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Wer nicht im Rudel fährt, muss viel löhnen

Die Zugfahrt zum Karfreitagsmarkt kostet bis zu 24 Euro. Foto: DB

Die Zugfahrt zum Karfreitagsmarkt kostet bis zu 24 Euro. Foto: DB

Der Karfreitagsmarkt in Bouzonville ist seit vielen Jahren Besuchermagnet für die Großregion. An Karfreitag, 25. März, wird in Kooperation von DB Regio Südwest, Stadt Bouzonville und Gemeinde Rehlingen-Siersburg wieder alle zwei Stunden ein Sonderzug auf der Niedtalstrecke von Dillingen bis nach Bouzonville fahren.

Für die Bahnfahrt gilt wie in den Vorjahren nur noch das Saarland-/Rheinland-Pfalz-Ticket der DB – zum Preis von 24 Euro für eine Person, jeder weitere Mitfahrer (bis maximal vier) zahlt fünf Euro. Das Ticket gilt ganztägig in allen Nahverkehrszügen und in den Verkehrsmitteln des saarVV für die Hin- und Rückfahrt bis zum Bahnhof Dillingen und ab dort weiter mit den Sonderzügen nach Bouzonville.

Seit 2014 schon gibt es keine Einzelfahrscheine mehr für die Strecke (die SZ berichtete mehrfach). Im Jahr 2011 kostete die Fahrt für eine Person noch acht Euro, 2012 neun Euro, 2014 dann mit dem Gruppenticket schon satte 22 Euro und 2015 wiederum zwei Euro mehr. Das ärgerte so manchen Fahrgast.

„Im Übrigen lohnt auch ein Preis von acht Euro pro Person auf jeden Fall die Bahnfahrt und einen Besuch in Bouzonville“, meinte Bürgermeister Martin Silvanus noch im Vorjahr dazu. In diesem Jahr distanziert er sich nun vom Bahn-Tarif: Dass es keine Einzelfahrscheine mehr gebe, sei „inakzeptabel“, teilt Silvanus mit; denn jeder Fahrgast müsse am Bahnsteig auf ,,geeignete Rudelbildungen“ hoffen.

Die Erklärungsversuche der DB, es gebe etwa keinen vergleichbaren Tarif für die Fahrt ins Nachbarland, würden schlicht nicht den Kern des Problems treffen, ärgert sich Silvanus. Über 15 Jahre lang habe es die Bahn geschafft, einen Einzelpreis für Hin- und Rückfahrt zu definieren und einen Fahrschein zu fertigen. Der Verkauf der Sonder-Tickets am Bahnsteig und in den Zügen habe hervorragend geklappt. Dass auch in diesem Jahr ausschließlich das Gruppen-Ticket gilt, sei „eine einseitige Entscheidung der DB, die Gemeinden Rehlingen-Siersburg und Bouzonville tragen hier keine Mitverantwortung“, betont er.

Abfahrt von Dillingen nach Bouzonville ist um 9.10, 11.10, 13.10, 15.10 und 17.10 Uhr. Sie sind sechs Minuten später in Siersburg, nach elf Minuten in Hemmersdorf, nach 14 Minuten in Niedaltdorf und nach 25 Minuten in Bouzonville.

In Bouzonville fahren die Züge um 10.15, 12.15, 14.15 und 16.15 und 17.45 Uhr ab. Bis 18.30 Uhr entfallen alle Regelzüge auf der Strecke.

 

Meinung:
 

Verzichtbarer Sonderzug

Von SZ-Redakteurin Nicole Bastong

Seit Jahren beklagen Fahrgäste und solche, die es gerne geworden wären, die unverschämte Preisstruktur auf der Kurzstrecke Dillingen-Bouzonville. Selbst wer etwa nur von Hemmersdorf nach Bouzonville oder gar auf seiner üblichen Strecke von Dillingen nach Siersburg fahren möchte, zahlt an diesem Tag satte 24 Euro als Alleinfahrer. Das ist reine Abzocke. Die Bahn konnte auch bisher kein Argument nennen, warum es seit 2014 keine Einzelfahrscheine mehr gibt – oder warum diese zuvor fast jedes Jahr teurer wurden.

Genauso unverständlich: Bisher hat die Gemeinde diese Preisgestaltung verteidigt. In diesem Jahr ist sie plötzlich „inakzeptabel“. Gab es da etwa doch zu viel Gegenwind aus der Bürgerschaft? Oder fürchtete die Gemeinde das Aus der Kooperation?

Wie dem auch sei: Die nette Idee des Sonderzugs nach Bouzonville ist durch stetige Anhebung der Preise verdorben worden. Auf dieses Angebot kann man gut verzichten.
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