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Wenn mehr als ein Berg ruft: Saarbrücker Gruppe überquert die Alpen in zehn Tagen

Die Gruppe des Saarbrücker Alpenvereins am Mittelbergferner-Gletscher. Fotos: Wolfgang Reinstädtler/ Stephan Müller

Die Gruppe des Saarbrücker Alpenvereins am Mittelbergferner-Gletscher. Fotos: Wolfgang Reinstädtler/ Stephan Müller

Es klingt nach Gefahr: „Schon kurz nach dem Aufbruch von der Martin-Busch-Hütte kommen Nebel , Regen und starker Wind auf.“ So steht es im Bericht, den Wolfgang Reinstädtler zu einem Ereignis verfasst hat, das sich in dieser Form vermutlich in absehbarer Zeit nicht wiederholen wird: eine Alpenüberquerung durch Mitglieder des Alpenvereins und Skiclubs Saarbrücken.

Zehn Tage hat der 61-Jährige eine siebenköpfige Gruppe der Saarbrücker Sektion des Deutschen Alpenvereins übers Gebirge geführt. Solche Touren, sagt er, sind sehr selten. Normalerweise brechen die Bergfreunde zu Wanderungen von Hütte zu Hütte auf. Es werden dabei Teilabschnitte erklommen, aber kein komplettes Gebirge überquert, erklärt Wolfgang Reinstädtler. Etwa zwei Jahre lang hat er die Tour vorbereitet. Vor einigen Tagen hat er seinen Reisebericht vorgelegt. Die Gruppe, deren ältester Teilnehmer 69 Jahre alt war, bewältigte eine Strecke von 135 Kilometern über die Allgäuer Alpen, die Lechtaler Alpen, die Ötztaler Alpen und die Texelgruppe. Die Saarbrücker Alpinisten starteten in Oberstdorf und nahmen, wie Reinstädtler berichtet, „zunächst den klassischen Weg“. Der führte die Gruppe zur Kemptner Hütte, Memminger Hütte, nach Zams und zur Braunschweiger Hütte. Am Rettenbachferner verließen die Saarbrücker die klassische Route. „Wir zweigen ab, und hoch oberhalb der Venter Ache führt uns der Weg nach Vent“, heißt es in Reinstädtlers Bericht. Die nächsten Stationen: Martin-Busch-Hütte, Tisenjoch, Similaunhütte, Vernagt-Stausee, Pfossental, Lodnerhütte und Hochganghaus.

Bereits gleich zu Beginn der Tour wird es etwas unangenehm. „Pünktlich mit Beginn unserer Wanderung setzt leichter Regen ein, der sich im Laufe des Nachmittags kontinuierlich bis hin zum Wolkenbruch verstärkt“, erzählt Reinstädtler. Selbst wenn man gut ausgerüstet ist, erklärt er, sei Regen ein Problem. „Man ist eben auch mit guter Ausrüstung nach zwei Stunden klatschnass.“ Und es gebe Angenehmeres als den ganzen Tag mit nassen Schuhen unterwegs zu sein. Aber um so schöner sei es dann, wenn man die nächste Hütte erreicht, sich aufwärmt, zusammen isst und trinkt.

Es geht berauf- und bergab. 9290 Meter steigen die sieben Saarbrücker auf, 11 320 ab – der Endpunkt der Reise liegt tiefer als der Start. Die Mühe lohnt sich, sagt Reinstädtler. „Ein besonderes Schauspiel bietet sich uns beim Aufstieg zur Seescharte (2599 Meter): ein großes Rudel Steinböcke. Es begegnet uns ohne große Scheu, offensichtlich haben sich die Tiere an uns Menschen auf dem vielbegangenen E5-Weg gewöhnt“, heißt es in seinem Bericht.

Unterwegs nutzen die Saarbrücker auch mal eine Seilbahn. Und dann, auch das gehörte zu den detaillierten Reisevorbereitungen , erwartet die Gruppe auch ein Taxi, das sie an den Talschluss des Pitztals bringt.

Seilbahn und Taxi nutzen die Alpinisten, weil sie es sonst nicht schaffen würden. „Vom Laufen her sind wir alle gut trainiert“, versichert Reinstädtler. Das Problem sei: „Der Tag muss ausreichen, um ein Etappenziel zu erreichen, ohne dass wir Stress kriegen. Schließlich wollen wir ja nicht nur pünktlich zum Abendessen an der Hütte sein, sondern auch das Ganze genießen.“ Deshalb brechen die Saarbrücker zur längsten Etappe bereits um 5.45 Uhr auf.

Nebel , Regen und starker Wind – „Da ist dann auch Angst in einer Gruppe“, sagt Reinstädtler. Aber zur Vorbereitung habe es auch gehört, Ausrüstung für solche Situationen zusammenzustellen. Ihm selbst, mache so eine Tour aber „auch bei so ekligem Wetter Spaß“.

Der Alpenverein und Skiclub Saarbrücken hat 2023 Mitglieder. Er hat unter anderem Fachabteilungen für Bergsteigen, Klettern und Radwandern. Kontakt: info@dav-saarbruecken.de

dav-saarbruecken.de

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