A8 Luxemburg - Saarlouis AS Perl in beiden Richtungen Anschlussstelle gesperrt, Baustelle bis 20.11.2017 06:00 Uhr (09.10.2017, 05:53)

A8

Priorität: Sehr dringend

5°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
5°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Wie Saarbrücker Software-Spezialisten plötzlichen Herztod verhindern wollen

Saarbrücken/Berlin. Eine speziell entwickelte Software soll zukünftig helfen, bei Patienten das Risiko eines plötzlichen Herztodes zu verringern. In Auftrag gegeben hatte sie die saarländische Krankenkasse IKK Südwest bei dem Unternehmen für medizinische Software RP-Doc-Solutions aus Saarbrücken. Als „bundesweit einzigartiges Projekt“ stellte IKK-Vorstand Frank Spaniol die Software gestern in Berlin vor. Demnach sollen Patienten ermittelt werden, die gleichzeitig mehrere sogenannte Arzneimittel einnehmen, die negative Auswirkungen auf das Herz haben und etwa zu Herzrhythmusstörungen führen können. Das Risiko dieser Patienten, einen plötzlichen Herztod zu sterben, ist laut IKK dreimal so hoch wie bei anderen Patienten.

Die IKK Südwest will mit der Software zunächst für ihre Versicherten ein Alarmsystem einbauen. Sie analysierte in der ersten Phase die Daten ihrer Versicherten und hat nun etwa 300 Patienten mit einer Mehrfachverordnung entsprechender Arzneimittel in das Projekt aufgenommen.

Auf die Informationen können nach Einverständniserklärung der Patienten die Kassenärzte im Saarland zurückgreifen. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung, Gunter Hauptmann, sprach von einem praxisgerechten Modell, das dem Arzt dabei helfe, Risiken zu vermeiden. Dies sei ein wichtiger Schritt zur Arzneimittel-Therapiesicherheit.

Das saarländische Gesundheitsministerium unterstützt das Projekt mit 24.000 Euro. Ein wichtiger Partner sei außerdem das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, das sich mit 10.000 Euro beteilige, sagte Gesundheitsminister Andreas Storm (CDU).

Sollte das Projekt Erfolg haben,könne das eine Signalwirkung auf andere Krankenkassen und Bundesländer haben, hieß es. Auch deshalb hatten die Beteiligten das Programm in Berlin vorgestellt. Das Pilotprojekt wird über einen Zeitraum von zwei Jahren wissenschaftlich begleitet. Storm rechnet bereits Ende des Jahres mit „signifikanten Ergebnissen“. Hauptmann erklärte, es sei außerdem möglich, das Programm auch auf andere Arzneiverordnungen auszuweiten.  hth
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein