in dem AKW am Besten koordiniert werden kann.

Gestern mussten Einsatzkräfte in Sentzich neben Cattenom die Strahlung und Spuren von verseuchten Elementen im Boden und im Wasser finden. 55 französische Feuerwehrmitglieder, elf Vertreter der Armee sowie 13 Mitarbeiter der französischen Behörde für Strahlenschutz IRSN (Institut de Radioprotection et de Sûreté Nucléaire) nahmen an der Übung teil. Der Cattenom-Betreiber EdF stellte drei Mitarbeiter zur Verfügung.

Am Anfang der Übung entnahmen die Fachkräfte in den unterschiedliche Zonen rund um das Atomkraftwerk Bodenproben. Dabei wurde ein fiktiver kontaminierter Fleck entdeckt, den es galt, sofort im IRSN-eigenen Labor vor Ort zu untersuchen. „Je nach dem, welche Ergebnisse herauskommen, werden Grenzen zwischen verschiedenen Zonen gezogen“, erklärt Marie Omhovère von der Préfecture Moselle. „Die erste Zone am nächsten von der Kontaminationsstelle muss evakuiert werden. In der zweiten Zone, die ein größeres Gebiet umfasst, dürfen die Menschen wohnen bleiben, aber kein Leitungswasser trinken oder Gemüse aus dem Garten essen.“

Die Karte der Feuerwehr zeigt: In dem Fall dieser Übung wäre auch eine kleine Zone auf deutschem Territorium betroffen. Doch dort werden heute von den französischen Einsatzkräften keine Proben ins Labor zurückgeholt. Denn „bei dieser Übung ist jedes Land für die Messungen auf seinem Gebiet verantwortlich“, berichtet Olivier Chabanis, Leiter des IRSN-Teams in Cattenom.

Im Ernstfall würde die Grenze etwas an Bedeutung verlieren. „In dem Fall werden die Zuständigkeiten auf nationaler Ebene geklärt, so Chabanis. Einfacher scheint die Zusammenarbeit in der Luft zu funktionieren. Seit 2001 dürfen deutsche Hubschrauberpiloten auch in Frankreich bei Cattenom messen und umgekehrt, hieß es beim saarländischen Teil der Übung in Merzig. In Anwesenheit von Umweltministerin Anke Rehlinger nahmen ein Hubschrauber der Bundespolizei und ein Messwagen des Bundesamtes für Strahlungsschutz Luftproben in der Grenzregion.





 
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