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Wie der Regionalverband Saarbrücken den Tourismus weiter fördern will

Kultur, hier eine Ausstellung in der Stadtgalerie Saarbrücken, kann nach Meinung der Fachleute den Tourismus fördern. Foto: Schreiner

Kultur, hier eine Ausstellung in der Stadtgalerie Saarbrücken, kann nach Meinung der Fachleute den Tourismus fördern. Foto: Schreiner

Klasse statt Masse“ lautet die Botschaft, die für den Tourismus der nächsten Jahre ausgegeben wurde. Und zu Klasse zählt auch die Kultur. Davon gibt es reichlich in Saarbrücken und im Regionalverband. Nur: Wie kann man sie auch für den Tourismus nutzen? Das ist eine der Fragen, die sich die Tourismusexperten stellen, um ihr Ziel bis 2025 zu erreichen. Das ist seit dem vergangenen Jahr bereits abgesteckt. Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger selbst stellt es derzeit in allen Kreisen des Landes vor, gerade erst für den Regionalverband in Sulzbach (wir berichteten bereits).

 

Man strebe kein Tourismuswachstum um jeden Preis an, erläuterte die Ministerin. Das Motto lautet dennoch „Wir schaffen Werte mit Qualität und Wachstum“. Und der Regionalverband hat immerhin 2015 noch ein Wachstum von 0,3 Prozent zu verzeichnen. Das ist wenig im Vergleich zu Saarlouis (+ 6,2 Prozent), jedoch viel besser als im Vergleich zum Saarpfalz-Kreis (- 1,7 Prozent).

 

In Saarbrücken setzt man auf Vielfalt. Während Alexander Hauck (Geschäftsführer des City-Marketing Saarbrücken) betont: „Wir haben mehr zu bieten als nur den Städtetourismus “, lobt Regionalverbandsdirektor Peter Gillo die Vorzüge des Saarbrücker Schlosses. Als Veranstaltungsort habe es enorm zugelegt, Kulturort ist es sowieso. Und demnächst als solcher wieder Schauplatz der „Rotationen“. Das Bilder- und Musikspektakel war im vergangenen Jahr Anziehungspunkt für 12 000 Besucher.

 

Bloß, das räumte Gillo ein, man müsste besser vernetzt sein im Land. Das hieße, wenn das Schloss als Tagungsort angefragt wird, und schon belegt ist, müsste man von hier aus auf einen anderen, guten Tagungsort verweisen können. Ein Instrument dazu fehlt jedoch. Anders gesagt: Man ist nicht ausreichend vernetzt. Das ist verwunderlich – und wer die Lösung dafür bietet, könnte Förderung bekommen. Anke Rehlinger sagt dazu: Das Land werde allein kein Büro für Kongresse und Tagungen gründen. Täte das aber jemand, würde das Land eine solche Einrichtung durchaus fördern. Vielleicht wird nach diesem ministeriellen Aufruf ja jemand aktiv.

 

Neun Millionen gibt das Wirtschaftsministerium jährlich aus EU- und Landesmitteln in den Tourismus als Wirtschaftszweig.

 

Gefördert wurden im Regionalverband in erster Linie das Weltkulturerbe Völklinger Hütte oder auch die Kasematten am Saarbrücker Schloss. Ansonsten setzt man auf die Begeisterung der Menschen für das Land und seine Möglichkeiten. Und auf private Initiative. Zu besichtigen ist das Hand in Hand von privat und Staat (öffentlich-private Partnerschaft) beispielsweise in der Therme in Kleinblittersdorf, die viele Franzosen anzieht. Überhaupt, da sind sich die Fachleute einig, sei das Grenzüberschreitende ein Plus für den Tourismus, nicht nur in Saarbrücken. Hier setzt man auf Geschäftsreisende, auf Kultur, auf Städtereisende und auch auf Gastronomie wie fast überall im Land. Von 529 600 im Jahr 2010 auf 612 900 in 2015 ist die Zahl der Übernachtungen im Regionalverband Saarbrücken gestiegen.

 

Der Tourismus, das sagte Gillo bei der Vorstellung des Tourismuskonzeptes für den Regionalverband, sei ein „junger Wirtschaftszweig“. Viele Investitionen seien erst etwa zehn Jahre alt, etwa der Ausbau der Premiumwanderwege. Oder sogar jünger, wie der Bau der Saarland Therme.

 

Das Saarland plant den Tourismus bis zum Jahr 2025, der Regionalverband Saarbrücken hat zudem eine „Tourismusstrategie 2020“. Im Mittelpunkt für den Regionalverband, zu dem ja auch die Landeshauptstadt gehört, stehen der Kultur- und Städtetourismus verbunden mit dem Geschäftstourismus, sagte Gillo in Sulzbach. Geschäftstourismus, das bedeutet auch Tagungen und Kongresse. Und das sei der Bereich, der die meisten Übernachtungen für die Region Saarbrücken bringe. Der Regionalverbandsdirektor ist sich sicher: Mit einem guten Konzept und einem entsprechenden Standort für Messen lässt sich der Geschäftstourismus weiter ausbauen.

 

Saarbrücken zieht aber nicht nur Geschäftsleute an, es ist auch eine Stadt im Grünen. Der urbane Ballungsraum kann auch Aktivtourismus bieten, etwas Wandern oder Radfahren. Kleinblittersdorf beispielsweise, Heusweiler, Riegelsberg und auch Großrosseln hätten solche Wege, erläuterte der Regionalverbandsdirektor. Und dann ist da noch der Naturtourismus, der in der neuen Konzeption als stark bewertet wird. Was liegt näher, als auch den Urwald vor den Toren der Stadt einzubeziehen?

 

Der Regionalverband, sagte Gillo, habe untersuchen lassen, ob hier Übernachtungsmöglichkeiten für Outdoor-Touristen geschaffen werden könnten. Gemeint sind Campingplätze und Stellplätze für Wohnmobile. Möglicherweise bieten sie weitere Chancen für einen Tourismus im Regionalverband Saarbrücken , der Qualität hat – und wächst.
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