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Wie Spezialisten für die Rettung der Fechinger Brücke schuften

Ganz schön eng: der Arbeiter Janos Fülöp im Innern eines Pfeilers der Fechinger Talbrücke.

Ganz schön eng: der Arbeiter Janos Fülöp im Innern eines Pfeilers der Fechinger Talbrücke.

Es ist Donnerstagmorgen. Alle paar Sekunden schleppt sich ein Lkw bei rund 30 Grad auf der Umfahrung der Fechinger Talbrücke über den Asphalt. Auch Autos sind viele dabei, obwohl die Brücke für sie seit Pfingsten wieder geöffnet ist. Die Umleitung führt unter der Brücke hindurch, vorbei an den Pfeilern, die nicht genug Kraft haben, die Brücke samt Schwerlastverkehr zu tragen. Sie wurden als nicht stabil genug eingestuft. Um die Pfeiler herum sind jetzt kleine Gerüste zu sehen. Hin und wieder klettern Arbeiter durch winzige Öffnungen in die Pfeiler hinein. Viel mehr ist im Vorbeifahren nicht zu erkennen. Aber was wird dort überhaupt gemacht?

 

Verstärkung mit 920 Schienen

„Mittelfristig muss die Brücke neu gebaut werden“, erklärt Uwe Heinzel, der das Projekt leitet. Allerdings werde das mit allen Planungsschritten mindestens zehn Jahre dauern. Bis dahin muss also eine Übergangslösung gefunden werden. „Wir verstärken momentan die Pfeiler, damit auch der Lkw-Verkehr wieder wie gewohnt über die Brücke fließen kann“, sagt Heinzel. Die Außenwände der zehn hohlen Brückenpfeiler sind mit nach innen ragenden Flachblechen verstärkt, sogenannten Beul-Längsstreifen. Die wiederum werden jetzt durch Doppelwinkel unterstützt. Ein bisschen sehen die Doppelwinkel aus wie Bahnschienen. 160 Kilo wiegt eine solche Schiene, von denen insgesamt 920 Stück verbaut werden. „Mit Muskeln ist da nicht viel auszurichten“, sagt Bauleiter Hans Christoffel. Deshalb steht ein mobiler Kran bereit, der die Schiene in die Pfeileröffnung hievt.

 

Schrauben auf engstem Raum

Dort befestigt sie ein Arbeiter an einer Seilwinde, die ein anderer dann nach oben zieht. Zwei Arbeiter verschrauben das Teil schließlich an der Außenwand. „Das ist nicht gerade einfach“, erklärt der gelernte Industriemechaniker Ömer Bozkurt. Denn die Pfeiler sind nur 1,50 Meter breit. „Zwei Personen mit Schiene, Flachblechen und der Leiter – das ist ganz schön eng“, findet der 22-jährige Kölner, der nur für die Dauer des Bauprojekts in Fechingen arbeitet. Zumindest seien die elf Etagen der Pfeiler gut ausgeleuchtet, sagt er. Und natürlich muss auch die Sicherheit der Arbeiter gewährleistet sein.

 

Aber Bozkurt und seine Kollegen haben noch mit ganz anderen Schwierigkeiten zu kämpfen: mit der Hitze. 44 Grad haben sie gerade im Innern eines Pfeilers gemessen. „Aber wir trinken viel, und uns werden alle zwei Stunden gekühlte Getränke gebracht. Wir sind hier richtig gut versorgt“, sagt Bozkurt zufrieden.

 

Im Schnitt, erzählt er, schaffen er und sein Team eine Etage am Tag. Pro Etage müssen acht Schienen montiert werden. Ob diese am Ende ausreichen, wird eine erneute Prüfung zeigen. „Wenn nicht, muss an den kritischen Pfeilern eine zusätzliche Verstärkung von außen erfolgen“, sagt Projektleiter Uwe Heinzel. So oder so: „Spätestens Ende des Jahres wird der Verkehr wieder wie gewohnt laufen können“, ist er sich sicher. Dann können auch Lkw endlich wieder die schnelle Route über die Autobahn nehmen.
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