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Wenn Unzufriedenheit im Job krank macht

Die Saarbrücker sind häufiger krankgeschrieben als Arbeitnehmer in anderen Regionen. Das ist das Ergebnis verschiedener Krankenkassen auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung. Dabei fiel die Anzahl der Fehltage von Berufstätigen 2014 je nach Krankenkasse unterschiedlich aus. So gibt die Barmer GEK für ihre im Regionalverband Versicherten 19,1 durchschnittliche Fehltage an (17,1 in Deutschland), die AOK lediglich 13,4 Tage (Bundesdurchschnitt 11,9). Angefragt wurden Barmer GEK , DAK , Knappschaft, AOK , Techniker und IKK. Die unterschiedlichen Zahlen kommen unter anderem dadurch zustande, dass Krankenkassen unterschiedliche Berechnungen vornehmen. Die einen vergleichen Stichtage, andere ziehen nur Wochentage heran, andere wiederum zählen jeden Krankentag ihrer Versicherten. Was aber allen Kassen gemeinsam ist: Arbeitnehmer im Regionalverband sind ein bis zwei Tage häufiger krankgeschrieben als im Bundesdurchschnitt. Durchschnittlich fehlten demnach Saarbrücker Arbeitnehmer 15,9 Tage im Jahr, der Bundesdurchschnitt liegt bei 14,8.

Die meisten Fehltage werden durch Rückenleiden und psychische Erkrankungen verursacht. Bei der DAK lag 2014 der Anteil von psychischen Erkrankungen am Krankenstand im Regionalverband bei 20,9 Prozent. Damit lagen sie noch vor Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems (18,1 Prozent). Claus Uebel, Sprecher der DAK , macht für den höheren Krankenstand vor allem den höheren Altersdurchschnitt der Menschen und zum anderen die Gesamtzufriedenheit der Saarbrücker verantwortlich. „Ob ein Mensch häufiger krank wird, hat auch damit was zu tun, ob er sich wohlfühlt. Menschen messen ihre Zufriedenheit zum Beispiel am Einkommen, an der Arbeitsplatzsicherheit und an der Situation am Arbeitsmarkt.“

Rainer Thimmel, Referent für betriebliche Gesundheit bei der Arbeitskammer, legt die Zahlen differenzierter aus. „Gesundheit ist vom sozialen Status abhängig.“ Geringverdiener und Menschen mit geringer Bildung und in prekären Beschäftigungsverhältnissen seien häufiger von Krankheiten betroffen. Zudem arbeiten viele Menschen im Regionalverband in Gesundheits- und Verwaltungsberufen, aber auch in schwer arbeitenden Berufen, wo es Nacht- und Schichtarbeit gibt.

Dabei sei die Arbeitsmotivation der Saarländer eigentlich gut. Die Arbeitszufriedenheit werde dagegen schon geringer bewertet. Am schlechtesten komme die Führungsqualität in den Betrieben weg. „Menschen sind mit ihrer Arbeit zufrieden, wenn sie ein sicheres Arbeitsverhältnis haben, die Familie zufriedenstellen und gesellschaftliche Verpflichtungen eingehen können“, sagt der Arbeitsmarktexperte Thimmel. Und es gibt Zahlen, die das bestätigen: 2011 ermittelte die Arbeitskammer, dass es in 70 Prozent der saarländischen Betriebe befristete Verträge gebe, in 55 Prozent seien Minijobber beschäftigt gewesen, in 30 Prozent seien Leiharbeiter länger als ein Jahr eingesetzt worden.

„Gute Arbeitgeber geben Entwicklungsmöglichkeiten, haben eine aktive Gesundheitsförderung und bemühen sich um eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, sagt Thimmel. Ein Betrieb laufe gut, wenn es den Mitarbeitern gut gehe. Je weniger sie belastet seien, desto höher seien Innovation und Kreativität. > Siehe auch Interview auf

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