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Wer hilft mit? Jonny aus Georgien will im Saarland unbedingt gesund werden

 Johnny wird in Homburg behandelt.

Johnny wird in Homburg behandelt.

Er ist sehr intelligent. Im nächsten Jahr möchte er Abitur machen. Und dann Mathematik studieren, am liebsten in Deutschland. Auf die Frage, was er denn mal werden möchte, antwortet Jonny aber überraschend: „Gesund.“

Die Prioritäten des 17-Jährigen sind seit Juni verschoben. Jonny Alkadi ist sehr krank, in der Uniklinik in Homburg kämpft er derzeit ums Überleben. 170 000 Euro wird die Behandlung kosten, sagt Michael Schütz, Geschäftsführer des Caritasverbandes Schaumberg- Blies. Die Klinik habe mit der Therapie begonnen, ohne zu wissen, wer diese bezahlt. Denn Jonny hat keine Krankenversicherung. Aber die Zeit drängt. Damit der junge Georgier wieder gesund wird. Die Chancen stehen gut. Die Therapie, so erzählt Schütz, schlage sehr gut an. Und um Geld bemüht sich die Caritas: Sie hat ein Spendenkonto eingerichtet (siehe Infokasten).

Dass er im Krankenhaus landen würde, damit hatte Jonny nicht gerechnet, als er sich zum Schüleraustausch nach Deutschland aufmachte. Seit Ende April lebt er bei seiner Gastfamilie in Alsweiler. An einem Tag ging er mit ihnen reiten und klagte später über Schmerzen im Oberschenkel. Muskelkater – so lautete die logische Erklärung. Doch das Bein schwoll an, die Schmerzen wurden stärker.

Der Hausarzt schickte ihn direkt ins Marienkrankenhaus. Nach der Voruntersuchung ging es weiter nach Homburg. Erst Biopsie, dann stand fest: Jonny hat Lymphdrüsenkrebs. Weit fortgeschritten. Ein aggressiver Krebs. Der zentrale Tumor befand sich in der rechten Hüfte und war tennisballgroß. Er ist bereits operiert, Jonny hat erste Chemobehandlungen hinter sich. Die dunklen Haare sind ihm bereits ausgefallen. Dennoch bleibe er optimistisch, erzählt Schütz von den Aussagen des behandelnden Arztes, Professor Norbert Graf.

Glück im Unglück

Dabei hat Jonny derzeit kaum Grund zur Freude. Denn zu seinem Zustand hinzu kommt, dass er das alles ohne seine Familie durchstehen muss. Sein Vater, ein Ägypter, habe sich noch nie um ihn gekümmert, seine Mutter verdiene in Griechenland ihren Lebensunterhalt.

Als ihr Sohn sieben Monate alt war, gab sie ihn zu ihren Eltern nach Georgien. Oma und Opa kümmerten sich um Jonny. Vor etwa einem Jahr starb sein Großvater. Jonny war gerade zwei Tage in Deutschland, da starb auch seine Großmutter. „Jetzt ist er muttersseelenallein und hilflos im Ausland“, beschreibt Vera Bers von der Marienhaus Stiftung, die sich ebenfalls um Jonny kümmert, seinen Zustand.

Aber es gibt Lichtblicke. So war seine Mutter für ein paar Tage bei ihm. Außerdem hatte er, das erzählt Bers, Glück, zur Therapie in Deutschland zu sein. Denn es gebe weltweit nur zwei Kliniken, die in modernster Art und Weise gegen diese Art des Krebses vorgehen: Diese sind in Heidelberg und in Homburg.

Von einem weiteren Glücksfall erzählt Magdalena Theobald, die ehrenamtlich für die Caritas arbeitet und in Alsweiler wohnt. Sie hat den Kontakt der Gasteltern zur Caritas hergestellt. „Die Gasteltern haben sich bereit erklärt, dass Jonny für die Dauer der Behandlung bei ihnen wohnen kann“, sagt Theobald. Und auch bei den Behörden habe man sich unbürokratisch gezeigt. Eigentlich sollte der Schüleraustausch nur drei Monate dauern und diese Woche zu Ende sein. Aber ohne Probleme sei das Visum auf Oktober verlängert worden. Darüber muss sich Jonny also erst einmal keine Gedanken machen. Er kann in aller Ruhe gesund werden. Von einer Heilung gehen alle Beteiligten aus.

AUF EINEN BLICK

Der Caritasverband Schaumberg-Blies hat für Jonny ein Spendenkonto eingerichtet. Spenden auf das Konto des Caritasverbandes bei der Volksbank St. Wendel, Konto 313980, Bankleitzahl 592 910 00, Kennwort „Jonny“ kommen komplett der Behandlung des georgischen Jungen zugute. him

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