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Wird Müll-Entsorgung billiger? Saar-EVS stellt sinkende Gebühren in Aussicht

So viel Harmonie gab es noch nie zwischen Umweltministerium und Entsorgungsverband. Staatssekretär Borger sieht den EVS auf dem richtigen Weg; und dieser stellt sinkende Müllgebühren in Aussicht.

Nonnweiler. Der Entsorgungsverband Saar (EVS) stellt erstmals sinkende Abfallgebühren in Aussicht. Beim Abfallforum des EVS in der Europäischen Akademie Otzenhausen sagte EVS-Chef Heribert Gisch am Dienstag: „Die finanzielle Entwicklung sieht gut aus, so dass ich hoffe, noch in meiner Amtszeit eine Gebührensenkung verkünden zu können.“

Seinen Optimismus bezüglich sinkender Abfallentsorgungskosten begründete Gisch unter anderem mit der Finanzierung der Neunkircher Müllverbrennungsanlage, die von der Firma Eon Energy from Waste (vormals Sotec) betrieben wird. Durch die Übernahme von Krediten zu kommunalen Konditionen ergebe sich hier ein Einsparpotenzial von zwölf Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren.

Teure Vergärungsanlage wird geschlossen
Kosten dämpfend, so Gisch weiter, wirke sich außerdem die Schließung der Biomüll-Vergärungsanlage in Lockweiler aus, die mit Behandlungskosten von 140 bis 150 Euro pro Tonne fast doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt liege. Ferner gehe man davon aus, dass man ab dem Jahr 2014 wegen weiterhin sinkender Abfallmengen auf die Müllverbrennungsanlage in Neunkirchen komplett verzichten könnte.

Hinzu komme ein möglicher Hausmüllimport aus Lothringen in einer Größenordnung von 30.000 bis 50.000 Jahrestonnen, der ebenfalls zu einer Entlastung des saarländischen Gebührensäckels beitragen könnte, führte EVS-Chef Gisch aus.

Müll-Import aus Frankreich?
Bei dieser Problematik bekam der EVS den Segen des Umweltministeriums. Umwelt-Staatssekretär Klaus Borger (Grüne) sagte, er könne es sich vorstellen, dass man im Saarland Verbrennungskapazitäten für den Hausmüll aus grenznahen Regionen zur Verfügung stellt. Borger: „Eine entsprechende Anfrage des EVS haben wir kürzlich positiv beschieden.“ Hier geht es um Müll aus dem östlichen lothringischen Bereich von Saargemünd bis Bitsch, der in der Neunkircher Anlage zu verbrennen wäre.

Im Übrigen brachte Borger zum Ausdruck, dass die Landesregierung auf ein umweltfreundliches und kostengünstiges Verwertungssystem Wert lege. Zwar liege das Saarland im Moment noch mit einem Abfallaufkommen von 240 Kilogramm pro Einwohner und Jahr auf den hinteren Rängen; dies werde sich aber ändern, wenn der EVS ab 2011 sein mengenabhängiges Gebührensystem einführe. Wenn mehr Gemeinden auf die Verwiegung des Abfalls umstiegen, könnte das Gesamt-Abfallaufkommen bis 2019 auf bloß noch 200.000 Tonnen (bisher 260.000 Tonnen) absinken, meinte Borger.



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