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Wieder freie Fahrt nach Paris

In jüngster Zeit gab es auf der ICE-Strecke nach Paris viele Verspätungen und Zugausfälle. Jedoch sollen über die Feiertage wieder alle Zugeinheiten in Betrieb genommen werden, verspricht die Deutsche Bahn.


Saarbrücken.
Die Hochgeschwindigkeitsverbindung von Saarbrücken nach Paris und Frankfurt, die vor 18 Monaten eröffnet wurde und dem Saarland neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnen sollte, steht unter keinem guten Stern. In Lothringen titelte die Tageszeitung „Républicain Lorrain“ dieser Tage: „Der ICE – die große Desillusionierung.“ Die Saarbrücker Oberbürgermeisterin Charlotte Britz wandte sich an den Bahnchef Hartmut Mehdorn und forderte sein persönliches Engagement ein: „Da diese Verbindung für Saarbrücken und die Region von großer Bedeutung ist, bitte ich Sie dringend um Ihre Hilfe, damit diese Situation baldmöglichst beendet wird.“ Und der Forbacher Bürgermeister Laurent Kalinowski gab den ostfranzösischen Zeitungen zu Protokoll: „Ich bin wütend.“

Was war geschehen? Seit über einem halben Jahr gibt es mit den deutschen Hochgeschwindigkeitszügen eine nicht abreißende Serie von Pannen und technischem Versagen. Zuerst blieb am 16. Mai ein ICE auf dem Weg nach Paris wegen eines Kabelbrandes auf der Strecke liegen. Deshalb konnten an diesem Freitag auch viele Deutsche, die in Paris auf einen Zug Richtung Frankfurt warteten, ihre Rückreise nicht rechtzeitig antreten. Danach musste die ICE mehrfach zur Inspektion in die Werkstatt, nachdem im Kölner Bahnhof an einem der superschnellen Züge eine Achse gebrochen war. Und schließlich fielen zwei weitere Züge aus, nachdem Schottersteine, die sich bei einem Tempo von 320 Stundenkilometern aus dem Schotterbett gelöst hatten, gegen die Unterseite zweier Triebeinheiten geknallt waren. Deshalb kam es in der Folge zu vielen Verspätungen. Mehrfach mussten ICE-Passagiere in Homburg oder St. Ingbert die Züge wechseln. Dabei ereigneten sich auf den engen Provinzbahnsteigen auch Unfälle. Deshalb schrieb Charlotte Britz jetzt an Mehdorn: „Leider sorgen gerade in letzter Zeit Zugausfälle und Verspätungen für Unmut bei vielen Ihrer Kunden. Passagiere müssen immer öfter in Saarbrücken den Zug wechseln, weil die wenigen Frankreich-tauglichen ICE nicht bis Frankfurt durchfahren.

Zugverspätungen von über 20 Minuten waren in jüngster Zeit an der Tagesordnung.“ In Forbach, direkt auf der anderen Seite der Grenze, sind die Klagen über die Unzuverlässigkeit des Schienenschnellverkehrs noch massiver. Dort weist Bürgermeister Kalinowski darauf hin, dass der Ausfall von Zügen häufig nicht rechtzeitig angesagt werden, wobei man Verständigungsprobleme zwischen Deutschland und Frankreich nicht ausschließt. Hinzu kommen häufige Verspätungen, der Einsatz neuer Einheiten, für die Platzreservierungen nicht mehr gelten, und eine Reihe weiterer Unannehmlichkeiten. Aus der Sicht der Bahn, so DB-Pressesprecher Torsten Sälinger, stellt sich das Problem folgendermaßen dar: Es gibt sechs ICE-Einheiten für die Strecke nach Paris. Nur diese sechs können in Frankreich eingesetzt werden. Ausgefallen war aber eine Einheit wegen Kabelbrand und zwei weitere wegen Schotterschäden. Dies habe zwangsläufig zu Engpässen geführt. Doch nun, so Sälinger, soll der wegen Brandes ausgefallene Zug wie die nach Steinschlag reparierten Einheiten über die Feiertage wieder in Betrieb genommen werden.
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