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Wer rettet den Botanischen Garten?

Leiter Wolfgang Stein sucht Sponsoren für den Botanischen Garten der Saar-Uni.

Leiter Wolfgang Stein sucht Sponsoren für den Botanischen Garten der Saar-Uni.

Die Hilferufe des Leiters des Botanischen Gartens an der Saar-Uni, Wolfgang Stein, seine im Saarland einzigartige Einrichtung vor der Schließung zu bewahren, finden bei der CDU /SPD-Landesregierung nur matten Widerhall. Wie die SZ bereits mehrfach berichtete, droht dem Garten ab 2016 die drastische Einschränkung seiner Öffnungszeiten, wenn eine weitere Gärtnerstelle von der Saar-Uni, dem Träger, nicht wieder besetzt wird und der Garten mit nur noch drei Gärtnern auskommen muss.

In einem Antwortschreiben, das der SZ vorliegt, teilt Susanne Reichrath, Hochschulbeauftragte von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (beide CDU ), dem Landesvorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL), Christoph Heckel, mit: „Als Haushaltsnotlageland wird hierbei allerdings keine landeseigene Finanzierung möglich sein, zumal es in vielen Bereichen bereits der Konsolidierung bisheriger Aktivitäten des Landes bedarf.“ Reichrath, die erst im Mai ein entsprechendes Schreiben Heckels vom Februar 2015 beantwortete, erteilte damit der Idee der DGGL eine Absage, die Trägerschaft des Botanischen Gartens, der seit 1952 an der Saar-Uni beheimatet ist, an Kultusminister Ulrich Commerçon ( SPD ) zu übertragen. Heckel hatte gesagt: „Dem Kultusministerium unterstehen viele kulturelle Einrichtungen und Bildungsstätten von landesweiter Bedeutung. Der Botanische Garten zählt zu diesen saarländischen Kulturstätten, wie Staatstheater oder Saarlandmuseum . Unseres Erachtens hat das Land die Pflicht, den Botanischen Garten als Bildungs- und Forschungseinrichtung für die Bevölkerung zu erhalten.“ Reichrath erklärte, sie sei sich sicher, dass sich die Saar-Uni anderen konstruktiven Lösungsvorschlägen der DGGL bei der Suche nach einer Trägerlösung nicht verschließen werde. Ein klares Bekenntnis zum Botanischen Garten , das Heckel von der Landesregierung gefordert hatte, sieht wohl anders aus. Ein finanzstarker neuer Träger, der den Botanischen Garten übernehmen will, ist momentan nicht in Sicht. Wie Gartenchef Stein der SZ erklärte, gebe es zwar honorige Sponsoren wie die Firma Naturwaren Theiss, die dem Garten unter die Arme griffen. Eine dauerhafte Finanzierung des Personals sei damit aber nicht leistbar.

Birgit Huonker von der Linksfraktion im Landtag sagte, der Botanische Garten habe schon genug Sparlasten getragen, sowohl die Zahl der Gärtner als auch die Zahl der Pflanzen sei in den vergangenen Jahren halbiert worden. „Das hat den Landeshaushalt bekanntlich nicht gerettet“, so Huonker. Die nächsten Botanischen Gärten gebe es erst wieder in Metz, Saverne, Frankfurt, Heidelberg oder Mannheim.

 

Meinung:
 

Jetzt geht's ans Eingemachte

Von SZ-RedakteurDietmar Klostermann

Es gibt einen Spruch aus Kriegszeiten, dessen sich manche im Saarland erinnern, wenn sie die trostlose Kürzungspolitik der Landespolitik betrachten. „Jetzt geht's ans Eingemachte“ beschreibt die Lage nur allzu treffend, denn das Saarland ist drauf und dran, die letzten Reserven zu opfern. Zu diesen eisernen Reserven gehört mit Sicherheit der Botanische Garten an der Saar-Uni – und das auch im Sinne des Wortes. Denn die mehr als 2000 dort von einem winzigen Gärtner-Team mühevoll gehegten und gepflegten Pflanzenarten gehören zu den teuersten Gütern, die dieses Land zu bieten hat. Wenn die Landesregierung mit ihrer ebenso geschröpften Uni diesen einzigen Botanischen Garten des Landes verdorren lässt, ist dies nicht nur ein Kulturfrevel. Die Landesregierung sägt damit auch an dem, was sie eigentlich in erster Linie bewahren will: die Selbstständigkeit des Landes. Das Saarland wäre das erste Bundesland ohne eigenen Botanischen Garten , ein entwurzeltes Land.
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