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Wie gefährlich sind saarländische Rockerclubs?

Saarbrücken. Schwere Lederjacken, auffällige Aufnäher, dicke Motorräder: So präsentieren sich Mitglieder von Rockergruppen gern in der Öffentlichkeit. Sie propagieren Ideale wie Freiheit und Gemeinschaftssinn. Immer wieder machen einige aber auch durch bandenmäßige Kriminalität und Fehden untereinander auf sich aufmerksam – auch im Saarland.

So haben Beamte der Ermittlungsgruppe „Rocker“ kurz vor Weihnachten ein Waffen- und Munitionsdepot im Haus eines 42-jährigen Mitglieds des Motorrad- Clubs Lobo im Saarpfalz- Kreis ausgehoben. Bereits Anfang Dezember waren der Mann und zwei weitere Vereinskollegen festgenommen worden. Gegen sie lagen Haftbefehle vor, da sie „seit längerer Zeit in Rauschgiftgeschäfte erheblichen Umfangs“ verwickelt gewesen sein sollen, so die Polizei. Zwei sitzen noch immer in Untersuchungshaft. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Saarbrücken, Thomas Reinhardt, auf Anfrage mitteilte, wurde im Zuge der Ermittlungen auch ein ehemaliges Vereinsheim der Gruppe bei Bexbach durchsucht.

Im Saarland sind verschiedene Rockerclubs aktiv, das Landesinnenministerium nennt auf  Anfrage die Hells Angels, Outlaws, Gremium, Lobo und Road Gang. Diese Gruppen seien in Saarbrücken, Neunkirchen, Homburg und Illingen angesiedelt. Laut Ministerium haben diese Rockergruppen im Land insgesamt 80 bis 100 Mitglieder, wobei die Road Gang am mitgliederstärksten sei.

Zwar seien keine Spannungen zwischen den Rockergruppen im Saarland bekannt, dennoch beschäftigen sie Polizei und Justiz: Insgesamt hat es im Saarland 2012 laut Ministerium drei größere Polizei-Einsätze gegen Mitglieder von Rockergruppen gegeben. „Bis in die jüngste Vergangenheit“ seien strafrechtliche Ermittlungsverfahren gegen einzelne Mitglieder der verschiedenen Gangs geführt worden – „insbesondere wegen Körperverletzungsdelikten, Raubstraftaten sowie Verstößen gegen das Betäubungsmittel- und Waffengesetz“, wie es heißt. Man könne die Anzahl der Verfahren jedoch nicht genau beziffern, sagt Staatsanwalt Reinhardt, denn die „Zugehörigkeit zu einer Rockergruppe ist kein Merkmal, das zu den jeweiligen Verfahren erfasst wird“.

Wie gefährlich sind die Gruppen? „Bei einzelnen Mitgliedern im Saarland dürfte eine gewisse Neigung zur Begehung von Gewaltdelikten bestehen“, lautet die Einschätzung des Innenministeriums, aber „eine grundsätzliche Gefährdung der Bevölkerung wird gegenwärtig nicht gesehen“. In manchen Bundesländern wurden einzelne Motorrad- Vereine verboten. Das rheinland- pfälzische Innenministerium prüft solche Schritte angesichts von 85 Polizei-Einsätzen, die Mitglieder von Motorradclubs im vergangenen Jahr landesweit verursacht haben.

Ob es auch im Saarland zu Verboten von Rockerclubs kommen wird, ist fraglich. Laut Vereinsgesetz können die Länder einen Verein nur verbieten, wenn dieser „seine Zwecke oder seine Tätigkeit den Strafgesetzen zuwiderlaufen“ oder er sich „gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder den Gedanken der Völkerverständigung richtet“. Die Länder sind auch nur dann zuständig, wenn „Organisation und Tätigkeit sich auf das Gebiet eines Landes beschränken“, ansonsten bleibt ein Verbot dem Bund vorbehalten. Soweit die Bedingungen erfüllt seien, „wird ein Vereinsverbot auch als erforderlich angesehen“, teilte das saarländische Innenministerium allgemein mit.

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