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Wildschweine machen Dudweiler unsicher

Dudweiler. Erstmals sind jetzt in Dudweiler-Süd – rund um die Einkaufsmeile in der Liesbet-Dill-Straße – Wildschweine aufgetaucht. Morgens und abends alarmiert wurde von mindestens zwei Anwohnern die Polizei, die allerdings nur wenig unternehmen kann. Schießereien in dichter Wohnbebauung sind da kaum denkbar. Gesichtet – auch von der SZ – wurden die Tiere beispielsweise am Montag gegen 19 Uhr, als am Himmel noch hell die Sonne schien. Fünf ausgewachsene Exemplare machten sich da im Dickicht zu schaffen. Zu hören waren sie noch drei Stunden später im hinteren Teil einiger Gärten. Ecke Liesbet-Dill-/Richard-Wagner-Straße beginnt der Wald. Ein Mann beklagte sich darüber, dass die Vierbeiner auf seinem Gelände eine Pflanze ausgegraben haben. Dass sie Menschen gegenüber aggressiv geworden sind, dazu gibt es bisher keine Hinweise.

Gerd Bünnagel, Mitarbeiter im Geschäftsbereich Jagd beim Saarforst Landesbetrieb, erklärte auf Anfrage der SZ, dass das Schwarzwild von sich aus nicht angriffslustig sei: „Man sollte nicht all zu viel Angst davor haben.“ Lautes Rufen oder in die Hände klatschen vertreibe die Tiere in aller Regel. Kleine Hunde sollte man aber tunlichst an der Leine lassen, damit sie nicht auf die Eindringlinge zulaufen.

Man sollte auch nicht vergessen, sagt Bünnagel, dass die Wildschweine recht intelligent sind. Die Erfahrung lehre sie, dass sie in bebauter Lage nicht bejagt werden können. Deshalb würden sie ihre Rückzugsgebiete möglichst nahe an Hausgärten suchen. Hier stöberten sie nach eiweißreicher Nahrung, vor allen Dingen nach Engerlingen oder kleinen Mäusen. Die finden sie auch in den Komposthaufen. Problematisch sei es, sagt der Mann von SaarForst, die Tiere zu bejagen. In befriedeten Bezirken, also in Gegenden, in denen Menschen leben, sei das viel zu gefährlich. Im Wald sei das natürlich möglich. Der bedauerliche Nebeneffekt dabei: Die Wildschweine weichen auf die Wohngebiete auf. Und so beißt sich gewissermaßen die Katze in den Schwanz. Die Vierbeiner, erklärt Bünnagel, fühlten sich zwischen dichten Hecken wohl. Und wühlten auch gerne mal einen Garten um, wie gesagt, immer auf der Suche nach was Eßbarem. Wobei viele Hausgärten nicht umzäunt und daher auch nicht gewappnet sind gegen den ungebetenen Besuch.

Zurzeit, so der Saarforst-Fachmann, häuften sich die Anfragen hinsichtlich der Wildschweine in Wohngebieten. Das liege daran, dass es aktuell im Wald nicht so viel zu fressen gebe, vor allen Dingen keine Eicheln. Ganz beiläufig erinnert er an einige Presseberichte aus Berlin. Als „Hauptstadt der Wildschweine“ wurde so schon die Millionen-Metropole tituliert. In belebten Straßen ist der Anblick der borstigen Viecher keiner längst Seltenheit mehr. Und noch ein Aspekt zum guten Schluss: Auf den Schäden, die die Vierbeiner in den Gärten anrichten,bleibt der Hauseigentümer sitzen. Wildschweine gelten als herrenlos. Und damit ist niemand für ihr Treiben verantwortlich, sagt der SaarForst – mit Ausnahme der Landwirtschaft.
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