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Wie Baupläne in Bildern wirklich werden

  Hannover. Die Großbildleinwand am Forschungsstand der Universität des Saarlandes hat eine starke Anziehungskraft. Ständig ist sie umlagert, ständig wollen sich Leute, jung wie alt, 3-D-Brillen aufsetzen. Was es zu sehen gibt? Den geplanten Neubau des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) auf dem Uni-Campus in Saarbrücken. Mit Hilfe einer Computer-Simulation. Aber einer, die es in sich hat. Kaum hat man die Brille aufgesetzt, startet ein Flug durch die Räume des DFKI. Alles wirkt ungewöhnlich realistisch. Man kann auch eben mal über die Mensa fliegen oder in den Stadtwald.

Der Saarbrücker Informatikprofessor Philipp Slusallek und sein Team haben eine Visualisierungstechnik entwickelt, mit der beispielsweise Architekten komplizierte Modelle von Gebäuden perfekt in die Landschaft einfügen können. So entsteht beispielsweise ein verblüffend echtes Modell des DFKI-Neubaus im Computer.

20 Millionen Messpunkte

Georg Demme von der Saar-Uni berichtet am Stand, es sei dank der Neuentwicklung möglich, riesige Datenmengen im Computer abzubilden: Fünf Messpunkte von Gebäuden oder Landschaft pro Quadratmeter werden eingespeist. Das entspreche bei einer Fläche von vier Quadratkilometern 20 Millionen Messpunkten, sagt Demme. Daten des Landesamts für Karten, Vermessungen und Katasterwesen sowie der Architektenentwurf des DFKI-Neubaus wurden im Computer neu komponiert und zusammengeführt. So entstehen Landschaften und Gebäude, die täuschend echt wirken.

Die Informatiker der Saar-Uni haben es geschafft, ein Vielfaches der Datenmenge am Computer darzustellen, die eine heute übliche Hardware zu verarbeiten vermag. Viele Bauherren und Architekten kommen daher zum Stand der Saar-Uni. Denn sie können mit dieser Technik künftig deutlich besser Gebäude planen und sich von Anfang an realistisch alle Bauabschnitte betrachten. Auch das Saarbrücker Projekt "Stadtmitte am Fluss" lasse sich wirklichkeitsnah und detailgetreu planen und gestalten.

Große Aufmerksamkeit bei Landesvermessungsämtern und Architekten erregt auch eine gemeinsame Entwicklung des Saarbrücker Max-Planck-Instituts für Informatik mit der Universität Tübingen. Den Forschern ist es gelungen, Darstellungen mit riesigen Datenmengen von bis zu 50 Gigabyte auf einem Rechner sichtbar zu machen, normal sind ein bis zwei Gigabyte. Alexander Berner von der Universität Tübingen und Jens Kerber vom Saarbrücker Max-Planck-Institut sehen in der Neuentwicklung deutlich erweiterte Arbeitsmöglichkeiten für Architekten, Restauratoren und Stadtplaner.

Der Forschungsstand zeigt auf der Messe außer beiden Architektur-Entwicklungen noch sechs weitere Projekte. Uni-Pressesprecherin Friederike Meyer zu Tittingdorf hält die Präsentation der Saar-Uni auf der Cebit für ein Muss. "So können wir den Forschungsstandort bundesweit sichtbar machen." Zudem treffe man auf Unternehmen, die sich für bestimmte Forschungsprojekte interessieren und kooperieren wollen. Und man könne Studenten auf der Cebit für ein Engagement in Saarbrücken werben.

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