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„Wie in der Steinzeit“: Schüler und Lehrer fordern bessere IT-Ausstattung an Schulen

Breitband-Internet und moderne Computer an saarländischen Schulen ? Fehlanzeige – das behauptet zumindest die Landesschülervertretung: Was die technische Ausstattung angehe, herrsche an den meisten Schulen noch tiefste Steinzeit. Die Grundlage für einen modernen Unterricht fehle, kritisiert der Vorsitzende Florian Weimann. Viele Rechner liefen noch mit Windows 98, an manchen Schulen gebe es nicht mal Internet. Er sieht eine gewisse „technikfeindliche Einstellung“ an den Schulen und fordert ein Umdenken: „Andernfalls werden wir von anderen Ländern überholt.“

Die Landeselternvertretung der Gemeinschaftsschulen schließt sich dieser Kritik in weiten Teilen an. „Die technische Ausstattung ist verbesserungswürdig“, sagt die Vorsitzende Judith Franz-Lehmann. Allerdings sei dies von Schule zu Schule unterschiedlich. Wenn vor Ort die technischen Voraussetzungen, etwa ein Breitband-Anschluss, nicht gegeben seien, könne die Schule auch nicht viel machen.

Unterstützung kommt auch von Seiten der Lehrer . „Investitionen in die mediale Ausstattung sind eine Voraussetzung für modernen Unterricht“, sagt Marcus Hahn, Vorsitzender des Saarländischen Philologenverbandes. Er ist überzeugt, dass dies auch zu besseren Schulleistungen führen würde. Eine aktuelle Pisa-Studie in 31 OECD-Ländern kommt zu einem anderen Ergebnis. Demnach bringt mehr Zeit am Computer Jugendlichen nicht unbedingt zusätzliche Lernkompetenz. Hahn widerspricht: Langfristig würden sich Verbesserungen zeigen.

Statistisch müssen sich 4,2 Schüler in Deutschland einen Rechner teilen. Damit liegt das Land auf Platz 28 unter den 34 OECD-Ländern. Dass sich das ändern muss, dieser Meinung ist auch der Wirtschaftsinformatiker August-Wilhelm Scheer, der den IT-Gipfel der Bundesregierung 2016 mit vorbereitet. Auch er sieht die deutschen Schulen noch in der „digitalen Steinzeit“. Andere Länder, wie Großbritannien oder Australien, seien hier schon weiter. Scheer verweist auf die Vorteile digitaler Bildung: spielerischer Zugang zu Wissen, aber auch eine individualisierte Ausbildung. „Die Schulen werden heterogener, immer mehr Schüler haben einen Migrationshintergrund“, sagt er. Umso wichtiger sei es, auf die Bedürfnisse des Einzelnen einzugehen.

Im Bildungsministerium weiß man gar nicht genau, wie es um die IT-Ausstattung an den Schulen bestellt ist – die Zahlen werden nicht erhoben. Die letzte Statistik stammt aus dem Jahr 2011. Damals war nur an 18 der 314 allgemeinbildenden Schulen in jedem Klassenzimmer ein Computer vorhanden. „Nach unserer Einschätzung sind die Schulträger durchaus bemüht, eine angemessene Versorgung mit Computern und Software zu gewährleisten“, sagt eine Sprecherin. Dies sagt auch Margit Jungmann, die beim Landkreistag der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Schulverwaltungsämter vorsteht: „Wir kommen unseren Verpflichtungen auf alle Fälle nach.“ In regelmäßigen Abständen werde die Ausstattung modernisiert, aber: „Wir können nicht jedes Jahr an allen Schulen die Geräte ersetzen.“ Sie empfiehlt den Schülern, sich im Einzelfall über die Schulleitung an den Schulträger zu wenden, dann lasse sich sicher eine Lösung finden.

Darauf weist auch die Ministeriumssprecherin hin. Sie betont zudem, dass das Ministerium eine Reihe von Fortbildungen für Lehrer zum Thema Medienkompetenz anbiete. Doch die Ausbildung der Lehrer ist Hahn zufolge gar nicht das Problem: Es sei doch verrückt, Lehrer darin zu schulen, mediengestützten Unterricht zu halten, wenn sie in der Praxis gar nicht die Voraussetzungen dafür vorfänden.
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