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Wenn der gelbe Sack zum Drecksack wird

Falsch befüllte und zu früh an der Straße abgelegte gelbe Säcke bleiben ein Ärgernis in Saarbrücken , vor allem in der anonymen großen Kernstadt, wo Fehlverhalten Einzelner weniger auffällt.

Obwohl die Polizeiverordnung der Landeshauptstadt mit Bußgeldern von 30 Euro für solche „Schmutzdelikte“ droht, schert sich eine stattliche Zahl von Bewohnern nicht darum. Über den Jahreswechsel stellten wohl viele Leute die Säcke schon Tage vor der Abholung heraus, weil sie in Urlaub fuhren.

Wie die Stadtverwaltung auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, wurden im vergangenen Jahr 58 Bußgeldverfahren wegen der „Drecksäcke“ eingeleitet. 2013 waren es nur 42 Verfahren gewesen.

Erst im vergangenen November hatten der Zentrale Kommunale Entsorgungsbetrieb (ZKE) und der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) der Landeshauptstadt Saarbrücken darauf hingewiesen, dass gelbe Säcke idealerweise am Sammeltag morgens bis sechs Uhr bereitzustellen sind, frühestens am Vorabend. Auch wurden Kontrollen angekündigt und tatsächlich vollzogen, wie ZKE-Sprecherin Judith Pirrot berichtete. Wenn dabei auch nicht immer konkretes Fehlverhalten einer Person zugeordnet werden konnte, so habe die Präsenz der Kontrolleure wohl doch Eindruck gemacht und den Leuten gezeigt, dass man das Problem nicht einfach hinzunehmen gedenke.

Der ZKE als städtischer Entsorger hat mit der Sammlung der Wertstoffsäcke nichts zu tun, wird aber dann doch damit befasst, wenn die Säcke liegen bleiben und damit zum Müll werden. Tag für Tag sammeln Mitarbeiter des ZKE Säcke ein, die „herrenlos“ sind.

Zuständig für die Abfuhr ist die Friedrichsthaler Firma Paulus, ein Privatunternehmen im Auftrag der Duales System Deutschland GmbH. Eine Sprecherin des Familienbetriebes sagte unserer Zeitung, dass nur etwa die Hälfte aller Säcke absolut korrekt befüllt werde. Hinein gehörten ausschließlich Verkaufsverpackungen mit dem Grünen Punkt. Aus Unkenntnis steckten die Leute aber alles hinein, was sie als Wertstoff erachten, etwa ausrangierte Spielsachen aus Plastik. Trotz vieler Fehlbefüllungen drücke man bei der Sammlung Auge um Auge zu, lasse auch mal einen Sack mit Bananenschale durchgehen. Wenn ein gelber Sack aber überwiegend falsches Zeug enthalte, vor allem Essensreste oder gar Tierkadaver, könne man ihn nicht mitnehmen.

Wer so einen Sack abgestellt habe, müsse ihn dann wieder zurücknehmen. Nach Worten der Mitarbeiterin verhielten sich die Saarbrücker aber nicht anders als die Menschen in anderen Städten. Fehlbefüllungen seien ein generelles Problem.

Würde man die Säcke durch Sammelstellen oder Nachbarschafts-Tonnen ersetzen, würde dieses Problem nach Überzeugung von Experten noch größer. Denn dann wäre die Zuordnung von Fehlbefüllung und Verursacher nahezu unmöglich.

Noch ein Tipp von ZKE-Sprecherin Judith Pirrot: Gelbe Säcke können auch in den Wertstoffzentren des ZKE in Malstatt, Wiesenstraße 11, und St. Johann, Am Holzbrunnen 4, kostenlos abgegeben werden.
 
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