A620 Saarlouis Richtung Saarbrücken Zwischen AS Wadgassen und AS Völklingen Gefahr durch defektes Fahrzeug, rechter Fahrstreifen gesperrt (23:27)

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Winter 2012: Sogar die Saar friert zu

Die Bilder entstanden bei -8 Grad auf der Luisenbrücke.

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Saarbrücken. Es wird ruhig auf der Saar, was den Auswirkungen der seit Tagen anhaltenden sibirischen Kälte zu verdanken ist. Seit gestern ist nach Auskunft des Wasser- und Schifffahrtamtes in Saarbrücken die Saar für den Schifffahrtsverkehr teilweise gesperrt. Der Dauerfrost haucht Automotoren die Kraft aus, lässt Wasserrohre platzen oder Heizungen versagen und allmählich werden auch Obst- und Gemüsesorten knapp. Gestern meldete die Saarbahn Behinderungen im Bahnverkehr zwischen Brebach und Heusweiler und auch dort war der Schuldige schnell gefunden: Väterchen Frost.

Der ADAC-Pannendienst zählte im Februar bisher durchschnittlich 300 Einsätze am Tag, den Rekord mit 380 Pannenhilfen hält der 2. Februar. Der Vergleich zum Vormonat: 170 Einsätze täglich. Bis zu 14 Straßenwachthelfer im Saarland müssen derzeit rund um die Uhr Hilfe leisten. „Die Schichten werden früher begonnen und auch später beendet“, erklärte Torsten Sander, der Leiter der zuständigen Pannenhilfe. Die häufigste Pannenursache sind defekte oder entladene Batterien. Und die sind derzeit in Reparaturwerkstätten und im Autohandel der Renner, wie Markus Meißner von Auto-Teile-Unger erklärte. Probleme würden auch Dieselfahrzeuge bei diesen Temperaturen bekommen. Der Diesel könne ab Minustemperaturen von 15 Grad verflocken und den Kraftstofffilter verstopfen. Chemische Zusätze würden jedoch helfen, eine Verflockung zu verhindern.

Aber nicht nur Autowerkstätten haben Hochbetrieb. „Bei uns ist die Hölle los“, meldete die Schröder Haustechnik in Dillingen. Der Betrieb ist im Dauereinsatz, muss Störungen an Heizungen beseitigen und geplatzte Rohrleitungen reparieren. Über die Wasserversorgung selbst machen sich die Stadtwerke Saarlouis keine Gedanken. Die Leitungen lägen zwischen einem Meter und 1,50 Meter tief im Boden und der Frost sei erst 20 bis 30 Zentimeter tief in den Boden eingedrungen. „Wir sind noch sehr entspannt“, erklärte der Geschäftsführer Ralf Levacher. Und auch die Feuerwehr Saarbrücken gibt noch Entwarnung. „Wir haben bisher noch keine Hiobsbotschaften über zugefrorene Hydranten erhalten“, sagte Ingo Wagenknecht, Technik- Leiter der Berufsfeuerwehr Saarbrücken.

Mit der Eiseskälte haben zudem die Obst- und Gemüsehändler zu kämpfen. Rosenkohl oder Grünkohl – was eigentlich zum Wintergemüse zählt – haben ihre liebe Not mit dem eisigen Wind. „Den halten selbst diese Gemüsesorten nicht aus“, erklärte Biobauer Mathias Paul aus Nalbach. Die Preise für Obst und Gemüse werden steigen, was nicht nur daran liege, dass gewisse Sorten knapp werden. „Wir müssen einen hohen Aufwand betreiben“, sagte der Landwirt, der seine Ware auch auf Wochenmärkten vertreibt. Der Verkaufsstand sei durch ein Zelt windgeschützt und sei beheizt. Die Ware müsse warm gelagert, transportiert und aufgebaut werden.

Von der Staustufe Rehlingen bis Konz ist die Saar noch befahrbar. Von der Staustufe Lisdorf aus bis Saarbrücken war die Schifffahrt bis gestern stark beeinträchtigt, wie das Schifffahrtsamt meldete. Es rechnet damit, dass diese Strecke ab heute gesperrt werden muss. Eingestellt ist die Schifffahrt bereits von Saarbrücken bis zur Landesgrenze.
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