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Wer Feuerwerk kauft, sollte Fantasie und Zutrauen mitbringen

Janis Paul betrachtet sich in einem Laden in Ludweiler Feuerwerksartikel. Als Zwölfjähriger darf er erstmals Jugendfeuerwerk selbst
einkaufen. Das ist ab zwölf Jahren freigegeben. Das Personal achtet auf Einhaltung des Jugendschutzes

Janis Paul betrachtet sich in einem Laden in Ludweiler Feuerwerksartikel. Als Zwölfjähriger darf er erstmals Jugendfeuerwerk selbst einkaufen. Das ist ab zwölf Jahren freigegeben. Das Personal achtet auf Einhaltung des Jugendschutzes

Bei der Reklame für Silvesterfeuerwerk lassen die Hersteller seit Jahren die schwärmerischen Wörter nur so krachen: Unter „Mega“ oder „X-tra“ geht kaum etwas, und die Namen für die Fontänen und Böller entspringen meist purer Fantasie. Was auch nicht überrascht, da solche Produkte ja schwer punktgenau zu beschreiben sind. So staunen die Leute am Samstag beim Kaufland in Wehrden über die Batterie „Hardliner“, die dem Heimfeuerwerker „Brillant- Poppingstars“ verheißt. Was das wohl sein mag? Besonders hoch greift der Texter der Supermarkt- Kette Norma, der dem Batterie-Verbund „Metalshots“ sogar zutraut, „das Firmament zum Einsturz“ zu bringen.

Ob das einer glaubt? Und wirklich will? Relative Bodenständigkeit signalisiert dagegen Aldi Süd, das seine Artikel erneut nach Städten benennt: Reno, Sevilla, Kapstadt, Chicago und viele andere. Frauen greifen auffallend oft zu „Venedig“. Man wüsste da nur zu gern, wie eine Rakete namens Völklingen oder Großrosseln zündet. Aus Deutschland ist aber nur Berlin vertreten. Bei Norma in Ludweiler ist am Feuerwerksstand viel los am Samstagmorgen, trotz Regenwetter, das in der Branche eigentlich als ungünstig gilt. 50 Prozent der Artikel in diesem Jahr seien neu, erklärt freundlich der Marktleiter.

Anders als die meisten Wettbewerber, die ihre Feuerwerke mit den Kriterien „Zahl der Schüsse“, „Effekthöhe“ und „Brenndauer“ bewerben, versucht Norma auch mit dem Begriff der „Nettoexplosivmasse“ zu beeindrucken. Die Netto-Kette dagegen sagt ungekünstelt „Pulver“ dazu. 500 Gramm, erklärt ein junger Mann (junge Männer wissen oft mehr über Feuerwerke als das Verkaufspersonal), gälten als Mercedes unter den Krachern. Er komme aus Frankreich, erzählt er, und kaufe sein Feuerwerk gezielt in mehreren deutschen Geschäften. Hier sei alles viel billiger. Im Internet habe er vorher genau die Angebote verglichen.

Die wenigsten Kunden, die die bunte Ware interessiert in den Händen wiegen, können die Größen- und Mengenangaben exakt einschätzen. Sie haben keine Vergleiche zu anderen Herstellern und Verkaufsstellen, und so bleibt die Erkenntnis der Vorjahre: Beim Kauf seines Silvesterfeuerwerkes ist man nie sicher, was man nach Hause trägt und ob es seinen Preis wert ist. Die meisten verlassen sich deshalb auf ihr Stammgeschäft, das sie in guter Erinnerung haben. Andreas Schweitzer aus Völklingen ist mit den Töchtern zum Globus gekommen, um dort wie in jedem Jahr das Familienfeuerwerk zu erstehen – ein purer Impulskauf, bei dem sich das gut gelaunte Trio von seiner Stimmung leiten lässt.

100 Euro darf alles kosten. Globus-Chef Jörg Moll berichtet, dass weniger einzelne Böller und Raketen gefragt seien, sondern immer stärker Kombi-Feuerwerksbatterien, die mit einem einzigen Anzünden bis zu drei Minuten Feuerwerk böten. Immer größer und variantenreicher würden dieses Artikel, weiß der Geschäftsführer – und staunt auch, was sich am unteren Ende der Preisskala tut: Glückssymbole und Süßzeug wie Marzipanschweinchen fänden großen Absatz. Und knusprige Kartoffelchips – mit denen kann man es ja auch krachen lassen.
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