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Wildschweinjagd verdirbt in Losheim Wandertour

Von SZ-Redakteurin Margit Stark

Losheim.
Eine Wildschweinjagd hat zwei Wanderern die Tour über den Oppig-Grät-Weg gründlich verdorben. „Über den Sinn von Treibjagden kann man diskutieren, aber eine solche Arroganz von Jägern und die Gleichgültigkeit von den Verantwortlichen, die Touristen anlocken, um sie in Gefahr zu bringen, ist nicht in Ordnung“, schreibt Werner Schorr aus Merzig Jägern und der Losheimer Tourist-Info ins Stammbuch.

Schon manches Negative habe er bei seinen Ausflügen auf den Premium-Wanderwegen erfahren, zieht er Bilanz – marode Brücken etwa und Hinweisschilder, die zu weit entfernt seien oder in die falsche Richtung zeigten. „Die Krönung haben wir nun in Losheim auf dem Oppig-Grät-Weg erlebt“, schimpft er in einer Mail an die SZ. Zwei Geländewagen, besetzt mit vier Jägern, seien in einem Wahnsinnstempo auf seine freilaufenden Hunde zugerast. „Bloß weil die Tiere nicht schnell genug von einem ausgewiesenen Wanderweg verschwunden waren“, wie Schorr sagt. Er vermutet, dass das Quartett zur Sicherung der Strecke abgestellt worden war.

Statt auf die Treibjagd auf Wildschweine hinzuweisen, habe das Quartett einen Disput über freilaufende Hunde vom Zaun gebrochen. Dabei hat nach Darstellung von Schorr eine Warnung genügt, und er hätte die Wanderung abgebrochen.

„Als wir nach 500 Metern hetzende Hunde, schreiende Wildschweine und schießende Jäger wahrnahmen, hatten wir doch die Nase voll und brachen die Wanderung ab.“ So fällt seine Bewertung dieses Weges mehr als mager aus: „Null Punkte“, benotet der Merziger den Weg nach diesem Erlebnis.

Achim Laub vom Verkehrsbüro Losheim kann die Kritik an den Jägern nachvollziehen. „Wir haben sie wegen dieser Treibjagd abgemahnt“, sagt Laub, Leiter des Projektbüros Saar-Hunsrück-Steig. „Niemand von uns wusste etwas von dieser Treibjagd. Sie war uns nicht angekündigt worden. Daher konnten wir weder absperren noch Warnhinweise aufstellen.“

„Bei Treibjagden muss nicht immer abgesperrt werden“, sagt Kreisjägermeister Armin Birk auf SZ-Anfrage. Allerdings ist nach seiner Darstellung Sicherheit oberstes Gebot – etwa mit Streckenposten oder Hinweisschildern, die das Terrain absichern und warnen, damit niemand gefährdet wird. „Angesichts der Wildschweinplage müssen wir schnell handeln. Da ist es nicht immer möglich, eine Jagd vorher groß anzumelden beziehungsweise langwierige Genehmigungsverfahren zum Absperren von Geländeabsperrungen einzuleiten. Die Tiere werden an einem Tag gesichtet, danach wird eine Treibjagd angesetzt. Sonst sind sie weitergezogen.“

Trotz aller Eile: Sicherheit hat oberste Priorität. „Ein verantwortlicher Jagdleiter wird bestimmt. Der hat dafür Sorge zu tragen, dass alle Schützenstände so ausgewählt werden, dass Gefahr für Mensch und Haustier ausgheschlossen ist. Zudem hat jeder Jäger dafür sorge zu tragen, dass er nur dorthin schießt, wo er ohne Gefahr schießen kann.“


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