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Wenn Mitarbeiter gerne Französisch lernen

. Sie treffen sich zweimal pro Monat im 7. Stock der SaarLB im „Bistro Weitsicht“: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bank, die gleichzeitig Mitglied im „Club Français“ sind. Viele kennen die Situation, wenn man im Gespräch mit dem französischen Geschäftspartner oder Freund trotz fortgeschrittener Sprachkenntnisse Worte sucht. Deshalb wollen die Teilnehmer vor allem eines: Parler! Grammatik wird zwar auch im „Club Français“ gepflegt, ist aber nicht das Hauptziel der Runde, die den „Sprachkurs“ freiwillig und in der Freizeit – aber in Räumlichkeiten der Bank – absolviert.

Rund zehn Interessenten sind regelmäßig dabei. Unterstützt werden sie von einem professionellen Lehrer, der aus Lothringen kommt. Er ist bestens informiert über all das, worüber Frankreich spricht. Zur Unterrichtsstunde bringt er die Themen der wichtigsten Tageszeitungen mit: von „ Le Monde “ über „Le Figaro“ bis hin zum „Republicain Lorrain“. Die Bankfachleute wollen in möglichst fließendem Französisch über Politik, Wirtschaft, Kultur und Themen der Region reden. Immer auch in Kenntnis der französischen Positionen.

Die Themen richten sich nach den Wünschen der Runde. Jüngst wurde die Flüchtlingsproblematik diskutiert am Beispiel „Migrants en Allemagne“. Bis hin zur Herangehensweise des französischen Staatspräsidenten François Hollande , der wegen seiner inzwischen engen Kooperation mit Bundeskanzlerin Angela Merkel von französischen Politikern wie der rechtsextremen Marine Le Pen verächtlich als „ Monsieur le vice-chancelier allemand“ bezeichnet wird, als „Vize-Kanzler Deutschlands“. Solche Äußerungen beflügeln auch die Diskussionen im „Club Français“. Genauso wie radikale Herangehensweisen französischer Gewerkschaften bei Streiks, etwa bei der Air France , oder die Art, wie Bauernproteste ablaufen. Die Frankreich-Strategie der saarländischen Landesregierung ist ebenso Thema wie Tipps, welcher Restaurant-Besuch in Lothringen oder dem Elsass lohnenswert wäre.

Der „Club Français“ bei der SaarLB ist im Rahmen des neu erstellten Sprachenkonzeptes der Bank 2009/2010 entstanden. Mit dem Ziel, ein Angebot für fortgeschrittene Französisch-Schüler zu schaffen, die keinen der Sprachkurse mehr zu besuchen brauchen, ihre Kenntnisse aber erhalten und ausbauen möchten. Zumal die SaarLB in Frankreich drei Standorte in Paris, Straßburg und Metz betreibt.

Kein Wunder, dass auch Muttersprachler am „Club“ teilnehmen. Zum Beispiel: Sandrine Cardon-Blume, Leiterin der Rechtsabteilung. Ihr Ziel: „Ich möchte mit meinen Kollegen über französische Politik reden.“ Thomas Hörger, als Abteilungsleiter in der Marktfolge zuständig für Erneuerbare Energien, sagt: „Man bekommt Einblicke in die französische Seele.“ Isabel Groß, zuständig für Immobilienfinanzierungen in Frankreich, profitiert, „weil uns viele Themen aus der französischen Politik und Gesellschaft in Deutschland nicht erreichen. Ich will unterschiedliche Ansichten von Franzosen und Deutschen in persönlichen Gesprächen kennenlernen.“

Bank-Analyst Pascal Conigliaro freut sich, „dass man in der Runde das Rüstzeug bekommt, um mit einem Franzosen auf Augenhöhe zu diskutieren“. Nicole Strasser, die den Bereich Wealth Management betreut, will mehr darüber erfahren, für welche Werte Franzosen stehen. Dieter Gläsener, der Pressesprecher der Bank, will den Blick der Franzosen auf ihren deutschen Nachbarn besser verstehen. Doch auch im „Club Français“ bleibt es nicht nur bei der Theorie. Praktische Einblicke in die Lebensart der Nachbarn runden die Eindrücke ab, etwa bei einer Käseprobe zum Jahresabschluss.
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