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Wie sieht's für den Saar-Tourismus in Zukunft aus?

2025 wird es nicht nur weniger Auszubildende und Mitarbeiter geben, auch die Zahl möglicher Kunden geht für die Tourismus-Branche zurück. Sie muss bereits jetzt Konzepte für die Zukunft entwickeln.

2025 wird es nicht nur weniger Auszubildende und Mitarbeiter geben, auch die Zahl möglicher Kunden geht für die Tourismus-Branche zurück. Sie muss bereits jetzt Konzepte für die Zukunft entwickeln.

Saarbrücken. Der demografische Wandel wird für die saarländische Tourismuswirtschaft zu einer großen Herausforderung. Das ist ein Ergebnis des aktuellen Tourismus-Barometers, das die Forscher von dwif Consulting im Auftrag der Sparkassen-Finanzgruppe erstellt haben. Tourismus-Betrieben, die hoffen, dass die zukünftigen Senioren in Deutschland häufiger Urlaub im eigenen Land machen, nahm Studienautorin Susanne Grasegger den Optimismus. Inlandsreisen würden tendenziell bis 2025 um fünf Prozent zurückgehen. Und auch die Zahl der Kurzurlaube werde sich verringern. Der Grund: Die Senioren behalten ihr Reiseverhalten bei und setzen weiter auf Auslandsreisen. Einzig bei den Tagestouristen werde das Saarland zulegen können: Hier sei eine Aufwärtsbewegung auf 26,6 Millionen möglich, ein Plus von fast fünf Prozent. „Die Tourismus-Betriebe müssen sich neue Konzepte einfallen lassen und das Saarland bei den jetzt 55-Jährigen attraktiv machen“, sagt Grasegger.

Doch nicht nur bei den Kunden bringt der demografische Wandel Engpässe mit sich – auch bei den Mitarbeitern werden es die Betriebe schwerer haben, denn auch die Zahl der Schulabgänger geht massiv zurück: „Angesichts der Tatsache, dass schon jetzt zwölf Prozent der Ausbildungsstellen nicht besetzt sind, ist das eine dramatische Entwicklung“, sagt Grasegger.

Zwar beleuchtet das Tourismus-Barometer große Herausforderungen für die Zukunft, gleichzeitig zeigen die aktuellen Zahlen aber auch, dass sich die Tourismus-Branche an der Saar gut entwickelt hat: 2011 wurden mit 2,33 Millionen Gästen im Saarland und einem Plus von 4,6 Prozent so viele Übernachtungsgäste gezählt wie nie zuvor. Zwar verzeichnete die Branche in den ersten neun Monaten dieses Jahres mit 1,9 Prozent Rückgang ein Minus, das sei aber auch dem starken Vorjahr geschuldet, sagt Mathias Feige, der gemeinsam mit Grasegger die Studie erstellt hat. Vor allem bei Naturerlebniszentren und Freizeitzentren ist der Studie zufolge ein Minus zu beobachten. Feige betont die Bedeutung vor allem der ausländischen Gäste für das Land: „Die ausländischen Besucher sind für den Saarland-Tourismus entscheidend“, sagt er. Die Zahl der Übernachtungen ausländischer Besucher hat 2011 um 21 Prozent auf 278?600 zugenommen.

Feige sieht das Saarland als aufstrebende Tourismus-Region. Dabei vergleicht er das Land auch mit den boomenden Großstädten: „Auf engem Raum eine große Erlebnisdichte bieten, das können Sie auch“, sagte er.

Wirtschaftsminister Heiko Maas betonte die Bedeutung der Tourismus-Branche mit ihren 32?000 Arbeitsplätzen und einem Umsatz von 1,3 Milliarden Euro im Saarland. Vor allem Projekte wie die Saarland-Therme oder den geplanten Ferienpark Bostalsee lobte er als touristische Leuchtturm-Projekte. Gerade wegen der Bedeutung der Branche für das Land werde sie trotz aller Sparzwänge weiterhin mit 13 Millionen Euro Fördergeldern unterstützt, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Barke. Und Sparkassen-Präsident Franz Josef Schumann freute besonders, dass auch der Tatort ab 2013 nicht nur die düsteren, sondern auch mal die schönen Seiten des Saarlandes zeigen will.

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