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Wind nervte die Sportler: Pfingstsportfest lockte 3500 Zuschauer nach Rehlingen

Auch Stabhochspringer Tim Lobinger musste sich gestern beim 46. Leichtathletik-Pfingstsportfest in Rehlingen  dem Wind beugen...

Auch Stabhochspringer Tim Lobinger musste sich gestern beim 46. Leichtathletik-Pfingstsportfest in Rehlingen dem Wind beugen...

Rehlingen. Sie mühten sich, sie veränderten ihren Anlauf, sie zeigten sich gegenseitig die Windrichtung an – sie gaben wirklich alles. Aber es half nichts. Die deutschen Stabhochspringer um Sechs-Meter-Springer Tim Lobinger (München) mussten sich gestern beim 46. Leichtathletik-Pfingstsportfest in Rehlingen ihrem größten Feind beugen – dem Wind. „Es ist eine Schande“, sagte Lobinger, der mit 5,41 Metern Zweiter hinter dem höhengleichen Polen Mateusz Didenkow wurde, „hier ist alles mit so viel Liebe aufgebaut und organisiert worden, und dann macht der Wind alles kaputt.“

„Hinrichtung mit Ansage“

Eben jener Wind drehte permanent seine Richtung, kam mal von der Seite, mal von vorne, mal als Böe – Gift für Stabhochspringer. Herbert Czingon, der Chef-Bundestrainer des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), sprach sogar von einer „Hinrichtung mit Ansage“. Ganz so schlimm war es dann aber doch nicht – und die „Stabis“, die ihre Versuche mit nicht druckreifen Flüchen kommentierten, nahmen den Wettkampf im Nachhinein mit Humor. „Ich bin mir sicher, dass heute ein, zwei Leute die 5,70 Meter gesprungen wären“, sagte Lobinger, „aber es ist der erste richtige Wettkampf im Jahr. Da riskierst du keine Verletzung. Dann brechen wir eben nächstes Jahr den Stadionrekord (5,60 Meter, Andrej Skvorzow 1993, Anm. der Red.).“

Trotz Wind: 3500 Zuschauer honorierten Lobinger und Co. mit Wohlwollen

Die gut 3500 Zuschauer, die bei perfekten Bedingungen – bis eben auf den Wind – ins Bungertstadion gekommen waren, honorierten Lobinger und Co. trotzdem mit Wohlwollen. Viel Applaus gab es auch für eine der Kleinsten: Levern Spencer. Die Hochspringerin von der Karibikinsel Santa Lucia, kaum 1,70 Meter groß, fühlte sich bei 27 Grad sichtlich wohl und nahm eine Höhe nach der anderen ohne Probleme. Nach übersprungenen 1,96 Metern hielt der Sprungfloh zwei ausgestreckte Finger in Richtung Kampfrichter – 2,00 Meter, Stadionrekord. Spencer scheiterte drei Mal knapp, aber eine kräftige Umarmung von Meetingdirektor Ludwin Klein war ihr gewiss. Die bekam auch Donald Thomas (Bahamas), Weltmeister von 2007, der mit 2,27 Metern bei den Männern gewann.

Sprinterinnen brachten beste Leistungen aus deutscher Sicht

Für die besten Leistungen aus deutscher Sicht waren die Sprinterinnen zuständig. Verena Sailer (MTG Mannheim) unterbot im Vorlauf über 100 Meter in 11,30 Sekunden die Norm für die Europameisterschaft in Barcelona Ende Juli. „Für den Einstieg ganz okay“, sagte die deutsche Meisterin nach ihrer europäischen Jahresbestleistung. Knapp um eine Hundertstelsekunde an der EM-Norm von 56,00 Sekunden vorbei lief 400-Meter-Hürdenläuferin Fabienne Kohlmann (LG Karlstadt). 10 000-Meter-Europameister Jan Fitschen (Wattenscheid) lief bei seinem Comeback nach fast zwei Jahren Verletzungspause über 3000 Meter etwas hinter der Musik her und wurde in 8:08,13 Zehnter.

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