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Wildes Parken nervt die Anwohner in Malstatt

Malstatt. Die Stadt hat etwas Gutes getan – und damit nahm das Elend seinen Lauf. So sehen das offenbar nicht wenige Menschen, die im unteren Malstatt wohnen. Das Gute: Der Parkplatz zwischen Tankstelle und Stromstraße wurde von der städtischen Tochterfirma KBS schön herausgeputzt. Er wurde aber auch mit einer Schranke und einem Ticketautomaten versehen. Und – das ist das Elend – seitdem suchen sich Autofahrer kostenlose Parkplätze in den umliegenden Straßen.

Zu „einem echten Schmuckstück“ sei der Parkplatz geworden, sagt Edgar Hepper, der um die Ecke wohnt. Oder wie es eine ältere Malstatterin sagt: „rischdisch scheen gemacht“. Auf die Frage, was das für das Viertel heißt, winkt sie ab. Die Karikatur des Saarländers, Heinz Becker, hätte diese Handbewegung mit der Aufforderung versehen: „Geh fott!“
Im Januar hat die KBS angefangen, den Parkplatz in der Stromstraße, aber auch die bisher ebenfalls kostenlosen Stellflächen in der Brauer- und Schützenstraße im Stadtteil St. Johann zu sanieren. Und zwar nicht auf Kosten der Steuerzahler, wie KBS-Geschäftsführer Manfred Dörr damals betonte, sondern auf Kosten derer, die die Plätze nutzen.  „Wer den Nutzen hat, soll auch dafür zahlen“, sagte Dörr.



Obwohl die Parkgebühren auf den KBS-Plätzen verglichen mit denen für andere Parkplätze in der Stadt niedrig sind, sehen offenbar viele Berufspendler und Menschen, die das Angebot der Breitestraße nutzen, nicht ein, dass sie nun dort zahlen sollen, wo sie jahrelang kostenlos geparkt haben.
Seit man dort zahlen muss, stehe der Parkplatz „fast leer“ und das untere Malstatt sei ein „Parkplatzkampfgebiet“, sagt Edgar Hepper. Er hat das mit Fotos dokumentiert, die er in diesen Tagen an die Stadtverwaltung schicken will. Hepper hat allerdings nicht nur den wenig genutzten Parkplatz fotografiert, sondern auch den „täglich anhaltenden Kampf um kostenfreie Parkmöglichkeiten“ dokumentiert.

Dieser Kampf geht oft so aus: Autos werden auf Privatgelände abgestellt. Es werden Parkplätze genutzt, die für die Bewohner größerer Häuser und deren Besucher reserviert sind – und ebenfalls auf Privatgrund angelegt wurden. Bushaltestellen und Einfahrten werden zugeparkt. Auch in engen Kurven oder auf Bürgersteigen werden Autos abgestellt. In der Breitestraße wird in der zweiten Reihe geparkt und so der Verkehr behindert.



Man könne „fast Mitleid empfinden“ für „die fleißig herumirrenden Parkplatzsuchenden“, sagt Hepper. Aber auch nur fast, denn viele Bewohner und Geschäftsleute sind zunehmend genervt.  Es gibt Anwohner, die bezeichnen die Parkplatzsuchenden bereits als „Heuschrecken“. Dass sich das Mitleid in Grenzen hält, liege auch daran, dass viele der Autos, die einfach irgendwo abgestellt werden, nicht unbedingt Billigfahrzeuge sind. Wer sich so ein Auto leisten kann, sollte auch den einen Euro für den Parkplatz leisten können, grummeln Anwohner. Es wäre sinnvoll, wenn Geschäftsleute ihre Kunden darauf hinweisen würden, dass der Parkplatz der KBS gar nicht so teuer sei, sagt Hepper.
Was auch nicht zur Verbrüderung zwischen Parkplatzsuchenden und Anwohnern führt: Es soll schon Autofahrer gegeben haben, die sich wiederholt auf Privatgrund stellen und dann davon sprechen, Gewohnheitsrecht auszuüben.

Die Stadtverwaltung kündigte gestern auf SZ-Anfrage an, „Kontrollen in der Stromstraße und im Umfeld auszuweiten und Parkverstöße konsequent zu ahnden“. „In der Stromstraße sind genügend preiswerte und hochwertige Parkplätze vorhanden“, sagt Stadtpressesprecher Thomas Blug. Der Tageshöchstsatz für einen der 110 Stellflächen auf dem KBS-Parkplatz beträgt drei Euro. Thomas Blug: „Dort zu parken, ist in jedem Fall wesentlich günstiger, als ein Knöllchen zu riskieren, bei dem mindestens fünf Euro fällig werden. Dort zu parken bedeutet zudem, Rücksicht auf seine Mitmenschen zu nehmen.“
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