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Wie man im Saarland Jugendliche motivieren will

2000 Ausbildungsstellen sind im Saarland frei. Alleine das Handwerk bietet 130 Berufe an. Foto: dpa

2000 Ausbildungsstellen sind im Saarland frei. Alleine das Handwerk bietet 130 Berufe an. Foto: dpa

. Gisbert Eisenbarth arbeitet seit über 30 Jahren mit Jugendlichen. Der Geschäftsführer des Bildungsträgers CEB in Merzig ist davon überzeugt: „Jeder kann es schaffen.“ Damit meint Eisenbarth die Fähigkeit, sich Werte wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit anzueignen und das Durchhaltevermögen zu entwickeln, einen Schulabschluss und eine Ausbildung zu packen. Eisenbarth traut dies auch allen zu, die noch nicht den Hauptschulabschluss erreicht haben.

 

Man brauche nur eine Voraussetzung: „Man muss Interesse zeigen.“ Das gelte aber auch für die Eltern. „Sie können ihren Kindern den größten Dienst erweisen, in dem sie sich für sie interessieren: für ihr Leben, für ihre Ausbildung. Sie sollten sich beispielsweise regelmäßig das Berichtsheft zeigen lassen, das der Auszubildende anfertigen muss, und auch Tipps geben.“

 

Einen verlässlichen Partner fänden benachteiligte Jugendliche in immer mehr Unternehmen im ganzen Saarland. „Die Betriebe sind bereit, auch Jugendlichen mit Lernschwächen eine Chance zu geben. Sie bestehen aber auf Pünktlichkeit und Verlässlichkeit. Die Motivation muss erkennbar sein.“ Eisenbarth erkennt generell einen steigenden Anteil von Jugendlichen, die eine Ausbildung machen wollen. Bildungsträger wie die CEB und zahlreiche andere Institutionen im Saarland unterstützen dies mit einer intensiven Betreuung der Jugendlichen in fachlichen und sozialen Fragen. Auch Heidrun Schulz, die Chefin der Regionaldirektion Saarland-Rheinland-Pfalz der Bundesagentur für Arbeit (BA), appelliert an junge Menschen, sich ins Zeug zu legen für eine Ausbildung, denn Ungelernte hätten heute keine Chance mehr, eine langfristige Beschäftigung zu finden. Ständige Gelegenheitsjobs seien ja wohl keine überzeugende Alternative. Rund 23 Millionen Euro stellt die BA jährlich für Weiterbildung und Qualifizierung in der Region zur Verfügung.

 

Auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) des Saarlandes nimmt nach Auskunft Peter Nagel, Geschäftsführer für Aus- und Weiterbildung , Ungelernte ohne Hauptschulabschluss „an die Hand“. Hier vermitteln Betreuer Praktika in Betrieben. Gleichzeitig werde in dieser Zeit schon versucht, Schwächen wie in Deutsch oder Mathematik möglichst zu beseitigen, um sie in die Lage zu versetzen, eine reguläre dreijährige Ausbildung zu absolvieren. Auch Nagel betont, Weiterbildung und Karrierechancen seien bei Saarländern derzeit „in“. Erst kürzlich hätten im Bereich der Metall- und Elektroindustrie 300 junge Leute ihren Meister gemacht. Handwerkskammer-Präsident Bernd Wegner und Hauptgeschäftsführer Arndt Klein-Zirbes fordern das Land auf, in der finanziellen Förderung die berufliche Bildung der akademischen Bildung gleichzustellen. Das Handwerk biete derzeit in noch fast allen 130 Berufen Lehrstellen an. Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger ( SPD ) verweist auf insgesamt 2400 offene Ausbildungsstellen. Das Land werde Jugendliche mit schlechteren Startchancen noch stärker fördern, etwa durch weitere sozialpädagogische und schulische Zusatzangebote während der Ausbildung. . Die Arbeitslosigkeit im Saarland ist im Juli leicht gestiegen. Demnach waren 37 300 Frauen und Männer davon betroffen (Quote: 7,2 Prozent), das sind 200 oder 0,5 Prozent mehr als im Vormonat, 300 oder 0,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anstieg hängt nach Auskunft von Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Saarland-Rheinland-Pfalz der Bundesagentur für Arbeit , auch mit den Flüchtlingen zusammen. Da die Bearbeitung der Anträge auf Anerkennung an der Saar im Bundesvergleich besonder schnell erfolgt, stünden anerkannte Flüchtlinge auch dem Arbeitsmarkt schneller zur Verfügung. Dementsprechend reihten sie sich mit allen anderen Personengruppen auf der Suche nach Arbeit in den Jobcentern ein. Rheinland-Pfalz schneide bei der Geschwindigkeit in der Berarbeitung von Asylanträgen schlechter ab. Deshalb werde die Arbeitslosigkeit dort erst später steigen, da auch die Flüchtlinge dort dem Arbeitsmarkt erst später zur Verfügung stehen.

 

Vermehrt hätten sich auch Jugendliche zum Ende ihrer Ausbildung arbeitslos gemeldet. Schulz geht davon aus, dass diese jungen Saarländerinnen und Saarländer schnell einen neuen Job finden. Auch meldeten sich im Juli mehr Frauen als Männer arbeitslos.

 

Bundesweit stieg die Arbeitslosigkeit ebenfalls an. Mit insgesamt 2,66 Millionen Betroffenen waren 47 000 Bundesbürger mehr auf der Suche nach einem Job als noch im Juni. Allerdings ist die Juli-Arbeitslosigkeit auf dem niedrigsten Wert seit 25 Jahren angekommen. Verglichen mit dem Vorjahreswert ist die Zahl der Betroffenen sogar um insgesamt 112 000 zurückgegangen.
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