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Wie sehen Armut und Reichtum im Saarland aus?

„Ich fühle mich reich, wenn ich den Pfennig nicht drei Mal umdrehen muss“, steht mit blauem Stift auf der weißen Papiertischdecke geschrieben. „Jede neue Tafel ist ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft“ auf einer anderen. An einer Wand hängt etwa ein Dutzend weiterer beschriebener Tischdecken, auf denen es um Armut und Reichtum geht, um deren Ursachen und Folgen. Rund fünf Stunden haben etwa 50 Vertreter von Sozial- und Wohlfahrtsverbänden, aber auch von Kirchen und  Vereinen am Samstag beim Bürgerforum in Saarbrücken darüber diskutiert. Es ist das erste von zwei Foren, deren Ergebnisse im kommenden Jahr in den Armuts- und Reichtumsberichts für das Saarland einfließen sollen.

, sagte der Minister  und stellte eine Fortführung dieser Form der Bürgerbeteiligung in Aussicht. Storm selbst war während der Debatte nicht dabei. „So kommt die Diskussion leichter in Gang“, erklärte er.

In Kleingruppen von sechs bis acht Personen wurden anschließend verschiedene Aspekte diskutiert, die wichtigsten Erkenntnisse auf Tischdecken notiert. Mit Armut und ihren Folgen hatten die Anwesenden schon Erfahrung. In ihren Verbänden und Vereinen arbeiten sie an der Basis. Auch Menschen, die selbst von Armut betroffen sind, waren am Samstag dabei. Etwa Beate Philippi: „Ich habe 20 Jahre auf der Straße gelebt. Dann bin ich in die Wärmestube gekommen und habe mich dort hochgearbeitet“, erzählt sie. Françoise Knaack-Hitti ist Landesvorsitzende des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter. „Das Bürgerforum ist ein Pilotprojekt für Bürgerbeteiligung. Es waren ausgewählte Leute aus der Ehrenamtsarbeit dabei, die von ihren Erfahrungen berichtet haben. Das war sehr interessant.“ Besonders schwer taten sich die Teilnehmer  mit der Frage, was Reichtum sei. „Ich kenne keine Reichen“, hinterließ jemand schriftlich auf einer Tischdecke. Viele maßen dem Wort Reichtum eine ideelle Bedeutung zu: ein Dach über dem Kopf, eine Familie, Liebe.

Außerdem formulierten die Teilnehmer des Bürgerforums auch ihre Erwartungen, wie der Bericht erstellt, die Ergebnisse analysiert und schließlich ausgewertet werden sollen. Einige dieser Anregungen nahm Sozialminister Storm am Ende der Veranstaltung gleich auf. So solle beim zweiten Bürgerforum im Oktober oder November diskutiert werden, ob der Bericht bereits konkrete Handlungsempfehlungen enthalten soll. „Wir überlegen auch, ein drittes Bürgerforum zu veranstalten, bei dem die Ergebnisse präsentiert werden“, sagte Storm. 2014 soll der Armuts- und Reichtumsbericht für das Saarland erstellt werden, 2015 dann vorliegen.
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