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Wie Falschparker in der Stadt Völklingen Recht und Gesetz umgehen

Herkömmliche Schranken und Absperrpfosten ziehen, falls offen, Parksünder wie die Fliegen an. Auch automatische Absperranlagen wie
hier die Poller am Völklinger Kolpingplatz garantieren noch keinen Rundum-Schutz.

Herkömmliche Schranken und Absperrpfosten ziehen, falls offen, Parksünder wie die Fliegen an. Auch automatische Absperranlagen wie hier die Poller am Völklinger Kolpingplatz garantieren noch keinen Rundum-Schutz.

Das Ordnungsamt der Stadt Völklingen hält seine Einsatzpläne geheim. Auch die Hilfspolizisten erfahren manchmal erst am frühen Morgen, wohin an diesem Tag die Reise geht. Doch notorische Parksünder ahnen inzwischen offenbar bereits die Dienstzeiten und Routen der Truppe, die ein insgesamt rund 150 Kilometer langes Straßennetz in Völklingen zu überwachen hat. Hier ein Blick auf Kniffs, mit denen Trickser die Ordnungskräfte überlisten wollen - und ihre Mitmenschen vor Probleme stellen.

Sie spielen Parkschein-Poker: Der Trickser kalkuliert, wie sich eigene Bequemlichkeit und Kostenerspanis zum Risiko, ertappt zu werden, verhalten. Da wird beispielsweise spekuliert, mit einem Strafmandat von höchstens 15 Euro pro Monat auszukommen – viel billiger als ein Mietparkplatz, der beispielsweise beim städtischen Grundstücks- und Gebäudemanagement- Betrieb (GGM) um die 35 Euro im Monat kostet. An häufig kontrollierten Stellen wird auch gelegentlich mal als Alibi ein Kurz- Parkschein (von 50 Cent an aufwärts) gezogen.

Sie schleichen sich ein auf Mietparkplätzen: Manche Parkplätze an zentraler Stelle, wie sie beispielsweise der städtische GGM-Betrieb an privat vermietet, sind nicht gegen unbefugtes Benutzen gesichert. Weder GGM noch städtische Ordnungskräfte fühlen sich dort für Kontrollen zuständig. Mieter, die sich darüber ärgern, werden aufs Privatrecht verwiesen. Manche Betroffene wehren sich mit mehr oder minder höflich gehaltenen Mahnzetteln an den Besetzer- Autos. Aber es kann auch schiefgehen, bei offenen Schranken oder Sperrpfosten illegal auf einen Parkplatz einzufahren. Besetzer haben ihr eigenes Problem, wenn ein Schlüssel-Inhaber dann tatsächlich abschließt.

Sie tricksen Absperranlagen aus: Im Prinzip gilt: Täglich um zwölf Uhr schließt sich beispielsweise die Polleranlage an der Einfahrt zur Fußgängerzone in der Innenstadt. Ab dann dürfen nur noch wenige Privilegierte, die eine Chipkarte haben, einfahren. Aber andererseits gilt: Raus kommt man immer. Auf den Impuls in dieser Richtung fahren die Poller an der angeblich hochmodernen Anlage automatisch ein.

Sie nutzen jedes Schlupfloch: Bürgermeister Wolfgang Bintz hat mit Pollern die Bürgersteig-Parker aus der Globus-Passage in der Innenstadt ausgesperrt. Doch trotz hoher Bordsteinkante sieht man nun sogar Leute auf die Mittelinsel rumpeln.

Auch das weite Rund des benachbarten Globus-Kreisels wird mittlerweile schon als Stellfläche missbraucht. Und rund um die Kaufhof-Ruine verführen breite Bürgersteige zum scheinbar freien Parken. Sie suchen marode Parkuhren: Immer mal wieder gibt eine Parkuhr im Stadtgebiet ihren Dienst auf. Da könnte man ja nicht einmal bezahlen, wenn man das wirklich wollte. Und dann gibt es ja auch noch den uralten Parkscheiben-Trick: Regelmäßig weiterdrehen und darauf spekulieren, dass der Hilfspolizist vorübergeht und zumindest an dem Tag nicht wiederkehrt.

Sie besetzen Bushaltestellen: Da scheint ja immer noch ein Plätzchen frei. Und wenn der Bus kommt, steht der Fahrer unter Zeitdruck. Zähneknirschend hält er dann in zweiter Reihe. Auch wenn hier der Niederflurbus mit seiner Absenkmöglichkeit, extra für bequemes Einsteigen angeschafft, nichts mehr nutzt. Solche Park- Rüpel neigen oft auch zur Auffassung, dass Behindertenparkplätze extra für sie freigehalten werden. Bis dann wirklich die Polizei kommt.

Demnächst sprechen wir über Probleme und Lösungsmöglichkeiten mit Völklingens Bürgermeister Wolfgang Bintz.

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