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Wie Saarlands Schulen sich gegen Amokläufe schützen

Es soll nicht wieder vorkommen: Bildungsministerium und Schulen im Saarland haben offenbar Konsequenzen aus der Schreckenstat von Winnenden gezogen. Angekündigte Pläne wurden inzwischen umgesetzt.

Von SZ-Redakteur Johannes Schleuning


Saarbrücken. Am 11. März tötet ein 17-jähriger Amokläufer an einer Realschule und in einem Industriegebiet im baden-württembergischen Winnenden 15 Menschen. Danach tötete er sich selbst. Deutschland ist geschockt. Es dauert nicht lange und Politiker, Verbände und Institutionen überhäufen die Öffentlichkeit mit Forderungen und Vorschlägen, um Amokläufe in der Zukunft zu verhindern. Was ist an saarländischen Schulen daraus geworden?

Die Maßnahmen im Saarland

„Wir haben inzwischen vieles in die Wege geleitet“, erklärt Annette Reichmann, Sprecherin des Bildungsministeriums. So seien zunächst Notfall-Pläne erarbeitet und an alle Schulen im Land verteilt worden. Aufgelistet sind darin Verhaltensmaßregeln für Extremsituationen.
Auch sei die Zahl der Schoolworker, die bei Problemen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen sollen, von 40 auf nunmehr 60 erhöht worden. Zudem sei den Schulen die Einrichtung von Lautsprecheranlagen für Notfall-Warnungen sowie die Ernennung von Krisen-Teams empfohlen worden.

Beides sei an den Schulen im Land auch bereist umgesetzt worden, bestätigt Herbert Möser vom Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverband. Die Krisen-Teams bilden je nach Schulgröße ein oder mehrere Lehrer, die die Notfall-Pläne auf dem neuesten Stand halten und das Lehrerkollegium über relevante Entwicklungen informieren.


Ausstattung der Schulen verbessert

Die Ausstattung der Schulen sei zudem überholt worden. Neben Lautsprecheranlagen betreffe dies auch die „Abschließbarkeit von Türen“. Möser lobt: „Die Vorarbeit des Ministeriums war vorbildlich.“ Und: „Die Lehrerschaft ist spürbar sensibilisiert.“ Auf SZ-Nachfrage bestätigt auch Regionalverbandssprecher Stefan Kiefer: Alle 75 Schulen im Regionalverband Saarbrücken sind inzwischen mit Lautsprecheranlagen ausgestattet. Im Sommer hatte man nachgerüstet.

Lehrer werden geschult


Das Landesinstitut für Präventives Handeln (LPH) in St..Ingbert bietet seit dem Vorfall in Winnenden Informationsveranstaltung zum Thema „Amok – Zielgerichtete Gewalt an Schulen“ in Lehrerkonferenzen an. „Diese Veranstaltungen wurden bislang über 40 Mal abgerufen“, berichtet Hagen Berndt vom LPH. Auch er stellt eine „gestiegene Sensibilität von Lehrern“ fest. Allerdings: „Die hundertprozentige Sicherheit, einen Amoklauf zu verhindern, gibt es nicht.“

Selbst von Seiten der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) heißt es: „Nach Winnenden ist eine Menge in Bewegung gekommen, vieles im Saarland geht in die richtige Richtung“, so GEW-Landeschef Peter Balnis. Aber: „Beim Amoklauf fühlt sich der Täter zuvor oft ausgegrenzt und als Verlierer. Der Leistungsdruck im achtjährigen Gymnasium scheint mir leider ein Nährboden dafür.“








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