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Wildschwein-Plage in Rentrisch Jagdaufseher Werner Feichtner rät zu Zäunen um die Grundstücke

Die Rentrischer Ortsratssitzungen sind für ihre Kürze bekannt. Ein Novum in dieser Hinsicht war deshalb die jüngste Zusammenkunft am Donnerstagabend, die für die Behandlung eines einzigen Tagesordnungspunktes knapp zwei Stunden brauchte. Ungewöhnlich war auch, dass 15 Rentrischer Bürger gekommen waren, weil sie auf die Lösung eines großen Problems hofften: die Wildschweinplage. Die Wildtiere sind seit Jahren Tag wie Nacht im Ort unterwegs, graben Gärten auf der Suche nach Käferlarven um, stehen schon mal auf Straße oder Bürgersteig und lassen sich teilweise nicht mal mehr durch Hunde oder Pfiffe in die Flucht schlagen. Besonders auffällig ist deren Aktivität im vergangenen Jahr. Zum wiederholten Male erklärte der Ortsvorsteher in der Vergangenheit, dass man in der Wohnbebauung nicht auf die Jagd gehen könne. „Jetzt lade ich den Jäger ein, dass er das den Leuten erklärt“, so Dieter Schörkl, „mir glauben sie ja nicht.“ Jagdaufseher Werner Feichtner erklärte den Anwesenden geduldig, was in Rentrisch machbar sei und was nicht. Er hätte die Verantwortung und könne in befriedetem Gebiet nicht mit Büchsenpatronen, wie sie bei der Bejagung von Schwarzwild eingesetzt werden, schießen.

Denn bei Austritt aus dem Tierkörper könnten die Splitter streuen und Menschenleben gefährden. Deshalb müsse ein Sicherheitsabstand von rund fünf Kilometern zur nächsten Wohnbebauung eingehalten werden. Auch einem Fangen mit Fallen oder Käfigen könne er aus Tierschutzgründen nichts abgewinnen. „Wir wollen mit dem Rundweg am Wasserlehrpfad weiterkommen“, so Ortsratsmitglied Nadine Müller, „aber die Leute trauen sich nicht mehr ins Tal und haben Angst.“ Vom Einzäunen ihrer Grundstücke oder des Kinderspielplatzes wiederum halten die Rentrischer nicht viel. Sei es, weil die Grundstücke zu groß sind oder direkt am Bach liegen, wo eine Abgrenzung schwierig ist. Feichtner sagte, dass die Jagd in den umliegenden Wäldern intensiviert werden müsse. Kontakte zu den dortigen Jägern seien bereits geknüpft. Außerdem halte er die Maßnahme, den Tieren mit einer großflächigen Rodung die Deckung zu entziehen, für die vorerst beste. Im Tal des Scheidter Baches hätte er dafür aber noch keine Freigabe, erklärte der städtische Mitarbeiter Gerd Lang. Eine Biotopkartierung hätte gezeigt, dass es aus botanischer Sicht viele schützenswerte Zonen gebe, die nicht gemäht oder gerodet werden dürfen. „Schweine sind sehr intelligent, lernfähig, aber auch störanfällig und normalerweise nicht aggressiv“, versucht Feichtner die Anwesenden die „Schweinerei“ zu erklären. An kurzfristige Vertreibungsstrategien durch akustische Signale oder „Stänkern“ würden sich die Tiere schnell gewöhnen. Zäune halte er deshalb für die beste Lösung. Auf die Frage, wer denn verantwortlich sei, wenn ein Mensch durch die Tiere zu Schaden kommt, wusste er keine Antwort. „Wenn ich nicht selber an einer Konfliktösung interessiert wäre, wäre ich heute nicht gekommen“, so Feichtner. Aber trotz aller Gespräche und Informationen sei man keinen Schritt weiter, so Müller. Die Rentrischer resignierten, gingen demonstrativ aus dem Raum. An der Beseitigung der Plage hänge auch das Fortkommen bei der Dorfentwicklung. Man setze kein Geld für etwas ein, was hinterher von den Tieren zerstört werde. „Wir müssen mit allen Mitteln an der Beseitigung der Plage arbeiten, haben aber kein unendliches Budget dafür“, so Nadine Müller. „Wir müssen alles daran setzen, dass Rentrisch kein Naherholungsgebiet für Schweine wird“, ergänzt Dieter Schörkl.  
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