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Wer hat bloß Keiler Eberhard geklaut?

Eberhard, ein acht Monate junger Keiler (hier: Symbolfoto), kam vom Tierschutz zum Wildpark. Die Ehrenamtlichen vom Verein für Naherholung – hier Vorsitzender Patric Louis – haben ihn liebevoll aufgepäppelt. Und das kleine Wildschwein zeigt sich ihnen gegenüber handzahm.

Eberhard, ein acht Monate junger Keiler (hier: Symbolfoto), kam vom Tierschutz zum Wildpark. Die Ehrenamtlichen vom Verein für Naherholung – hier Vorsitzender Patric Louis – haben ihn liebevoll aufgepäppelt. Und das kleine Wildschwein zeigt sich ihnen gegenüber handzahm.

„Das ist schon unterste Sohle, ein Tier so zu behandeln“, sagt Patric Louis. Und man merkt ihm an, wie wütend er ist. Louis, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Naherholung Karlsbrunn (VFN), und weitere Vereins-Mitglieder haben Mitte voriger Woche eine erschreckende Entdeckung gemacht. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurde der kleine Keiler Eberhard aus seinem Gehege genommen und abtransportiert. Die hinterlassenen Spuren, sagt Louis, ließen darauf schließen, dass der oder die Täter in das Pflegegehege des etwa acht Monate alten Wildschweines einstiegen, den Kleinen in eine Plastiktonne steckten und ihn wegbrachten.

Besagte Tonne stand am Futterhaus und war zuvor mit Schrott gefüllt. Nach Aussage von Patric Louis, der von Beruf Leiter des Polizeilichen Ordnungsdiensts der Polizei des Saarlandes ist, konnte sich Eberhard aber offensichtlich befreien und weglaufen. Louis' französische Kollegen von der Gendarmerie haben den Keiler im benachbarten Waldstück direkt an der Grenze aufgefunden, festgehalten und ihn wieder an die Ehrenamtler des VFN zurückgegeben.

„Das war nicht nur Diebstahl ! Die von uns aufgefundene Tonne war voller Haare und Kot von Eberhard. Das war Stress pur und Quälerei für das Tier“, sagt Louis erbost.

Der VFN-Vorsitzende berichtet von Hinweisen, die bei ihm eingegangen sind, nachdem ein blauer Peugeot mit französischem Kennzeichen mehrfach auf den Wegen des Geheges gesichtet wurde. Diese Wege dürften jedoch nur Berechtigte mit Kraftfahrzeugen befahren. Jetzt wüsste Louis gern, wer da unterwegs war. „Wir sind für jeden Hinweis dankbar“, sagt er. Zumal man in der jüngsten Vergangenheit immer wieder festgestellt habe, dass die Zäune beschädigt oder gar aufgeschnitten waren. Dies passe auch zu den Ausbrüchen des Sikawildes, das jüngst zweimal ausbüxte. Auch an dessen Gehege waren Beschädigungen vorzufinden.

Vom Einschalten der Polizei sah der Verein bislang ab. Denn der erste Verdacht, so Louis, habe sich gegen selbsternannte „Tierschützer“ gerichtet, die die Tiere „befreien“ wollten. Dagegen würde aber der besagte Abtransport in der Tonne sprechen. Der finstere Verdacht von Patric Louis zu den Motiven, aus denen heraus Unbekannte sich an Eberhard und den Sikahirschen vergriffen: „Um die Tiere zu schlachten.“

Den jungen Keiler hatte der Verein vom Tierschutz übernommen. Das Tier wird tierärztlich versorgt und ist sehr an Menschen gewöhnt. Wenn Eberhard alt genug ist, soll versucht werden, ihn ins Wildschweingehege zu integrieren. In seinem jetzigen Zustand jedoch, sagt Louis, könne er in freier Natur nicht überleben. Und es bestehe die Gefahr, dass er bei der Jagd erschossen werde. Louis bringt es so auf den Punkt: „Erstens ist es Tierquälerei, zweitens Diebstahl , und überhaupt ist das total bekloppt.“

Der VFN hofft auf Hinweise – per E-Mail an louis@wildpark-karlsbrunn.de oder unter Telefon (01 76) 82 12 13 88.

 
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