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Wer düngt, muss nach 4 Stunden fertig sein

Saarbrücken. Saarländische Landwirte sind nach einer neuen Regelung gehalten, ausgebrachten Dünger (Gülle, Jauche und Geflügelkot) binnen vier Stunden in den Boden einzuarbeiten. Seit 1. Juli sind hierzu alle deutschen Bauern, die Ackerland bewirtschaften, verpflichtet. Ziel dieser Neuregelung ist es, den Ammoniakausstoß zu mindern. Deutschland hatte in der Vergangenheit den von der EU festgelegten zulässigen Höchstwert für Ammoniak überschritten. Wie das für die hiesige Landwirtschaft zuständige Wirtschaftsministerium auf SZ-Anfrage mitteilte, steht der Bauernverband Saar der genauer ausgelegten Verordnung kritisch gegenüber. Die Standesvertretung der Landwirte befürchtet, es könne „in kleinen und mittleren Betrieben zu Umsetzungsschwierigkeiten führen“, hieß es aus dem Ministerium.

„Für kleine Betriebe, die nur einen Schlepper zur Verfügung haben, ist es schwierig, Gülle auszubringen und kurze Zeit später in den Ackerboden einzuarbeiten“, sagt Hans Lauer, Geschäftsführer des Bauernverbands. Seines Erachtens sei die konkretere Dünge-Vorgabe, was das Saarland betrifft, „völlig unnötig“. Denn: Bisher fühlten sich Landbewohner wegen des strengen Geruchs der Gülle (hervorgerufen durch Ammoniak) nicht belästigt.



25 Betriebe kontrolliert

„Die konkretisierte Verordnung hat für die Landwirte allenfalls eine zusätzliche Arbeitsbelastung zur Folge“, so Lauer.  Nach Auskunft des Wirtschaftsministeriums kontrolliert das Landesamt für Agrarwirtschaft und Landentwicklung in Lebach, ob Landwirte die Vorgaben der Düngeverordnung einhalten. Laut einer EU-Vorschrift muss hierzulande pro Jahr mindestens ein Prozent der Betriebe, die Zahlungen von der EU erhalten, einer Kontrolle unterzogen werden. Demnach wurden im Vorjahr 25 Betriebe von insgesamt 1350 im Saarland kontrolliert. Ein Viertel der Betriebe wurde nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Zu Dreivierteln wurden sogenannte Risikobetriebe, die etwa in der Vergangenheit gegen bestimmte Auflagen verstoßen haben und große Betriebe mit Tierhaltung kontrolliert. Des Weiteren sind so genannte anlassbezogenen Kontrollen denkbar. Im Jahr 2010 kam es zwölf Mal zu Kontrollen, nachdem sich etwa Anwohner über den Gestank beschwert hatten. bera/dapd
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