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Wer soll's bezahlen: Neues St. Wendler Bad soll 5,5 Mio. kosten

St. Wendel. Eine Million Euro aus dem Kreishaushalt für ein neues Freibad in St.?Wendel? Für die übrigen sieben Gemeinden der Region, die dafür ebenfalls herangezogen werden sollen, ist das nicht zu viel. Davon ist Landrat Udo Recktenwald (CDU) auch nach der Debatte über die Finanzierungspläne überzeugt. Er stehe zu seinem Wort, sich dafür stark zu machen.

St.?Wendels Rathauschef Klaus Bouillon (CDU) hatte während seines Neujahrsempfangs damit überrascht, ein Freibad für 5,5 Millionen Euro errichten zu wollen, das die alte, in die Jahre gekommene Anstalt ersetzen soll. Recktenwald habe ihm darüber hinaus zugesagt, sich persönlich für einen Kreiszuschuss stark zu machen. Wie vor vollendete Tatsachen gestellt fühlten sich Kritiker, insbesondere parteipolitische Oppositionelle. Sowohl im Stadtrat als auch im Kreistag verfügt die Union über eine komfortable Mehrheit. Allerdings wurde in beiden Gremien noch nicht über diesen Vorstoß beraten, geschweige denn abgestimmt.

Recktenwald verteidigt sich: „Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Ich habe meine persönliche Unterstützung zugesagt, dass ich dafür im Kreistag um Unterstützung werben werde.“ Letztlich sei es aber „ganz klar Sache dieses Gremiums, darüber zu entscheiden“. Er habe sich somit nicht über demokratische Abläufe hinweggesetzt.

Zwei Monate vor dem Neujahrsempfang der Stadt habe ihn Bouillon erstmals darauf angesprochen. Recktenwald: „Er wollte wissen, was ich davon halte.“ Daraufhin habe der Landrat dem Rathauschef gesagt, dass er sich solch ein Projekt mithilfe des Kreises „grundsätzlich vorstellen“ kann. Vier Wochen vor dem Verkündungstermin habe es abermals ein Gespräch zwischen den beiden dazu gegeben, bei dem es um die konkrete Finanzierung gegangen sei.

Recktenwald hält wie eh und je daran fest: „Ein Freibad ist unabdingbar für die Kreisstadt und ihre soziale Infrastruktur“ Jugendliche, Erwachsene und Senioren aus dem gesamten Landkreis nutzten es. Allein schon wegen des kreisweit bedeutsamen Schulstandorts locke das Bad Besucher an. Werden die ohnehin schon klammen Kommunen dadurch nicht finanziell überstrapaziert? Schließlich sollen sie über die Kreisumlage an den Kosten beteiligt werden. Durch die Schuldenbremse sind sie bereits dazu gezwungen, im eigenen Haushalt Abstriche bei Leistungen für die Bürger zu machen. Oberthal hat sogar das eigene Freibad schon geschlossen. Recktenwald: „Ich kann die Kritik in diesem Zusammenhang nicht nachvollziehen.“ Denn laut seinen Berechnungen sei der Betrag, der durch den Freibadneubau im Schnitt auf jede Kommune in den kommenden 20?Jahren alle zwölf Monate mit 7000 Euro für Tilgung und Zinsen zukomme, zu verkraften. Den Löwenanteil stemme ohnehin die Kreisstadt selbst: Sie habe mit 30000Einwohner rund ein Drittel aller Einwohner des St.?Wendeler Landes und übernehme somit auch ein Drittel der Kosten. Gleichzeitig nutzten Schwimmer aus anderen Gemeinden die Einrichtung der Stadt.

Außerdem verweist Recktenwald darauf, „dass in diesem Jahr zum dritten Mal infolge die Kreisumlage sinkt“. Die Kreisumlage ist das Geld, das Kommunen aus ihrem Haushalt je nach Finanzkraft und Größe dem Landkreis bereitstellen, damit dieser Aufgaben in deren Auftrag wahrnehmen kann.

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