L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

L125

Priorität: Dringend

19°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
19°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Wie sehen Saarländer die französische Alkoholtest-Vorschrift?

Kreis Saarlouis. Ab 1. Juli müssen alle Autofahrer, auch Touristen, einen Alkohol-Schnelltester im Auto haben, wenn sie über die Grenze nach Frankreich fahren. Die französische Regierung will mit der neuen Vorschrift für mehr Sicherheit sorgen. Autofahrer sollen sich fortan selbst testen, bevor sie sich hinters Steuer setzen. Polizeikontrollen soll der Tester aber nicht ersetzen.

Maria König ist skeptisch. „Ich glaube nicht, dass sich alle Touristen dazu zwingen lassen, so ein Teil mit sich zu führen. Das wird sich nicht durchsetzen.“ Mit ihrem Mann wohnt sie in Überherrn direkt an der französischen Grenze und fährt regelmäßig ins Nachbarland. Ein Test-Röhrchen werden sie sich nicht kaufen. „Wenn man Auto fahren will, trinkt man eben keinen Alkohol“, sagt Arnold König.

Stefan Göres aus Dillingen fährt ab und zu zum Einkaufen nach Metz. „Diese Regel ist einfach Abzocke“, sagt er. Ob er sich selbst einen Tester kaufen wird, weiß er noch nicht. „Jeder sollte selbst wissen, wie viel er getrunken hat“, sagt Siegfrid Neumann aus Lebach. „Dazu sollte er gar kein Testgerät brauchen.“

Manuela Damen aus Leidingen findet die Idee der Nachbarregierung gut. „Vielleicht wird es dadurch tatsächlich weniger Unfälle geben“, sagt sie und ist überzeugt: „Die Leute werden sich so einen Tester kaufen, um einer Strafe zu entgehen. Und wenn sie erst einmal einen haben, werden sie ihn auch ausprobieren wollen.“ Da ist sich Markus Altmayer aus Roden nicht so sicher. „Jemand, der sich alkoholisiert ins Auto setzt, lässt sich auch nicht von einem Test abhalten.“

Fritz Knorsch aus Wallerfangen ist häufig in Frankreich unterwegs, auch beruflich. Er sagt: „Die Strafen sind sicher nicht teurer als diese Alkoholtestgeräte. Auf die Kontrollen bin ich mal gespannt.“

„Viele werden es wohl auf die Strafen anlegen“, glaubt Gabriele Herrmanns aus Ensdorf. „Allein schon aus Schusseligkeit. Sie werden den Test entweder nicht machen, oder sich nicht andauernd neue Einweg-Röhrchen kaufen.“ Auch Julie Jost aus Saarlouis hält nicht viel von der französischen Vorschrift. „Die Polizei kontrolliert doch. Eigene Tests sollten gar nicht nötig sein, wenn man erwachsen ist“, sagt sie. In Frankreich gilt wie in Deutschland die Promillegrenze 0,5.

Wer mit dem Auto nach Frankreich fährt, sollte sich ab Juli mit den Test-Röhrchen ausrüsten. Es gibt sie in Apotheken, Kaufhäusern und im Internet für 1,50 bis 5 Euro.

Hintergrund

Bei rund 31 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle in Frankreich ist Alkohol die Ursache. Zum Vergleich: Laut Zahlen des ADAC liegt diese Zahl in Deutschland bei 9,4 Prozent.

Wer bei einer Kontrolle kein unbenutztes Test-Röhrchen vorweisen kann, muss ab November mindestens elf Euro Bußgeld zahlen. kj
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein