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Wiedersehen mit "Familie Heinz Becker" im Saartalk

Die Kabarettisten und Schauspieler Alice Hoffmann (»Hilde Becker«) und Gerd Dudenhöffer (»Heinz Becker«) mit den beiden Moderatoren, SR-Chefredakteur Norbert Klein und SZ-Chefredakteur Peter Stefan Herbst (von links).

Die Kabarettisten und Schauspieler Alice Hoffmann (»Hilde Becker«) und Gerd Dudenhöffer (»Heinz Becker«) mit den beiden Moderatoren, SR-Chefredakteur Norbert Klein und SZ-Chefredakteur Peter Stefan Herbst (von links).

Herbst: Die Landesregierung und die IHK haben gerade eine neue Image-Kampagne für das Saarland vorgestellt: „Großes entsteht immer im Kleinen“ – wie gefällt Ihnen der Slogan?
Hoffmann: (...) Es hört sich so an wie: „Wir wollen unbedingt gerne groß sein, wir sind aber doch so klein, aber vielleicht werden wir ja groß.“ Ich finde es keine gelungene Parole für das Saarland, das mit ganz anderen Dingen Werbung machen könnte. Zum Beispiel mit seiner Natur, das vermutet niemand hier. Ich selbst habe Familie in Israel, die jedes Mal begeistert war und sich gefragt hat: Warum wird dafür nicht Werbung gemacht? Es gäbe viele Israelis, die im Saarland Urlaub machen würden, wenn sie wüssten, wie schön es da ist. (...)

Herbst: Sollten die Saarländer selbstbewusster auftreten, wenn sie unterwegs sind?
Dudenhöffer: Das würden sie auch, man muss es ihnen nur richtig verkaufen. Man muss die Leute dazu bringen, dass sie sich – bildlich gesprochen – an der Hand nehmen und sagen: Wir sind Saarländer. Aber das geht nicht mit einer Kampagne, die man erfindet, sondern das müssen die Medien und die Politik Land und Leuten klarmachen: Wir sind wer! Und solange das nicht passiert, meinen die Leute auch, sie sind niemand.

Herbst: Sie sind beide durch „Familie Heinz Becker“ bekannt geworden, aber das ist ja ein bisschen im Streit auseinander gegangen, sogar beinahe im Rechtsstreit. Wäre heute nicht ein guter Tag für eine Versöhnung?
Dudenhöffer: (...) Eine Versöhnung in der Form ist gar nicht nötig, weil der Streit auch ein bisschen konstruiert war. (...) Wir haben uns nie getroffen und darüber geredet, das würde ich heute anders machen. Ich würde den Kontakt suchen und fragen: Wie siehst du das? Wie sehe ich das? Kommen wir da wieder zusammen? Das hat man ein bisschen schleifen lassen. Mittlerweile sind fast 20 Jahre ins Land gegangen, aber eine Versöhnung steht nicht an, weil wir persönlich nie etwas gegeneinander hatten.

Klein: Kein Rosenkrieg?
Hoffmann: Nicht, dass ich wüsste. (....) Wir hatten keinen Kontakt. Ich habe vom WDR ein Schreiben bekommen: Der Vertrag ist storniert. Ich habe nie eine Begründung erfahren. (...)

Herbst: Er hatte ja nach Ihnen eine andere Partnerin in der „Familie Heinz Becker“. Weinen Sie dieser Zeit nach, hätten Sie es gerne noch ein bisschen länger gehabt?
Hoffmann: Ich hätte es gerne noch länger gehabt, ich könnte es mir bis heute noch vorstellen. Ich fand das eine tolle Sache. Für mich war der Ausstieg allerdings auch keine Katastrophe, ich hatte ja vorher auch schon Kabarett gemacht, und danach kamen die Leute auch in fremden Städten ins Theater. Das war für mich ein sehr gutes Sprungbrett.

Klein: Eine Neuauflage kommt für Sie nicht infrage?
Dudenhöffer: Grundsätzlich hatte ich ja mal die Idee. Ich hatte beim WDR vor zwei, drei Jahren angeklopft. Da wurde ich gebeten, ein Exposé über die „Familie Heinz Becker“ zu schreiben. Ich habe gesagt: Jetzt habe ich 42 Drehbücher geschrieben, ich schreibe kein Exposé, ich muss doch nicht erklären, was „Familie Heinz Becker“ ist. So ist das gestorben. Es sollte eine etwas abgespeckte Version sein, mehr Kabarett, mehr Satire zu Hause in der Enge, wo die drei kommunizieren oder auch nicht kommunizieren. (...)

Herbst: Ihre gemeinsame Zeit bei „Familie Heinz Becker“ ist lange her. Wenn Sie sich heute in die Augen sehen: Könnten Sie sich vorstellen, noch einmal etwas zusammen zu machen?
Dudenhöffer: Da wir Profis sind, absolut. Sie war eine Partnerin mit einer hohen Loyalität dem Team gegenüber, auch immer texttreu und unheimlich belastbar. (...) Sie ist ein absoluter Profi, es hat schon sehr viel Spaß gemacht, am Set zu arbeiten.
Hoffmann: (...) Wieso konnte ich so texttreu sein? Weil die Texte einfach genial geschrieben waren. Ich habe das damals schon gesagt, und ich wiederhole das heute: Für mich ist Herr Dudenhöffer ein wahrer Dichter in dem Sinn, dass es ihm gelingt, Gesellschaftskritik und witzige Tatbestände des Alltagsleben in Szenen zu verdichten. (...)

Herbst: Sie sind seit 15 Jahren nicht mehr im Saarland aufgetreten. Warum tun Sie das nicht? Sie enttäuschen damit doch auch ein bisschen Ihre Fans hier im Saarland.
Dudenhöffer: Irgendwann musste ich mich entscheiden. (...) Es ging damals auch ans Private, an die Familie. Ich habe gemerkt: Da schnürt sich etwas immer mehr zu, da ist eine Kraft, die ist gegen mich. Da habe ich damals gesagt: Ich trete hier nicht mehr auf, weil ich es mir nicht mehr leisten will, auf die Bühne zu gehen und da schon vermute: Die wollen mich eigentlich gar nicht sehen.

Klein: Frau Hoffmann, wo ist Ihr Publikum am dankbarsten?
Hoffmann: In der Pfalz, muss ich ehrlich sagen. Ich will aber die Saarländer in Schutz nehmen: Wenn ich saarländisch schwätze, ist das für sie ja nix Spaßiges. (...) Ich bin dann zu viel Saarländer, um im Saarland so anzukommen wie in der Pfalz. Natürlich habe ich auch ein Publikum hier. Aber tatsächlich sind Pfälzer, Hessen, Baden-Württemberger noch begeisterter.
 
www.saarbruecker-zeitung.de/saartalk
www.sr-online.de  
„Eine der besten Serien, die ich je gesehen habe“ Zum Abschluss des Saartalks gilt es für die Gäste, eine Reihe von kurzen Sätzen schnell und möglichst spontan zu ergänzen.

Herbst: Die größte Stärke des Saarlandes ist ...
Hoffmann:...seine landschaftliche Schönheit.

Klein: Die größte Schwäche des Saarlandes ist, ...
Dudenhöffer:...sich nicht richtig darzustellen.

Herbst: Die Serie „Familie Heinz Becker“ war für mich ...
Hoffmann:... eine der besten, die ich je gesehen und auch gemacht habe.

Klein: Die Figur Heinz Becker ist für mich ...
Dudenhöffer:... die richtige, für mich überzeugende Art, meine Komik auf der Bühne darzustellen.

Herbst: Frau Hoffmann, ich trete bei der Linkspartei auf, weil...
Hoffmann: ... sie die einzige Partei ist, die sich für Schwache einsetzt, und ich bin ein sozial eingestellter Mensch.

Klein: Herr Dudenhöffer, ich bekenne mich zu Annegret Kramp-Karrenbauer, weil ...
Dudenhöffer:... ich im Moment den Einruck habe, dass sie es nicht schlecht macht und dass sie sich für Land und Leute, für das Saarland, stark macht. Wenn es so bleibt, ist es okay.

Herbst: An Gerd Dudenhöffer schätze ich besonders, dass...
Hoffmann: ... er ein großer Künstler ist.

Klein: An Alice Hoffmann schätze ich besonders, dass...
Dudenhöffer:...sie heute gekommen ist.
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