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Winzer in Perl mit Ernte zufrieden: Winzerpräsident erwartet sehr guten Jahrgang

Leichter Nebel hängt am Vormittag über dem Perler Hasenberg. Es ist herbstlich kalt, aber der zu erwartende Regen ist ausgeblieben. „Gut so“, sagt Gertrud Herber, denn so lasse es sich entspannter ernten. Sie schneidet reife Trauben von den Rebstöcken, diese sollen später zu Grauburgunder verarbeitet werden. Manche Rebstockblätter sind schon herbstlich verfärbt. Gemeinsam mit zehn weiteren Erntehelfern des Weinguts Herber ist Gertrud Herber schon seit acht Uhr morgens in den Weinbergen auf den Beinen.

Schon seit ein paar Tagen wird von Hand gelesen. Die Hälfte der zehn Hektar Weinberge sind fast abgeerntet, die anderen 50 Prozent werden seit Mitte der Woche von einer Maschine, einem Traubenvollernter, gelesen. „Die Maschine ist deutlich günstiger, kann jedoch nicht selektieren“, erklärt Winzer Helmut Herber. Doch das sei in diesem Jahr nicht problematisch, denn die Früchte weisen laut dem 60-Jährigen kaum Fäulnis auf. Im vergangenen Jahr sei das noch anders gewesen. Da hätte die japanische Kirschessigfliege der Ernte zu schaffen gemacht. „Die Essigfäule kann man an der Verfärbung und auch an dem Geruch erkennen“, sagt Herber.

Er und seine Erntehelfer hätten bereits vorweg von Hand aussortieren müssen. In diesem Jahr sei das aber nicht nötig, Schädlinge habe er nicht festgestellt.

Der Traubenvollernter soll bis zum Ende der Woche fast den gesamten Bestand abgeerntet haben. „Einen schlechten Jahrgang gibt es nicht, nur schlechte Winzer“, sagt Herber lachend. Er rechnet daher mit einem „sehr guten Wein“. Die Hitze im Sommer sei zunächst positiv gewesen, die Früchte hätten sich so gut entwickeln können.

„Teilweise gab es Trockenschäden, aber das kommt immer auf das Alter der Rebstöcke an“, erläutert der Winzer. Alte Weinberge würden die Hitze besser vertragen. Der regnerische September hat den Wachstum der Trauben angekurbelt, so sei auch die Menge größer geworden.

„Insgesamt können wir zufrieden sein. Es ist eine sehr gute Ernte, sie ist mit dem Jahr 2011 zu vergleichen“, erklärt Herber. Im Februar und März 2016 soll dann der Wein abgefüllt und im Frühjahr zu Verkauf angeboten werden.

Das Perler Weingut kultiviert vor allem Burgundersorten. „Wir haben Grau-, Weiß-, Spät- und Frühburgunder im Sortiment“, sagt Herber. Hinzukommen unter anderem noch Chardonnay, Sauvignon Blanc und Dornfelder. 500 Quadratmeter des Weinguts werden derzeit nicht abgeerntet. Diese Früchte sollen später zu Eiswein verarbeitet werden.

„Die Fläche ist ein überschaubares Risiko“, erläutert Herber. Denn die Beeren für den Eiswein können nur bei Temperaturen unter minus sieben Grad geerntet werden, danach müssen sie direkt im Weingut gepresst werden. Eine Garantie, dass Eiswein gelinge sei nie gegeben. „Außerdem können die Beeren auch von Vögeln oder Wildtieren gefressen werden“, erklärt der Winzerpräsident.
 
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