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Wirbel um Völklinger Störe: Strafanzeige gegen Ex-Stadtwerke-Chef

Eine Strafanzeige gegen Jochen Dahm, den im Herbst entlassenen Geschäftsführer der Völklinger Stadtwerke und ihrer Meeresfischzucht-Tochter (MFV), ist in Vorbereitung, berichten Mitglieder des Völklinger Stadtrats. Eine Schadensersatzklage ist bereits eingereicht worden, teilte Wolfgang Bintz ( CDU ), Völklinger Bürgermeister und jetziger Stadtwerke-Geschäftsführer, in der vorigen Woche mit. Sie soll sich auf den Kauf von Stören im Jahr 2011 beziehen, erfuhr die SZ inzwischen aus Stadtratskreisen. Dabei soll eine Zahlung ohne Sicherheit geleistet worden sein. Ein Geschäftspartner der Völklinger soll Geld erhalten haben, obwohl er die vereinbarte Bankbürgschaft nicht gestellt habe.

Damals – die eigene Anlage war noch nicht fertig – hatten die Völklinger Fischzüchter in Sachsen 40 Tonnen Störe erworben. Die Fische sollten dort vorgezogen und später in die Völklinger Becken umgesetzt werden. Ziel: Schon ein Jahr nach dem Fische-Einsetzen wollte man kostbaren Kaviar ernten – bei Jung-Stören müsste man darauf fünf, sechs Jahre warten. 2013 wurde etwa ein Zehntel dieser Fische den kurz zuvor ins Becken gesetzten Jung-Stören zugesellt – testhalber. Der große Rest blieb beim Aufzuchtbetrieb. Freilich nicht in Sachsen – irgendwann waren die Fische nach Italien verlegt worden, verlautete aus Aufsichtsratskreisen. Die Tiere, die in Völklingen ankamen, seien übrigens auch kleiner gewesen, als es ihrem Alter entsprochen hätte. Und, so hieß es weiter, die Eigentumsverhältnisse an den noch fernen Stören seien nicht restlos klar. Der Schaden für die MFV bewege sich in mindestens sechsstelliger Höhe.

Viel Geld. Doch heute Abend hat Völklingens Stadtrat über Millionen zu entscheiden. Allein um kurzfristig die Liquidität der Stadtwerke-Holding, der Muttergesellschaft, zu sichern und die Fischzucht bis Ende März weiterzuführen, sind nach SZ-Informationen 1,35 Millionen Euro nötig – als Kommunalkredit, den die Stadt an die Stadtwerke weiterreicht. Denn diese selbst können derzeit nicht auf Bankdarlehen rechnen, da sie für ihre Bilanzen 2012 und 2013 noch kein Testat erhalten haben. Damit die Wirtschaftsprüfer das erteilen können, ist der Nachweis nötig, dass der Stadt-Konzern bis Ende 2016 bei Kasse ist. Das wiederum ist richtig teuer, die Rede ist von bis zu 24 Millionen Euro. Zumindest auf dem Papier: Fürs Testat muss die Muttergesellschaft nachweisen, dass sie auch ihre notleidende Fischzucht-Tochter bis Ende 2016 finanzieren könnte. Als Sicherheit dafür könnten die Anteile beliehen werden, die die Stadtwerke-Holding an ihren profitablen Energie-Töchtern hält, also an den Gesellschaften für Netz und Vertrieb.

Der Stadtrat will aber dafür sorgen, dass nur ein Teil der Millionen tatsächlich fließen muss. Die große Mehrheit im Rat will die Meeresfischzucht bis Ende März verkauft sehen. Doch selbst dann geht die Stadtwerke-Sanierung ins Geld. Gut sieben Millionen Euro, so heißt es, seien dafür nötig.
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