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Wespen- Attacken an der Saar

Der Spätsommer ist Wespenzeit: Café-Besitzer klagen über mehr Attacken und Apotheken-Inhaber registrieren, dass Menschen stärker allergisch auf Stiche reagieren als in den vergangenen Jahren.

Von SZ-Mitarbeiter Benjamin Rannenberg

Saarbrücken. Die Spätsommerzeit ist Hochsaison der Wespen. Inhaber von Cafés und Eiscafés klagen laut SZ-Recherchen über vermehrte Attacken in diesem Sommer. Apotheken-Inhaber im Saarland registrieren derweil, dass Menschen auf Wespenstiche stärker allergisch reagieren.

In den Monaten August und September treten Wespen und Hornissen am stärksten in Erscheinung, sagt Wega Kling vom Nabu-Hornissenberaternetz. „Das Wespen- und Hornissenvolk ist in dieser Zeit zahlenmäßig auf den Höhepunkt“, ergänzt Kling. Wer nicht Gefahr laufen will, von einer Wespe, Hornisse oder Biene gestochen zu werden, dem rät Kling vor dem Schluck aus Glas oder Flasche zu kontrollieren, ob sich Wespen darin befinden. Wer in Biergärten oder Cafés sitzt, sollte sein Getränk mit einem Deckel oder einer Untertasse abdecken. Kindern sollte nach dem Trinken immer der Mund abgewischt werden. Wenn sich Wespen dem Gesicht nähern, so sollten diese am besten mit einer langsamen Handbewegung vom Kopf weg geschoben werden.

Die Inhaberin der Hohenburg-Apotheke in Homburg Petra Becker beobachtet derweil, dass ihre Kunden stärker auf Insektenstiche von Wespen, Mücken und Bienen reagieren. Insekten seien stärker mit Umweltgiften, wie etwa Pestiziden und Insektiziden belastet. Die Allergologin Hedwig Fickinger-Woerner aus Saarbrücken sieht diese Aussagen jedoch skeptisch. Sie habe nichts von Studien gehört, die dies nachweisen würden. Wespenstich-Allergien seien ihr allerdings bekannt. Ihr Erster-Hilfe-Tipp gegen Wespenstiche: Eine aufgeschnitte Zwiebel auf die Hautstelle legen. Der Zwiebelsaft kühle, desinfiziere und schwäche den Juckreiz ab. Zudem bewirke der Saft ein Zusammenziehen der Gefäße und dass sich das Wespengift nicht weiter verbreiten kann.

Die Inhaberin der Europa-Apotheke in Überherrn, Esen Yücebas-Wagner, erzählt von einer Kundin, die so stark allergisch auf einen Wespenstich reagiert habe, dass sie Atemnot erlitt und in ein Krankenhaus gefahren werden musste.Zwei bis drei Kunden mit Wespenstichen kämen im Tagesschnitt in die Viktoria Apotheke in Saarbrücken, sagt Inhaber Fritz Trennheuser. In die zentral gelegene Apotheke kämen diejenigen, die sich notversorgen wollten. Nach Trennheusers Einschätzung gebe es nicht mehr Wespengeplagte als im Sommer vergangenen Jahres.

Die Inhaberin des Saarbrücker Cafés „Tante Maja“ Catharina da Palma sagt, so massiv wie dieses Jahr habe sie die Wespen noch nie erlebt. Die Besucher ihres Cafés würden Kupfercentmünzen auf die Tische legen. Das solle helfen die Wespen fernzuhalten. Als eine echte Belästigung habe der Inhaber des Saarbrücker Eiscafés de Lorenzo Mauro de Lorenzo an einigen Tagen die Wespen empfunden. Seiner Einschätzung nach gab es in diesem Sommer mehr Wespen als im vergangenen. Eiscafé-Inhaber in Neunkirchen und Homburg bestätigten ebenfalls, dass Wespen ein Problem seien und es in diesem Sommer mehr der mitunter hartnäckigen Insekten gebe als noch 2008.

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