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Wird das Neunkircher Ellenfeldstadion für 1 € verkauft?

Das Neunkircher Ellenfeld-Stadion

Das Neunkircher Ellenfeld-Stadion


22 Jahre lang war das Ellenfeldstadion für die Neunkircher Stadtkasse ein Art Fass ohne Boden. Jetzt will man im Rathaus die Gelegenheit nutzen, die ruhmreiche Sportstätte, die im vergangenen Jahr ihren 100. Geburtstag feierte, loszuschlagen. Zwei Jahre hat man sondiert, nachdem 2011 Guiseppe Ferraro – Vorsitzender von Borussia Neunkirchen und in Personalunion Geschäftsführer des Hauptsponsors, der Firma F&R Industriemontage und Abbruch – mit dem Wunsch an die Stadt herangetreten ist, die Stadionanlage zu kaufen.

Nun hat ein Kaufvertrag die Unterschriftsreife. Wenn der Grundstücksausschuss des Stadtrates an diesem Dienstag die letzten Details geklärt hat, soll der Stadtrat am Mittwoch entscheiden, ob er dem Handel zustimmt. Folgende Regelungen sind vorgesehen: Das Stadion samt Nebenanlagen und zugehörigen Gebäuden – auf einer Grundstücksfläche von insgesamt knapp 21 000 Quadratmetern – soll zum symbolischen Preis von einem Euro an Ferraro fallen.

Der Käufer, also Ferraro, verpflichtet sich, die Unterkonstruktion der Haupttribüne innerhalb eines Jahres zu sanieren. Darüber hinaus muss er dafür sorgen, dass der bauliche Zustand des Stadions jederzeit den Anforderungen der Spielklasse entspricht, der Borussia angehört. In den Quertrakt mit Sporthalle und Gaststätte zum Mantes- la-Ville-Platz hin, den Ferraro um ein Fitness- und Wellness-Center ergänzen will, dürfen keine Vergnügungsstätten wie Nachtlokale, Diskotheken, Spielhallen, Wettbüros und Ähnliches. Der neue Besitzer muss einen sogenannten Gestattungsvertrag mit Borussia nachweisen, der die Nutzung des Stadions für den Verein absichert.

Der Vertrag mit der Pächterin des Borussenheimes wird vom Käufer übernommen. Für den Fall, dass irgendwann einmal das Ellenfeld nicht mehr als Fußballstadion genutzt werden oder zum Kauf stehen sollte, hätte die Stadt gern eine Pflicht zur Rückübertragung der Anlage an sie gegen Erstattung des hineingesteckten Geldes festgeschrieben. Dies lehnt Ferraro ab und schlägt vor, der Stadt in diesem Fall ein Vorkaufsrecht einzuräumen. Die SPD-Mehrheitsfraktion ist grundsätzlich mit dem Verkauf einverstanden – unter der Bedingung, dass alle Fragen – wie Nutzungsrecht für Borussia und eventueller Rückkauf – geklärt sind.

Das hat Fraktionschef Willi Schwender (SPD) signalisiert. Ebenso Karl Albert für die CDU. Auch die Grünen akzeptieren den Deal. „Es ist sinnvoller, Ferraros Bedingungen zu akzeptieren, als das Stadion zu behalten. Die mit der Anlage einhergehenden Pflichten übersteigen die finanziellen Möglichkeiten der Stadt“, stellt die Grünen-Stadtverordnete Gabriele Jung fest.

Weitaus skeptischer sieht das die Fraktion der Linken. „Wir werden nicht zustimmen“, kündigt Fraktionschefin Andrea Küntzer an. Hier werde öffentliches Eigentum verschleudert, die Sanierungspflichten des neuen Eigentümers seien zu unklar. Bauchweh hat auch FDP-Urgestein Siegfried Schmidt, nicht nur im Hinblick auf Kaufpreis und Sanierungspflicht. „Wenn Ferraro einen Nutzungsvertrag mit Borussia abschließt, macht er quasi einen Vertrag mit sich selbst“, deutet er auf die Verquickung der Interessen hin. Und wenn es heiße, der Verein Borussia stehe hinter dem Ganzen, dann müsse er sich fragen: Wer ist „die Borussia“? Die Mitglieder seien weder gefragt noch ausreichend informiert worden, so Borussen-Mitglied Schmidt.
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