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Wenn ein Kind aus der Kita spurlos verschwindet

Es waren 30 Minuten, die die Mutter niemals vergessen wird. 30 Minuten, in denen weder sie, noch sonst jemand wusste, wo ihr Kind war. Dabei wähnte sie es in Sicherheit, als sie es morgens in die Kita, in die Obhut der Erzieherinnen brachte. Aber als sie ihren Sohn am Nachmittag abholen wollte, war er weg. Und niemand wusste, wo der Kleine war. Die Suche auf dem Kita-Gelände blieb erfolglos. Ratlosigkeit und Panik machten sich breit, die Polizei wurde alarmiert. Von dem Kind keine Spur. Erst nach 30 quälend langen Minuten dann der erlösende Anruf einer anderen Mutter: Der Großvater ihres Sohnes hatte seinen Enkel abgeholt und den Kumpel des Kleinen gleich mit eingeladen. Er hatte es gut gemeint und die Jungs hatten glaubhaft versichert, dass sie nach der Kita zum Spielen verabredet waren.

Dieser Fall hat sich kürzlich in einer Kita im Kreis Saarlouis zugetragen. Natürlich stellt sich die Mutter die Frage: Wie kann so etwas passieren?

Wir wollten in zufällig ausgewählten Kindertagesstätten wissen, was dort unternommen wird, um zu verhindern, dass Kinder von Fremden mitgenommen werden, und ob es einen Notfallplan gibt, falls so etwas doch mal passiert. Denn, so erzählte uns die Mutter im oben genannten Fall, in besagter Kita hätte niemand gewusst, wie gehandelt werden musste und stattdessen sei Panik ausgebrochen.

„Die Eltern geben bei uns im Vorhinein an, wer genau das Kind abholen darf“, erklärt Steffi Scheid, Leiterin der Kindertagesstätte in Dörsdorf. „Wir führen Listen, in denen alle berechtigten Personen eingetragen sind.“ Außerdem müssten diese vorab einmal in der Kita vorstellig werden. Eine Situation, wie zuvor geschildert, habe sie noch nie erlebt: „Bevor Kinder mit ihren Spielkameraden heimgehen dürfen, klären wir das telefonisch mit den Eltern ab.“ Und wenn ein Kind trotzdem verschwinden sollte? „Im Notfall würden wir zuerst die Eltern benachrichtigen und eine Suchaktion starten“, berichtet Scheid.

Im Rehlinger Kinderhaus der AWO schützt sich die Belegschaft auf ähnliche Weise vor solchen Vorfällen. Auch hier gibt es eine streng geführte Liste, wer genau welches Kind abholen darf. „Damit fühlen wir uns auf der sicheren Seite“, sagt Einrichtungsleiterin Steffi Bollinger.

In den städtischen Kitas in Saarlouis dürfen Kinder ebenfalls nicht ohne schriftliche oder telefonische Erlaubnis der Eltern mit fremden Personen mitgehen. „Die Mitarbeiter sind verpflichtet, das Kind bis zur Klärung der Situation in der Einrichtung zu betreuen, notfalls auch bis nach Dienstende“, erklärt Alexander Guß vom Amt für Familien, Soziales, Schulen und Sport der Stadt Saarlouis . Die Eingangstüren der Kitas seien außerdem verschlossen, so dass ein unkontrollierter Zugang zur Einrichtung nicht möglich sei. Ein feststehender Notfallplan erkläre den Erziehern, was im Ausnahmefall in welcher Reihenfolge zu tun sei: „Die Leitung informiert unverzüglich die Polizei , die Erziehungsberechtigten und den Träger.“ Außerdem werde das Jugendamt informiert .
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