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Wie viele Lehrer braucht das Land? Bildungsminister Commerçon (SPD) fordert 130 Stellen

Die CDU-Landtagsfraktion gibt sich bei der Schaffung zusätzlicher Lehrerstellen wegen der gestiegenen Zahl von Flüchtlingskindern zurückhaltend. Zwar sind sich CDU und SPD einig darüber, dass weitere Lehrer benötigt werden, über die konkrete Zahl jedoch nicht. Bildungsminister Ulrich Commerçon ( SPD ) rechnet im ersten Schulhalbjahr bis Ende Januar mit mindestens 4000 schulpflichtigen Kindern und geht von einem Bedarf von 130 Lehrerstellen aus (die SZ berichtete).

Der CDU-Landtagsabgeordnete Peter Strobel sagte nun, 130 sei „eine ganz schöne Hausnummer“, und erklärte: „Im großen Stil Lehrer einzustellen, macht keinen Sinn, solange die konkreten Zahlen nicht auf dem Tisch liegen.“ Erst wenn klar sei, wie viele Flüchtlingskinder tatsächlich in die Schulen kommen, könne man dies festlegen. An der Einhaltung der Schuldenbremse müsse aber festgehalten werden, betonte er – um die Konsolidierungshilfen des Bundes nicht zu verlieren, aber auch um die eigene Verhandlungsposition bei den Bund-Länder-Finanzgesprächen nicht zu gefährden.


Die Opposition dringt derweil auf eine schnelle Einigung. Barbara Spaniol von den Linken erklärte, die grundsätzliche Einsicht, dass weitere Lehrer gebraucht werden, reiche nicht aus: „Wir müssen wissen: Wie viele Stellen sollen wann wo genau geschaffen werden?“ Bislang hält sich das Bildungsministerium bedeckt: Die Beratungen innerhalb der Landesregierung liefen, heißt es lediglich. Auch ist unklar, welche Auswirkungen dies auf den ursprünglichen Plan hat, bis 2020 588 Lehrerstellen abzubauen.

Befürchtungen, dass nicht genug Anwärter vorhanden sind, um die zusätzlichen Lehrerstellen zu besetzen, versuchte SPD-Fraktionschef Stefan Pauluhn gestern zu beschwichtigen: Derzeit lägen genug Bewerbungen vor. Wie das in einem halben Jahr aussieht, sei aber unklar, räumte er ein. Der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband (SLLV) hatte erklärt: „Der Grundschullehrermarkt ist leergefegt.“

Die Opposition wirft der Landesregierung in dieser Hinsicht Versäumnisse vor. Sie habe sich in der Vergangenheit nicht ausreichend um Lehrernachwuchs bemüht, kritisierte Jasmin Maurer (Piraten). Im Ländervergleich hinke das Saarland zudem bei der Besoldung von Grundschullehrern hinterher, erklärte Spaniol: „Das ist kein Vorteil im Wettbewerb um neue Lehrkräfte.“ Grünen-Vizefraktions-Chef Klaus Kessler plädierte dafür, im Notfall auf Lehrer aus anderen Schulformen zurückzugreifen.
  Zum Thema: Der Vorschlag von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer ( CDU ), im Landtag einen Ad-hoc-Ausschuss zu allen Flüchtlingsfragen einzurichten, an dem auch Kommunen und Landkreise beteiligt wären, wird von allen Fraktionen begrüßt. Er sei wichtig, um Informationen zu bündeln und Kommunen und Kreise besser einzubinden, hieß es. Allerdings sprach sich die Opposition dafür aus, den Ausschuss öffentlich zu machen. Das lehnt die CDU-Fraktion ab. Wenn etwa in der Abstimmung mit den kommunalen Mandatsträgern „auf jedes Wort geachtet“ werden müsse, erschwere dies die Arbeit des Ausschusses, erklärte der CDU-Landtagsabgeordnete Peter Strobel . noe
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