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Wirbel um Sex-Handyvideo mit Jugendlichen im St. Wendeler Land

Ein junges Paar steht in einem offenen Treppenabgang zum Keller einer Schule im St. Wendeler Land. Mitten im Freien. Die Posen und Äußerungen lassen keinen Zweifel daran: Die beiden wollen Sex . In aller Öffentlichkeit. Offenbar ist auch Alkohol im Spiel. Ihr Alter: gerade mal 14 Jahre.

Unbekannte halten mit der Handykamera drauf, filmen und stellen schließlich das etwas mehr als eine Minute lange Video für alle Welt frei zugänglich ins Internet. Einige kommentieren den Dreh mit einem spöttischen Gedicht, machen sich in derben Worten über die Ertappten lustig. Binnen kürzester Zeit sehen mehr als 30 000 Menschen den Mitschnitt, bis ihn der Betreiber der Videoplattform sperrt. Doch zu einem späteren Zeitpunkt könnten die Bilder durchaus wieder im Netz auftauchen. Denn jeder Nutzer kann solche Dateien auf seinem Rechner oder Mobiltelefon speichern und weiterverbreiten.

Mittlerweile ist die Angelegenheit auf dem Tisch der Saarbrücker Staatsanwaltschaft gelandet. Wie Pressesprecher Thomas Reinhardt mitteilt, geht es um ein „Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen des Verstoßes gegen das Kunsturhebergesetz“. Es geht um das Recht am eigenen Bild: Gegen ihren Willen seien die Minderjährigen gefilmt und das Material „unautorisiert ins Netz gestellt worden“, erläutert Reinhardt. Die Ermittler wollen nun herausfinden, wer klammheimlich das Sex-Video aufzeichnete und dann in Umlauf brachte.

„Einen Pornografie-Tatbestand sehen wir nicht“, ergänzt der Saarbrücker Behördensprecher. Dazu müssten in dem Clip Geschlechtsorgane zu sehen sein. Und das sei in diesem konkreten Vorfall nicht so, bestätigt Karl- Heinz Fischer. Er ist bei der Polizeiinspektion in St. Wendel unter anderem für Vorsorgeprogramme gegen Internetmissbrauch verantwortlich. Unmittelbar nachdem das Video öffentlich aufgetaucht war und die Eltern der betroffenen Schülerin Anzeige erstattet hatten, habe die Polizei „alle Siebenerklassen der Schule zusammengerufen und im Unterricht das Thema besprochen“. Daran sei auch die Landesmedienanstalt beteiligt gewesen. Wenig später folgte ein Elternabend. Fischer: „Viele Eltern kaufen heute ihren Kindern Handys und Smartphones. Die sollen sich dann damit beschäftigen.“ Allerdings fehle den jungen Menschen jegliches Wissen, um mit Internet und eigenen Daten vernünftig umzugehen. Darum setze die Polizei im Landkreis St. Wendel auf ein Präventionsprogramm in den siebten Klassen aller Schulen. „Ich nehme immer öfter auch die sechsten Klassen hinzu“, sagt der Polizist. Internetfähige Handys seien immer öfter in immer jüngeren Händen.

Doch die Aufklärungsarbeit scheint nicht bei allen zu fruchten. Nach SZ-Informationen macht zurzeit ein weiteres anstößiges Video mit einem Minderjährigen aus einer Gemeinde im St. Wendeler Land die Runde. Ein Junge filmt sich, wie er zu Musik tanzt und sich dabei nach und nach auszieht. Zeugen zufolge sind Geschlechtsteile zu sehen. Der Film kursiere über Handys. Die Polizei habe noch keinen Hinweis. Fischer rät aber wegen der illegalen Verbreitung: „Wir können die Eltern nur auffordern, dies anzuzeigen.“
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