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Wie geht es mit den Saar-Kraftwerken weiter?

Ab 2013 werden neben dem Kohlekauf auch der Stromverkauf für die Kraftwerke in Völklingen-Fenne und Weiher (Quierschied) von der Steag-Einheit Beschaffung& Optimierung (B&O) übernommen.

Ab 2013 werden neben dem Kohlekauf auch der Stromverkauf für die Kraftwerke in Völklingen-Fenne und Weiher (Quierschied) von der Steag-Einheit Beschaffung& Optimierung (B&O) übernommen.

Essen/Saarbrücken. Ein loderndes Gerüchtefeuer, dessen Rauch seit längerem durch das Saarland wehte, hat Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE), jetzt endgültig ausgetreten. Bei einer Belegschaftsversammlung des Energieversorgers Steag Power Saar (SPS) machte er am Freitagabend vor etwa 600 Teilnehmern deutlich, „dass die SPS nicht aufgelöst und mit der Steag-Konzernzentrale in Essen verschmolzen wird“. Diese Degradierung des Standorts Saar sollte in der Steag-Aufsichtsratssitzung am 14. Dezember abgesegnet werden. Jetzt ist der Punkt erst mal vom Tisch, denn Vassiliadis hat als Vize-Vorsitzender des Steag-Kontrollgremiums ein gewichtiges Wort mitzureden. Zudem setzte sich die Landesregierung nach eigenem Bekunden mit Nachdruck für den Erhalt der SPS ein. Mit Joachim Rumstadt, dem Vorsitzenden der Steag-Geschäftsführung, „haben die Ministerpräsidentin und ich intensive Gespräche geführt“, sagte Wirtschaftsminister Heiko Maas (SPD). Für die CDU bestätigte dies Fraktionschef Klaus Meiser.

Ganz ist die Gefahr jedoch nicht gebannt. SZ-Informationen zufolge ist der Prüfauftrag nicht vom Tisch, der herausfinden soll, was die billigere Variante der Kraftwerksverwaltung ist. „Ziel ist es, unser Geschäft möglichst effizient und schnell steuern zu können“, sagte gestern ein Unternehmenssprecher.

Schon jetzt werden Kompetenzen in Essen zusammengefasst. Ab 2013 werden neben dem Kohlekauf auch der Stromverkauf für die Kraftwerke in Völklingen-Fenne und Weiher (Quierschied) von der Steag-Einheit Beschaffung& Optimierung (B&O) übernommen. Außerdem soll der technische Service für alle Steag-Kraftwerke ab 2013 in einer neuen Gesellschaft gebündelt werden, so dass auch dieser Bereich der regionalen Verantwortung entzogen wird. Darüber hinaus setzt sich der Arbeitsplatz-Abbau fort, wie Klaus-Dieter Woll, Chef des Steag-Betriebsrats an der Saar, sagte. In diesem Jahr wurden in den Kraftwerken in Fenne 22 Arbeitsplätze abgebaut und in Weiher 17. Im kommenden Jahr fallen dem Aderlass in Fenne weitere zwölf Jobs zum Opfer. Insgesamt beschäftigt SPS noch mehr als 730 Mitarbeiter an der Saar.

Bei den Kraftwerken kann derzeit Entwarnung gegeben werden. Sie werden dem Vernehmen nach nicht infrage gestellt, auch wenn Ende 2012 die Stromlieferverträge mit dem Energiekonzern RWE auslaufen und auch der französische Konzern GDF Suez seine Beschaffungsverträge für die Kraftwerke in Fenne nicht verlängert hat. Dabei ist GDF Suez mit 30 Prozent am Modellkraftwerk in Fenne beteiligt. Der Strom von dort und auch aus Weiher soll künftig über B&O vermarktet werden. Dies laufe gut, sagte Betriebsrat Woll. Nach SZ-Informationen soll das Kraftwerk Weiher bis mindestens Ende 2017 am Netz bleiben. Für das Steag-Kraftwerk Bexbach bestehen noch bis Ende 2016 Stromlieferverträge mit dem Energiekonzern EnBW.

Meinung
Standort mit Tradition
Von SZ-Redakteur Lothar Warscheid


Der traditionelle Energiestandort Saarland mit seinen Kohlekraftwerken und den Kühltürmen als Landmarken ist zwar noch vorhanden – aber wie lange noch? Weil der Strom aus Wind oder Sonne im Netz Vorfahrt hat, bleiben die Kohlekraftwerke immer häufiger kalt. Die Belegschaften drehen Däumchen. Das kann nicht lange gut gehen. Wenn die Stromfabriken ständig rote Zahlen produzieren, werden sie endgültig abgeschaltet. Doch wer soll dann die elektrische Energie liefern, wenn es auch keine Atomkraftwerke mehr gibt? Sonne und Wind sind dazu noch nicht in der Lage. Daher brauchen wir die Kohlekraftwerke bald dringender denn je.
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