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Wird Dudweiler Behinderten- Werkstatt bald dicht gemacht?

31 schwer behinderte junge Leute finden Arbeit und Beschäftigung im Dudweiler Atelier Kerativ. Wie ein Damoklesschwert hängt jedoch seit Monaten der mögliche Umzug nach Saarlouis über der Einrichtung. Die Eltern der Behinderten wollen dies aber nicht so einfach hinnehmen.

Von SZ-Redakteurin Michèle Hartmann


Dudweiler.
Was passiert mit unseren Kindern? Diese Frage stellen sich besorgte Eltern, die ihren jugendlichen Nachwuchs im „Atelier Kerativ“ – eine Behinderteneinrichtung der AWO Saar mit Werkstatt und Tagesförderstätte – untergebracht haben. Eine von ihnen, die Elternsprecherin Monika Klein, stand am Donnerstag in der SZ-Redaktion. Mit Briefen, die sie und andere Betroffene aufgesetzt haben: an den AWO-Landesvorsitzenden Paul Quirin und an Saar-Gesundheitsminister Dr. Gerhard Vigener. Antwort auf ihre drängenden Fragen haben sie von Beiden auch nach vielen Monaten nicht erhalten.
Die Eltern wollen wissen, ob der Umzug der Behinderteneinrichtung, wie bereits im März verlautete, nun beschlossene Sache, oder ob dies noch zu verhindern ist. Die Erziehungsberechtigten machen deutlich, dass für ihre Kinder das weitaus längere Verweilen im Transportfahrzeug nach Saarlouis sehr viel mehr Stress bedeuten würde und dass das endgültige Verlassen ihrer vertrauten Heimstatt sich negativ auf ihre Entwicklung auswirken könnte. Vor allem aber wollen die Eltern jetzt wissen, was wann auf sie und ihre Kinder zukommen wird.

Mit einem umfassenden Schreiben hat auf SZ-Anfrage am Freitag Diethard Geber, der zuständige Direktor für die Behindertenhilfe der AWO, geantwortet. Er schickt voran, dass die vom Atelier Kerativ vorgehaltenen Räumlichkeiten „nicht mehr dem geforderten Standard entsprechen und auch die vom Gesetz inzwischen vorgegebene Mindestgröße von 60 Plätzen pro Werkstatt für behinderte Menschen nicht mehr gegeben ist, so dass die Einrichtung in dieser Form nicht mehr weitergeführt werden kann.“ Aktuell werden im Atelier Kerativ 31 Menschen betreut. Für sie wird ein neuer Standort gesucht. Eine räumliche Ausdehnung in der Schlachthofstraße sei nicht möglich.
AWO und Kostenträger hätten sich darauf geeinigt, dass die Dudweiler Einrichtung im Rahmen der anstehenden Neustrukturierung der Werkstätten und Tagesförderstätten im Saarland als kleineres Angebot speziell für schwerer behinderte Menschen weiter bestehen soll – unter Ausweitung des Angebots für Menschen mit autistischer Behinderung. Einzugsbereich für diesen Personenkreis wird das gesamte Saarland sein. Als Standort für dieses neue Angebot für das Atelier Kerativ sei Dudweiler, alternativ Saarlouis gewählt worden. Für Dudweiler spreche insbesondere der gute Kontakt der AWO zum Gemeinwesen. Für Saarlouis wiederum spreche die gute Erreichbarkeit über die Autobahn von allen Teilen des Saarlandes aus.
Die Eltern seien am 16. März umfassend über die anstehenden Veränderungen informiert worden, in den folgenden Monaten sei es zu mehreren Gesprächen zwischen AWO, Eltern und Gesundheitsministerium gekommen. Ein weiteres Gespräch mit allen Beteiligten sei zuletzt am 20. August angedacht worden. Den Eltern sei auch zugesichert worden, dass ihre Kinder und deren Betreuer in jedem Fall zusammen bleiben werden. Ihnen sei auch versprochen worden, dass bei einem Umzug nach Saarlouis erhöhte Fahrtkosten sie nicht tangieren werden.

Zurzeit werde von Ministerium und AWO intensiv geprüft, wie alle Wünsche und Erfordernisse in Einklang gebracht werden könnten.
Diethard Geber geht davon aus, dass bis Anfang Oktober 2009 die endgültige Entscheidung über den Standort gefallen sein wird. Im Übrigen, sagt er, stehe bei allen Überlegungen das Wohl der behinderten Menschen im Mittelpunkt.

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