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Wird Saarbrücker Post HWK-Sitz?

Seit Jahren teilweise leer stehend: Die 1993 gebaute neue Post in Saarbrücken. Foto: Becker&Bredel

Seit Jahren teilweise leer stehend: Die 1993 gebaute neue Post in Saarbrücken. Foto: Becker&Bredel

Das saarländische Kultusministerium ist bereits aus Alt-Saarbrücken über die Saar an den Euro-Bahnhof „gehüpft“, in das Gebäude der sanierten alten Post. Nebenan steht ein wenig einladender Koloss in weiten Teilen leer: die neue Post, fünf Etagen hoch, 240 Meter lang und 30 Meter tief. Sie wurde 1993 gebaut, nie wirklich genutzt und schon 1995 wieder verlassen, dann 2012 an einen kanadischen Investor verkauft. Seit Jahren macht das Areal einen ungepflegten Eindruck – und ist doch hoch attraktiv: Busse, Züge und Saarbahn starten vor oder hinter der Tür, auch gibt es im Untergeschoss 445 Parkplätze. Dies alles und noch mehr spricht dafür, dass dem Kultusministerium sein alter Nachbar Handwerkskammer (HWK) in das Post-Umfeld folgen wird.

 

Auf SZ-Nachfrage erklärt HWK-Präsident Bernd Wegner : „Wir stehen in konkreten Verkaufsverhandlungen.“ Doch nicht nur die neue Post ist eine Standort-Option für den Umzug. Laut Wegner prüft man derzeit noch Neunkirchen (Hüttenareal) und Burbach ( Saarterrassen ), zudem den Verbleib am alten Standort. Denkbar sei in Alt-Saarbrücken eine Campuslösung durch den Zukauf städtischen Geländes und städtischer Häuser (WOGE) Richtung Stengelstraße. Auch sind laut Wegner die allerersten Pläne noch nicht ganz vom Tisch: Man wollte mit dem Akademie-Neubau auf den HWK-eigenen Parkplatz gegenüber des Verwaltungsgebäudes ausweichen.

 

Doch wo liegt der Grund für die HWK-Umzugs-Pläne? Der Bund fördert Bildungszentren mit 60 Prozent. Und weil die HWK-Gebäude sowieso hätten saniert werden müssen, entschloss man sich, in drei Bildungsstätten zu investieren. Gebraucht werden inklusive Verwaltung 18 000 Quadratmeter. Rund 40 Millionen Euro wurden dafür 2014 kalkuliert. Die Handwerkskammer übernimmt 30 Prozent, zehn Prozent das Land. Wunschdenken? „Dazu gibt es einen Kabinettsbeschluss“, so Wegner. Mit den Planungen lasse der Bund Zeit bis 2020. Spätestens 2023 müsste der Bau aber abgewickelt sein. Auf neue Kosten-Schätzungen will sich der HWK-Präsident erst einlassen, wenn der Standort geklärt ist. Der wiederum hängt an einer zweiten Machbarkeitsstudie. Wegner: „Ich rechne spätestens in sechs Monaten mit einer entscheidungsreifen Vorlage für die Vollversammlung.“ Herauszuhören ist, dass kammerintern die neue Post präferiert wird. Dies vor allem deshalb, weil dort 25 500 Quadratmeter Nutzfläche eine Komplettunterbringung von Verwaltung und Bildungsstätten unter einem Dach garantieren.

 

Ein Modell, das weder in Neunkirchen noch in Burbach realisiert würde, denn die HWK möchte ihren Sitz in der Landeshauptstadt behalten. Außerhalb entstünde immer nur ein Akademie-Neubau. Wegner: „Ich persönlich halte die neue Post für eine sehr gute Lösung.“ Dort stimmt die Bausubstanz, doch ästhetisch ist sie ein Problemfall. Die HWK verspricht einen Wettbewerb zur Fassaden-Neugestaltung.Eigentlich war dort etwas ganz anderes vorgesehen. Der deutsche Ableger des kanadischen Immobilienkonzerns Dream Global proklamierte Ende 2015 eine zehn Millionen Investition in ein „Saarforum“: Einzelhandel, Fitness-Center, Online-Handel, Handwerksbetriebe und Gastronomie sollten einziehen. Offensichtlich gestaltet sich diese Nutzung als schwierig, wenn nun an Verkauf gedacht wird.

 

Jedenfalls wünscht sich Saarbrückens Baudezernent Heiko Lukas für die wenig schmucke Stadtecke, an der sich tausende Autos Richtung Westspange vorbeidrängen, eine Aufwertung. Er hält die HWK-Idee für „ideal“. Doch des einen Freud' ist des anderen Leid? Denn dann entfällt die Impuls gebende Leitinvestition für das seit Jahren ohne Konzeption vor sich hin dümpelnde Pingusson-Denkmal-Viertel. Lukas sieht das gelassen: „Wenn die HWK ihr Gelände in Alt-Saarbrücken verkauft, ergeben sich dort neue Bebauungs- und Planungs-Möglichkeiten“
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