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Wenn's bei Fußballfeiern kracht und brennt - Wer bezahlt?

Bei großen Fußballmeisterschaften feiern Fans einen Sieg ihrer Mannschaft gerne mit einem Autokorso. Kommt es dabei zu einem Unfall, springt meist die Kfz- oder Kaskoversicherung ein. Foto: Allianz

Bei großen Fußballmeisterschaften feiern Fans einen Sieg ihrer Mannschaft gerne mit einem Autokorso. Kommt es dabei zu einem Unfall, springt meist die Kfz- oder Kaskoversicherung ein. Foto: Allianz

Seit wenigen Tagen läuft in Frankreich die Fußball-Europameisterschaft. Da wird gefeiert und gejubelt, sodass im Überschwang schon mal etwas zu Bruch gehen kann. Wer bezahlt dann den Schaden?

 

Fliegende Flaggen: Fußballfans verzieren mit Steckfahnen die Seitenfenster ihrer Autos und verschönern die Außenspiegel mit Überziehern. Oft sieht man auch eine Flagge auf der Motorhaube. Löst sich eine dieser Verzierungen und baut der Hintermann beim Ausweichmanöver einen Unfall, kommt die Kfz-Haftpflichtversicherung des Verursachers für den Schaden am nachfolgenden Fahrzeug auf. Prallt der Hintermann auf das Fahrzeug des Verursachers und wird dieses beschädigt, muss der Unfallverursacher den Schaden selbst zahlen. Es sei denn, er hat eine Vollkaskoversicherung.

 

Fliegende Fernseher: Schaut man mit guten Freunden auf der eigenen Terrasse ein Spiel und hat dafür den Fernseher extra nach draußen geschafft, kann es beim Torjubel leicht passieren, dass einer am Kabel hängen bleibt und den Bildschirm zu Boden reißt. Dann springt die private Haftpflichtversicherung des Stolperers ein. Wer sein eigenes Gerät kaputtmacht, geht leer aus.

 

Versengtes Trikot: Wird beim Fußballabend im Garten gegrillt, ist nie auszuschließen, dass eine Stichflamme das teure EM-Trikot – da geht es durchaus um 100 Euro – eines Gastes ruiniert. Hat der Grillmeister die Stichflamme und damit den Schaden verursacht, übernimmt dessen private Haftpflichtversicherung die Kosten. Ist er an der Stichflamme nicht schuld, bezahlt die Hausratversicherung des Geschädigten das Trikot. Trägt das Opfer auch noch Brandwunden davon und muss deswegen zum Arzt, kommt die gesetzliche beziehungsweise private Krankenversicherung für die Kosten der Behandlung auf.

 

Geklaute Handtasche: Fiebert man beim Public Viewing mit anderen Fans mit seiner Mannschaft mit, denkt man keineswegs an dreiste Taschendiebe. Wer aber zahlt, wenn plötzlich die Handtasche weg ist? Der Betroffene leider selbst. Die Hausratversicherung übernimmt die Kosten über die Außenversicherung nur dann, wenn einem die Tasche gewaltsam entrissen wird, man also beraubt wird.

 

Abgebrochene Reise: Flugzeug und Hotel für das Spiel sind gebucht, die Eintrittskarte steckt im Jackett. Beim Einchecken erreicht den Fan per Handy die Nachricht, dass ein Angehöriger sich verletzt hat und ins Krankenhaus muss. Zahlt die Reiserücktrittversicherung, wenn man sofort nach Hause zurückkehrt? Nur in bestimmten Fällen. Klingelt nämlich das Handy, bevor man mit dem Check-in beginnt, übernimmt die Reiserücktrittversicherung alle Kosten für Hotel und Flieger. Nach Beginn des Eincheckens gilt die Reise allerdings als angetreten. Der Versicherungsschutz der Reiserücktrittversicherung ist dann beendet. Man muss alle Kosten selbst tragen. Und wie sieht es aus, wenn die Reise wegen erhöhter Terrorgefahr ausfällt. Hat man über einen Reiseveranstalter eine Pauschalreise gebucht und der Veranstalter storniert wegen der Terrorwarnung die Reise kostenlos, erhält der Kunde sogar das Geld für die Reiserücktrittversicherung zurück. Ihm werden alle Kosten für die Reise und abgeschlossenen Versicherungen erstattet.

 

Wer jedoch eine gebuchte Pauschalreise wegen der offiziellen Terrorwarnung oder aus Angst selbst absagt, muss in die eigene Tasche greifen, wenn der Reiseveranstalter Stornokosten erhebt. Denn in diesem Fall greift die Reiserücktrittversicherung nicht. Man muss die Kosten selbst tragen. Gleiches gilt, wenn man Flug und Hotel eigenständig gebucht hat, aber aus Angst nach einer Terrorwarnung die Reise nicht antritt.

 

Gebrochener Arm: Beim Public Viewing herrscht großes Gedränge. Das Spiel läuft so gut, dass die Fans auf die Bierbänken steigen. Wer zahlt, wenn einer im Gedränge das Gleichgewicht verliert, auf einen anderen Zuschauer fällt, wodurch dieser sich den Arm bricht?

 

Der gestürzte Fan haftet, wenn ihm ein Verschulden vorgeworfen werden kann. Wenn der Sturz durch das Gedränge verursacht wurde und nicht zu verhindern war, besteht keine Haftung. Die Privat-Haftpflicht kommt dafür auf, unberechtigte Ansprüche eines Geschädigten an den Verursacher abzuwehren. Die Heilungskosten für den gebrochenen Arm übernimmt die Krankenversicherung des Verletzten.

 

Verschmutztes Dirndl : Wenn ein Fußballfan beim Torjubel im Gasthaus das Tablett der Kellnerin mitreißt, die gerade vorbeikommt, und dadurch deren Dirndl mit Bier und Currysoße bekleckert, übernimmt die private Haftpflichtversicherung des Jubelnden die Kosten für die Reinigung. Sollte das Dirndl nicht mehr zu retten sein, zahlt sie Ersatz. Allerdings wird dann nur der Zeitwert der Tracht erstattet.

 

Verbeultes Blech: Wer bei einem Autokorso einen Unfall verursacht, kann seinen eigenen Schaden seiner Vollkaskoversicherung melden. Sie springt auch ein, wenn sich der Zusammenstoß im Ausland ereignet hat. Für den Schaden am Fahrzeug des Unfallgegners kommt die Kfz-Haftpflichtversicherung des Verursachers auf. Sollte der Geschädigte versuchen, zu hohe oder unberechtigte Ansprüche geltend zu machen, wehrt die Kfz-Haftpflichtversicherung des Verursachers diese kostenfrei ab.
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