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Wer gibt uns ein Zuhause? Bacon, Kenny und Spike warten im Bertha-Bruch-Tierheim

Wann wetzen wir los? Wie er da sitzt und die Welt um sich beobachtet, zeugt alles von freundlicher Neugierde. Bacon, ein American-Staffordshire-Mix, ist ein sportlicher Typ und ohne Bewegung nicht ausgelastet. Gerade wurde er drei. Ein gutes, wichtiges Stück des Hundelebens liegt damit hinter ihm. Tausend Tage auf der Welt und noch nicht angekommen in einem artgerechten Zuhause, sondern in einem Zwischending. Denn ein Tierheim mit seiner Flut aus Bildern, Geräusche und Gerüchen kann empfindsamen Wesen wie Bacon nie die Geborgenheit geben, die sie in einer Familie finden. Der junge Rüde zeigt sich altersgemäß sehr aktiv. Er braucht Auslauf und Beschäftigung, denn er will ständig dazulernen.

 



Das konnten die ehemaligen Besitzer ihrem Schützling nicht bieten. Tierheimsprecherin Tabatha Walter erinnert sich: „Bacon kam zu uns, weil man keine Zeit mehr für ihn hatte.“ Und das bei einem jungen Kerl, der vor Tatendrang geradezu strotzt. Immerhin sahen die früheren Halter das ein und zogen die Konsequenzen. Die Hundespezialisten im Heim ließen sich rasch etwas einfallen, um Bacon artgerecht zu beschäftigen. Er besucht eine Hundeschule, die ihn regelmäßig fordert und fördert. Das fruchtet schon deshalb, weil Bacon ja gute Eigenschaften mitbringt. „Menschen begegnet er freundlich und gelehrig und zeigt sich unauffällig gegenüber seinen Artgenossen.“ Ein Hund für Anfänger ist Bacon nicht. „Wir suchen für ihn ein rasseerfahrenes, sportliches Zuhause, das dem athletischen Rüden den entsprechenden Auslauf bieten kann.

 

 

Kommen wir zu unserem nächsten Kandidaten. Spike hatte in seiner Jugend keine richtige Bezugsperson und damit niemanden, der ihm Freude am Zusammensein vermittelte.

 

Name: Spike
Rasse: Pit-bull-Staff-Mix
Geschlecht: männlich
Kastriert: chemisch
Alter: geboren 2010
Besonderheit: hundeerfahrenes Zuhause gesucht



Das zeigte sich daran, dass Spike anfangs wenig Nähe zum Menschen suchte. Aber inzwischen ist Spike aufgetaut. Er achtet genau auf denjenigen, der mit ihm spazieren geht. Dies ist die richtige Basis, um ihn noch leinenführiger zu machen und mehr auf den Menschen zu prägen. Spike ist ein Powerpaket, das unbedingt körperliche wie geistige Auslastung braucht. Der Rüde ist mit Hündinnen und Rüden nach Sympathie verträglich. Er apportiert gern und mag Wasser. Sein neues Zuhause sollte ein gut eingezäuntes Grundstück haben, da er Wildtiere verfolgen würde.


Name: Kenny
Rasse: Staff-Mix
Geschlecht: männlich
Kastriert: Ja
Alter: etwa zehn Jahre
Besonderheit: hundeerfahrenes Zuhause gesucht




Kenny ging durch sehr viele Hände. „Wir gehen davon aus, dass er schlecht behandelt wurde“, sagte Walter. Wenn er Vertrauen gefasst hat, ist er sehr nett und lustig, braucht aber Halter mit Erfahrung. Kenny ist pfiffig und gehorsam. Er verträgt sich mit Hündinnen. In seinem neuen Zuhause sollten weder Kleintiere noch Katzen sein.

 

Von Listen, Rassen und Irrtümern

 

Auch im Tierheim haben bestimmte Rassehunde und damit verwandte Mischlinge eine Sonderstellung. Das hat nicht unbedingt etwas damit zu tun, dass sie gefährlich sind. Aber sie müssen nach oft schlechten Erfahrungen aus ihrem früheren Leben erst wieder Vertrauen fassen. Die Hundekenner vom Folsterweg stecken keinen ihrer Schützlinge leichtfertig in die Schublade. Heimsprecherin Tabatha Walter erläutert, was wichtig ist, und sagt, welches Wirrwarr es bei den „Listenhunden“ inzwischen gibt.

 

Immer wieder fragen uns Interessenten, wieso bestimmte Hunde erst mal nur mit Bezugspersonen spazieren gehen dürfen. Die Antwort scheint klar. Es sind ja Kampfhunde . Aber es gibt keine Kampfhunde , es gibt Listenhunde, die wie der Name schon sagt, auf einer Liste, der Rasseliste, stehen. Diesen Rassen wird ein gewisses Potenzial an Aggressivität nachgesagt.

 

Die Rasseliste unterscheidet sich je nach Bundesland. So hat Bayern die meisten Hunde auf der Liste, und in Schleswig-Holstein gibt es keine Rasseliste mehr. Auch wir im Saarland haben eine sehr tierfreundliche Einschränkung. Lediglich drei Rassen sind als gefährlich eingestuft, der American Staffordshire Terrier, der American Pitbull Terrier und der Staffordshire-Bullterrier. Im Saarland gelten Mischlinge nicht als Listenhunde. Auch wenn in ihnen ein Teil der Rassen steckt, die als gefährlich gelten. Dieser Fakt ist für uns ein großer Vorteil bei der Vermittlung. Wesenstests sind, soweit nicht von uns oder von der Behörde angeordnet, nicht nötig.

 

Der Charakter entscheidet


Aber warum dürfen diese Hunde nur mit Bezugspersonen gehen? Weil sie einer bestimmten Rasse angehören. Nein. Wir entscheiden das nach Charakter, nicht nach Rasse. Wir haben auch kleine drollige Hunde, die nur mit Bezugspersonen gehen. Jeder Hund hat eine Vergangenheit, wenn wir Glück haben, bekommen wir wenigstens ein paar Informationen über ihn. Oft aber wissen wir nicht, was er erlebte, welche Eigenschaften er hat, wie er mit Menschen klarkommt. All das müssen wir herausfinden. Viele Rassen haben ihren Charakter. Aber jeder Hund ist ein Individuum und hat eine Chance verdient in einem Zuhause, wo es nicht darum geht, mit der Rasse Prestige zu gewinnen oder ein Image zu pflegen.

 

Termine zum Kennenlernen unserer Kandidaten in dieser Folge und weitere Informationen unter Tel. (06 81) 5 35 30.

 

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